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Initiative startet Volksbegehren gegen Windkraftanlagen

Mit Unterstützung der Opposition im Landtag hat die Initiative «Rettet Brandenburg» ihr Volksbegehren zur Einschränkung von Windkraftanlagen gestartet. Hinter der Aktion stehen mehr als 90 Bürgerinitiativen aus dem ganzen Land Brandenburg.
Mit Unterstützung der Opposition im Landtag hat die Initiative «Rettet Brandenburg» ihr Volksbegehren zur Einschränkung von Windkraftanlagen gestartet. Hinter der Aktion stehen mehr als 90 Bürgerinitiativen aus dem ganzen Land Brandenburg. © Foto: dpa
09.01.2016, 15:34 Uhr
Potsdam (DPA) Seit vielen Jahren kämpfen Initiativen gegen den Aufbau von Windkraftanlagen in Brandenburg. Nun wollen sie ihre Forderungen mit einem Volksbegehren durchsetzen.

Mit Unterstützung von Oppositionsfraktionen im Landtag hat die Initiative "Rettet Brandenburg" ihr Volksbegehren zur Einschränkung von Windkraftanlagen gestartet. Nach bereits zwei Volksinitiativen mit bis zu 30 000 Unterschriften von Bürgern stünden die Chancen gut, nun die nötigen 80 000 Unterschriften für ein Volksbegehren zu erreichen, sagte Initiativensprecher Thomas Jacob am Samstag in Potsdam. "Wir müssen uns der Zerstörung der Brandenburger Kulturlandschaft durch Windräder entgegensetzen."

Hinter der Aktion stehen laut Jacob inzwischen 96 Bürger-Initiativen aus dem ganzen Land. Sie fordern seit Jahren einen größeren Mindestabstand von Windrädern zu Wohnhäusern und ein Verbot von Anlagen im Wald. Die Initiative befürchte gesundheitliche Auswirkungen für Menschen durch den Infraschall der Windräder und schwere Schäden für Wälder und Wildtiere.

"Jedes Jahr sterben in Deutschland mindestens 240 000 Fledermäuse, weil ihnen der erzeugte Unterdruck die Lungen zerreißt", sagte der Vorsitzende der Deutschen Wildtier Stiftung, Fritz Vahrenholt. Auch die wenigen verbliebenen Horste der Schreiadler im Nordosten Brandenburgs und der Rotmilan seien in Gefahr.

Das Volksbegehren wird von der CDU, der AfD und den Abgeordneten von BVB/Freie Wähler im Landtag unterstützt. "Politik reagiert oft erst, wenn der Druck zu groß wird", sagte die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig. "Dass die Aktion inzwischen von 96 Initiativen getragen wird, zeigt, dass es eine große politische Kraft geworden ist."

Für das Regierungslager entgegnete der SPD-Abgeordnete Wolfgang Roick, ein behutsamer Ausbau der Windenergie als Alternative zur Braunkohle sei notwendig. Sein Heimatort Großräschen-Süd sei ebenfalls abgebaggert worden, dabei seien auch 5000 Hektar Wald verschwunden, sagte Roick. Beim vorgesehenen Bau von Anlagen im Wald würden dagegen nur 1800 Hektar Waldfläche benötigt.

Die oppositionellen Grünen stellen sich ebenfalls gegen das Volksbegehren. Ein größerer Mindestabstand von Anlagen zu Siedlungen würde faktisch zu einem Ausbaustopp für die Windenergie führen, erklärte die Grünen-Abgeordnete Heide Schinowsky. "Das ist aus unserer Sicht indiskutabel." Am Ausstieg aus der fossilen Energiegewinnung und an der Energiewende führe kein Weg vorbei.

Unterstützer können in den Bürgerämtern für das Volksbegehren unterschreiben. Bis zum 6. Juli ist auch Briefwahl möglich.

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Christel Schmidt 11.01.2016 - 04:16:02

Minimum an Schutz - Notwendigkeit und ein Anfang!

Eines darf nicht übersehen werden: Bei der Windkraft sprechen wir aktuell von rund 1,5% Primärenergieproduktion! Wie einfach wäre es, dies durch Einsparungen oder Effizienzsteigerung einzusparen! Gerade die Energiewende führt zu einer Renaissance der Braunkohle! Es gibt kein "weg" von der Kernkraft, sondern nur eine Verlagerung ins Ausland! Knapp 26.000 Windkraftanlagen können nicht ein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen. Es muss immer ein konventioneller Kraftwerkspark parallel laufen. Windkraftanlagen richten einen großen Schaden in der Natur an, ohne einen einziges Haushalt VERSORGEN zu können. Wälder kühlen! Weniger Wald = höhere Temperaturen = weniger CO2 Bindung Waldrodungen machen 25% der globalen CO2-Emissionen aus. Wieso kam es trotz massiven Ausbaus der Wind- und Solaranlagen zu einem erhöhten CO2-Ausstoß? Da zuviele Leute von der Energienwende profitieren, wird es schwer sein, diesen Geldhahn einfach zuzudrehen. Ein "Aus" der Windkraft oder gar einen Stopp der Energiewende zu fordern ist deshalb utopisch. Von daher ist es notwendig, ein Mindestmaß an Schutz für die Natur und Menschen zu fordern! Ich bitte jeden, der die Energiewende gut findet, sich umfassend zu informieren und nicht nur der Propaganda zu glauben. In Deutschland (Gronau) werden zB die Brennstäbe für rund 40 (!) Kernkraftwerke gefertigt. Diese werden oberirdisch gelagert und in die ganze Welt versendet. Der Vertrag für den Betrieb wurde nach Fukushima von der Bundesregierung verlängert. Im Ausland werden extra Kernkraftwerke gebaut, um Deutschland mit Strom zu versorgen (zB Kaliningrad), oder dürfen dort nicht abgeschaltet werden (zB Frankreich). Ganz offen heißt es, die Energiewende gelingt nur, wenn uns das Ausland dann mit Strom versorgt, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht (Stichwort "integrierte Strommärkte"). Die Versorgung mit ausländischen Kernkraftsstrom trägt "zur Sicherung der Energiewende" bei. Auf der anderen Seite muss das Ausland unseren Strommüll abnehmen, wenn an einem sonnigen Tag auch noch der Wind weht. Auf der Homepage der AGEB (Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen) werden diese Stromflüsse dargestellt. Eine erhöhte Produktion an Wind- oder Solarstrom (also Zufallsstrom) bedeutet mehr Müll und damit mehr Kosten. Eine Verdoppelung der WKAs bedeutet keine Verdoppelung der Produktion (bitte nicht mit 'Versorgung' verwechseln), da die besten Standorte bereits besetzt sind und auch der Wind nicht unbegrenzt vorhanden ist. Jedes Windrad bremst den Wind aus. Dies führt wiederum zu höheren Temperaturen sowie zu Schimmel- und Algenbildung. Die WKAs dezimieren Vögel und Fledermäuse und greifen so auch umfangreich in das biologische Gleichgewicht ein. So fressen beispielsweise Fledermäuse den Eichenprozessionsspinner. Weniger Fledermäuse bedeuten mehr Eichenprozessionsspinner. Letzteren sagt man seit Jahren den Kampf mit Gift an. Es gibt keinen Nachweis, dass CO2 die globalen Temperaturen erhöht. Eiskernbohrungen zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt. Dafür zeigt sich, dass die enormen Waldbrände in Indonesien (um für Biosprit-Palmen Platz zu machen) das Phänomen El Ninjo verstärkten. Dies im Übrigen auch im Namen der deutschen Energienwende Anstatt das Geld den Profiteuren der Energiewende in den Rachen zu werfen, sollte das Geld lieber für die Forschung und Entwicklung verwendet werden. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Deutschland hat sich verrannt. Das Volksbegehren ist ein Schritt in die Richtung zum Schutz von Natur und Mensch - so wie es ursprünglich von der Energiewende angedacht war.

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