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Kooperation über Ländergrenze

Thomas Berger / 12.02.2016, 06:51 Uhr
Strausberg (MOZ) Großer Bahnhof am Donnerstag in Strausberg: Mit dem offiziellen Startschuss für das erste länderübergreifende Regionalmanagement, das drei Jahre läuft, gehen der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf und mehrere Umlandkommunen bundesweit in Vorreiterstellung.

Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff, der bei der Veranstaltung im STIC die Moderatorenrolle übernahm, hatte ein prägnantes Beispiel zu bieten, wie hinfällig die Ländergrenze im Alltag oft ist. Wenn ein Unternehmer im Hönower U-Bahnhof Zeitungen oder Brötchen verkaufe, sei er in der Bahnhofshalle in Berlin, aber auf Brandenburger Gebiet, sobald er einen Fuß nach draußen setze. Und gerade am östlichen Stadtrand, speziell an der B 1, gingen Metropole und Umlandgemeinden quasi nahtlos ineinander über, verwies Hoppegartens Bürgermeister Karsten Knobbe ergänzend auf die Draufsicht, die sich aus dem Flugzeug biete.

Das Projekt wird gefördert aus Bundes- und Berliner Mitteln im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW), allein von Senatsseite beträgt der Zuschuss 560 000 Euro, wie Staatssekretär Henner Bunde sagte. Er erinnerte daran, dass in der Hauptstadt in den 25 Jahren seit 1990 4,6 Milliarden Euro an GRW-Förderung ausgeschüttet wurden, was wiederum ein Investitionsvolumen in Höhe von 14,7 Milliarden generiert, Tausende neue Jobs geschaffen und 175 000 Arbeitsplätze gesichert habe.

Marzahn-Hellersdorf habe schon bisher mit 90 Einzelprojekten, darunter als bekanntestes die Gärten der Welt, von diesem Kuchen profitiert, werde nur noch von Treptow-Köpenick mit dem Wissenschaftsstandort Adlershof übertroffen, sagte Bunde. Und gerade seit 2011 fließe die Förderung auch verstärkt in nicht-investive Maßnahmen, also Netzwerkbildung, wie sie beim neuen Regionalmanagement im Fokus stehe. "Berlin-Brandenburg liegt da schon bundesweit an der Spitze, Vernetzung ist ein wichtiger Motor wirtschaftlicher Entwicklung." Mit dem aktuellen Projekt setze man noch eins drauf, und bereits vor dem offiziellen Startschuss jetzt strahle das aus, hätte es beispielsweise schon aus Niedersachsen Anfragen gegeben.

Neuenhagens Bürgermeister Jürgen Henze betonte, man beginne ja nicht beim Nullpunkt, es gebe schon erfolgreiche Kooperationen, gerade mit Gemeinschaftsprojekten im Blick auf die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2017. Die werde "ein wichtiger Gradmesser sein, wie das Regionalmanagement funktionieren kann", bekräftigte auch Rainer Schinkel namens der Kreisverwaltung. Es gehe nicht einfach um sinnvollen Mitteleinsatz, "sondern konkrete, belastbare Ergebnisse", machte Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler die hohe Erwartung deutlich, rief gerade die Unternehmer auf, sich aktiv einzubringen: "Fragen Sie nach, fordern Sie uns." Ihr Altlandsberger Amtskollege Arno Jaeschke ergänzte, dass man bei Erfolg vielleicht auch Initiator von noch mehr Berlin-Brandenburger Kooperation sein könne.

Das dreiköpfige Team unter Leitung von Kerstin Karrasch, angesiedelt beim STIC, ist für Veranstaltungen, Netzwerke-Aufbau und konkrete Projekte zuständig, wird beauftragt, unterstützt und kontrolliert von der Steuerungsrunde, in der gerade auch die Bürgermeister mit sitzen. Tourismus, Industrie und Gesundheitsbranche sind Schwerpunkte, ebenso werden Fragen zu Fachkräftesicherung oder Energieeffizienz im Fokus stehen.

Fredersdorf-Vogelsdorf fehlt vorerst. Er sei an einen ablehnenden Gemeindevertreterbeschluss gebunden, sagte Bürgermeister Thomas Krieger auf Nachfrage.

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