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Kinder aus Wohngruppen und der Stadt proben unter Regie des Arbeiter-Samariter-Bunds für Theaterstück im Heidekrug

Joachimsthal lässt Vampire tanzen

Schritt für Schritt: Erzieher Sven Heiden studiert gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen aus Bölkendorf und Joachimsthal die Tanzchoreografie für eine Friedhofsszene ein.
Schritt für Schritt: Erzieher Sven Heiden studiert gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen aus Bölkendorf und Joachimsthal die Tanzchoreografie für eine Friedhofsszene ein. © Foto: MOZ
Marco Marschall / 17.02.2016, 06:45 Uhr
Joachimsthal (MOZ) Es ist nicht mehr lange hin. Am 18.März ist das Stück "Jan und Dracal - eine Begegnung" im Heidekrug zu sehen. Ein halbes Jahr haben Kinder aus fünf Wohngruppen sowie aus dem Ort dafür geprobt. Der Arbeiter-Samariter-Bund konnte dabei auf breite Unterstützung zählen.

In rotes Licht hüllt der Scheinwerfer die Kinder und Jugendlichen, die auf der Bühne des Heidekrugs verstreut liegen. Als die Musik aus den Boxen dröhnt, stehen die komplett in schwarz gekleideten Mädchen und Jungs auf und bewegen sich wie Zombies in einem Horrorfilm über die Bühne. Dann nehmen sie Formation an und tanzen eine Choreografie, an deren Ende ein echter Schockeffekt wartet.

"Ihr seht mittlerweile richtig tot aus", sagt Erzieherin Jeanne Käckenmeister als die versammelte Truppe die Probe auswertet. Das ist durchaus als Lob zu verstehen. Schließlich stellen die jungen Schauspieler auch Tote dar. Keine Zombies, wie es zunächst den Anschein hat, sondern Vampire.

Die Figuren sind Teil eines Tanztheaters mit eigener Musik, bei dem die Darsteller viel mitgestalten konnten. Von der Probe am Montagabend sind die Macher überzeugt. Es war die bisher beste, wird mehrmals betont. Ausgedacht hat sich das Grundgerüst der Geschichte Sven Heiden. Wie Jeanne Käckenmeister ist er Erzieher beim ASB. Die Kinder, die sogar entscheiden durften, wie das Stück ausgeht, leben zum Großteil in Wohngruppen. Vier Gruppen aus Joachimsthal und eine aus Bölkendorf (Uckermark) sind vertreten. Zu diesen zehn Kindern gesellen sich weitere fünf aus Joachimsthal.

Vor zwei Jahren begannen die Erzieher mit der Planung. In einem Monat soll das Stück "Jan und Dracal - eine Begegnung" aufgeführt werden. "Es geht um den Jugendlichen Jan, in einer bestimmten Phase seines Lebens. Er verliebt sich in ein Mädchen, kommt mit Mutti nicht mehr klar und Chef-Vampir Dracal versucht, ihn auf seine Seite zu ziehen", umreißt Sven Heiden das Stück. Wie wird Jan sich entscheiden?

Nach etwa einer Stunde wird das Publikum am 18. März im Heidekrug mehr wissen. Der Eintritt ist frei. Die Kinder und Jugendlichen beweisen dann nicht nur ihr Tanz- und Schauspieltalent, sondern werden auch gesanglich zu hören sein. Die Musik hat Sven Heiden gemeinsam mit Ed Klang produziert, ebenfalls Erzieher und gemeinsam mit einer weiteren Kollegin ehrenamtlicher Unterstützer des Projekts. Die Gesangparts der Mädchen und Jungs wurden mithilfe eines transportablen Tonstudios im Joachimsthaler Jugendclub aufgenommen, wo auch die ersten Proben stattfanden. Den konnten die Gruppe ebenso kostenlos nutzen wie den großen Saal des Heidekrugs samt Technik.

Amtsdirektor Dirk Protzmann und Bürgermeister René Knaak-Reichstein will Jeanne Käckenmeister in der Reihe der Unterstützer nicht unerwähnt lassen. Das freie Gymnasium rührt indes die Werbetrommel, indem die Schüler die Flyer fürs Theaterstück gestalten. Und auch Revierpolizist Toralf Stiebler trug zum Gelingen des Projekts bei. In einer Filmsequenz wird sein Streifenwagen zum Einsatz kommen.

"Jan und Dracal - eine Begegnung", Freitag, 18. März, 17 Uhr, im Heidekrug Joachimsthal

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