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1000 Jugendliche und Eltern kommen zum Berufemarkt / 75 Aussteller aus der Region

Schnee sorgt für weniger Besucher

So viele Optionen: Ulrike Dietze von der Agentur für Arbeit gibt der 13-jährigen Laura Haseloff einen Überblick über mögliche Berufsfelder. Die Eltern Iris und René Haseloff begleiten die Achtklässlerin der Goethe-Schule zur Ausbildungsmesse.
So viele Optionen: Ulrike Dietze von der Agentur für Arbeit gibt der 13-jährigen Laura Haseloff einen Überblick über mögliche Berufsfelder. Die Eltern Iris und René Haseloff begleiten die Achtklässlerin der Goethe-Schule zur Ausbildungsmesse. © Foto: Sören Tetzlaff
Simon Rayß / 24.01.2016, 20:20 Uhr - Aktualisiert 29.01.2016, 17:23
Eberswalde (MOZ) Vorm Fenster des Oberstufenzentrums II rollt ein Traktor vorbei, im ersten Stock dreht sich ein Glücksrad und eine Kuh-Attrappe lädt zum Melken ein. Die Anzeichen sind eindeutig: Es ist wieder Zeit für den Berufemarkt. Die Messe hat am Sonnabend 1000 Jugendliche und ihre Eltern ins Leibnizviertel gelockt.

Der Berufemarkt feiert doppeltes Jubiläum: Zum 20. Mal findet die Orientierungsmesse in Eberswalde statt, zum zehnten Mal ist das Oberstufenzentrum II (OSZ II) der Schauplatz. Angefangen hat alles im Jahr 1997 in der Goethe-Schule. Damals war Friedhelm Boginski (FDP) noch nicht Bürgermeister, sondern Schulleiter. Doch auch 19 Jahre später ist er mit dabei, mittlerweile als Schirmherr. "Wir haben hier den ältesten Berufemarkt in Brandenburg", konstatiert er. Mit einem Konzept, das mittlerweile auch in anderen Teilen des Landes übernommen worden sei.

Berufemarkt in Eberswalde
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Berufemarkt

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Mit Boginski sind Landrat Bodo Ihrke (SPD) und Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber gekommen, um sich auf einem Rundgang anzusehen und anzuhören, was die 75 Aussteller den Besuchern anzubieten haben. "Nachwuchs ist die beste Zukunftssicherung für die Unternehmen", sagt SPD-Politiker Gerber.

Das sieht auch die Firma Thimm Verpackung nicht anders. "Wir sind schon viele, viele Jahre beim Berufemarkt dabei", sagt Jens Ebert. Ob es nun 17 oder 18 Jahre sind, das weiß der Werkleiter des Eberswalder Unternehmens nicht mehr genau. Doch über die Bedeutung der Messe herrscht in der Firma kein Zweifel: "Wir sind fest davon überzeugt, dass wir einen Großteil unserer Auszubildenden hier gewonnen haben."

Vier bis fünf Ausbildungsplätze als Packmitteltechnologe hat das Unternehmen jedes Jahr zu vergeben. Auf diese Plätze bewerben sich derzeit zwischen 15 und 20 Anwärter. "Die Bewerberzahl ist schon zurückgegangen", berichtet Jens Ebert. Und mit ihr auch das Bildungsniveau der potentiellen neuen Mitarbeiter. "Deswegen sind wir bereit, die Jugendlichen weiter zu fördern", sagt der Werkleiter, "auch über die eigentliche Ausbildung hinaus."

Der Bauernverband Barnim muss ebenfalls auf Probleme reagieren. Auch auf die zunehmend kritische Haltung, mit der die Bevölkerung dem Thema Landwirtschaft begegnet. "Diese Entwicklung in der Gesamtgesellschaft bemerken wir schon", sagt der Verbandsvorsitzende Holger Lampe. Dabei sei aber auch spürbar, dass die meisten gar nicht so recht wüssten, was hinter den Tätigkeiten stecke.

Der Bauernverband hat eine ganze Reihe von Ausbildungsberufen zu bieten: vom Mechatroniker bis zum Landwirt. "Da ist es wichtig, auch einmal reinzuschnuppern", erklärt Lampe. Beispielsweise mit einem Praktikum. Der Berufemarkt gibt dem Verband Gelegenheit, diese Botschaft direkt an die Adressaten zu bringen. "Wir können es uns nicht leisten, die Messe nicht zu beachten", formuliert es Lampe.

1000 Besucher wird der 20. Berufemarkt, den die Agentur für Arbeit und das OSZ II gemeinsam organisieren, am Ende ins Leibnizviertel gelockt haben. 300 weniger als im vergangenen Jahr - ein Umstand, der vermutlich mit dem dichten Schneefall zu tun hat, der Eberswalde am Sonnabendvormittag heimsucht.

Max Theisinger ist dennoch gekommen. Gegen 10 Uhr tritt der 20-jährige Finowfurter ins OSZ II. Er hat zwar schon einen Job, doch nun will er schauen, ob er nicht auch einen Ausbildungsplatz findet, der ihm gefällt. Am liebsten im Kfz-Bereich. "Ich schraube schon, seit ich zwölf bin", sagt er. Zur Not würde er es aber ebenso als Krankenpfleger probieren.

Doch nicht nur Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildung sind auf dem Berufemarkt unterwegs. Jakob Hildebrandt zum Beispiel will sich über die Möglichkeiten eines Studiums informieren. Momentan besucht er die elfte Klasse im Gymnasium Finow. "Ich weiß noch nicht, was nach der Schule kommt", sagt der 16-Jährige. Beim Stand der Bundeswehr und der PCK-Raffinerie Schwedt fragt er genauer nach. Und wer weiß? Vielleicht werden auf dem 20. Berufemarkt ja auch für seine Zukunft die entscheidenden Weichen gestellt.

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