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SLUBASCH 15.01.2016 09:07 Uhr

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Traumzauberbaum lebt weiter - Reinhard Lakomys Vermächtnis

Berlin (MOZ) Am kommenden Dienstag wäre der "Traumzauberbaum"-Komponist Reinhard Lakomy 70Jahre alt geworden. Wie die Geschichtenlieder-Show ohne ihren Star weitergeht und was von der geplanten Geburtstagsgala zu erwarten ist, darüber hat Stephanie Lubasch mit seiner Frau Monika Ehrhardt-Lakomy gesprochen.

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Waren mehr als 35 Jahre verheiratet: Monika Ehrhardt-Lakomy und Reinhard Lakomy (1946-2013)

© promo

Frau Ehrhardt-Lakomy, im März werden es drei Jahre, seit ihr Mann gestorben ist. Das Erste, was man damals gehört hat, war, dass die "Traumzauberbaum"-Aufführungen auch ohne ihn weitergehen sollen. Wie hat sich das eingelöst?

Es war ein Freitag, als Lacky das letzte Mal auf der Bühne stand. Von einem Tag auf den anderen Tag trat ein, was wir alle befürchtet hatten: Die nächste Vorstellung schaffte er nicht mehr. Wir hatten für diesen Fall ja alles schon durchgesprochen und umarrangiert, hatten aber dennoch große Bedenken. Dann rief er mich an: Er sei schon seit 47Minuten nicht auf der Bühne, und doch würde die Show laufen, lachten die Zuschauer an den gleichen Stellen. Da wussten wir, es hängt an der Marke, nicht an ihm. Das zu sehen, war für Lacky eine große Erleichterung. Bis heute sind die Vorstellungen ausverkauft, die Leute dankbar, dass wir weitermachen.

Wie war das für Sie, nun plötzlich die Verantwortung für das Ensemble zu übernehmen?

Ich habe die Spielbücher und Texte zu allen 14 CDs geschrieben, Lacky die Musik, unser gemeinsames Lebenswerk. Früher aber konnte ich mich hinter ihm verstecken, er war der Frontmann. Nach seinem Tod habe ich zuerst für das Ensemble gesorgt. Ich musste einige Veränderungen vornehmen. Ein neues Management musste her. Außerdem habe ich die gemeinnützige Traumzauberbaum-GmbH gegründet, mit der ich viele Projekte vorhabe, und ein Musikverlag ist in Gründung. Für das Ensemble arbeite ich zudem schon wieder an einem neuen Bühnenstück. Und noch in diesem Jahr wird postum eine neue CD erscheinen, "Die Sonne", der dritte Teil einer Trilogie. Sie war in Planung, die Lieder waren schon fertig. Nun muss ich alleine ran. Es ist schwer für mich, in einem fremden Studio diese CD zu produzieren. Das tut richtig weh. Aber ich bin keine Heulsuse.

Und es soll einen Kinofilm geben?

Ich bin gerade dabei, die zweite Fassung des Drehbuches zu schreiben, die erste war zu lang. Es soll ein Animationsfilm werden auf der Grundlage der ersten "Traumzauberbaum"-Geschichte. Aber es wird bestimmt noch mehr als ein Jahr dauern, bis der Film fertig ist.

Ihr Mann hat gesagt, ohne Ihre Texte und Ihre Fantasie würde es den "Traumzauberbaum" nicht geben. Könnten Sie sich vorstellen, ein weiteres Album ohne ihn zu machen?

Alles, was ich erfunden habe, wäre nicht so berühmt geworden, wenn es nicht mein Lieblingskomponist vertont hätte. Das ist alles noch so nah, weshalb ich mir schwer vorstellen kann, ganz und gar mit jemand anderem zu arbeiten. Allerdings habe ich schon eine "Traumzauberbaum 5"-Geschichte im Kopf, in der jedes Lied von einem anderen Komponisten vertont wird.

Wie ist die Idee zu der Geburtstagsgala entstanden?

Nun, Lacky wäre 70 geworden. Mit dieser Gala will ich nicht einfach nur einen Komponisten und sein großes Werk feiern. Da ich zurzeit einen Mainstream an Beliebigkeit beobachte, wollte ich die Möglichkeit nutzen zu sagen: Es gibt Maßstäbe, die muss man hochhalten als gutes Beispiel.

Wer wird alles dabei sein?

Angelika Mann und Carmen-Maja Antoni zum Beispiel, Dirk Zöllner, Josephin Busch und mein Ensemble. Gregor Gysi wird die Festrede halten. Alle treten ohne Gage auf, als Verneigung vor Lacky und seinem Werk. Anfangen werden wir mit seinen frühen Liedern - so singt Uschi Brüning "Jemand" aus seiner Jazz-Zeit. Über den Deutschrock geht es dann zur Elektronik bis hin zum "Traumzauberbaum". Alle Titel sind dafür von André Gensicke neu arrangiert worden.

Eine Renaissance der Lacky-Lieder, darauf freue ich mich. Fest steht: Es wird auf keinen Fall traurig werden! Das hätte er selbst auch so gewollt.

"70 Jahre Lacky", 19. Januar, 19Uhr, Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, Berlin-Mitte, Kartentelefon: 030 2425969

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