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Polnische Lehrer füllen Lücken

Jung und motiviert: Die polnischen Lehrer Marta Bures (Mitte) und Emil Dabrowski verstärken das Team der Puschkinschule. Die stellvertretende Schulleiterin Ilsetraud Mack ist begeistert, wie engagiert sich die Neuen in den Schulalltag einbringen.
Jung und motiviert: Die polnischen Lehrer Marta Bures (Mitte) und Emil Dabrowski verstärken das Team der Puschkinschule. Die stellvertretende Schulleiterin Ilsetraud Mack ist begeistert, wie engagiert sich die Neuen in den Schulalltag einbringen. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Daniela Windolff / 23.02.2016, 07:30 Uhr
Angermünde (MOZ) Hoher Krankenstand, unbesetzte Lehrerstellen, Vertretungsstunden, Unterrichtsausfall sorgten in der Vergangenheit in der Puschkinschule für große Unruhe. Die Lehrer arbeiteten oft an der Belastungsgrenze. Eltern protestierten. Endlich entspannt sich die Situation.

Sie bringen frischen Wind und gute Laune in die Schule: Marta Bures und Emil Dabrowksi sind zwei neue Kollegen, die das Lehrerteam in der Puschkinschule verstärken. Mit der Einstellung der jungen polnischen Lehrer ist der kräftezehrende Personalnotstand in der Angermünder Grundschule vorerst beendet, so dass endlich Normalität einziehen kann. "Wir hatten zum Schuljahresstart eine unbesetzte Stelle. Ein Kollege ist verstorben, so dass nun zwei Lehrer fehlten und eine Klasse keinen Klassenlehrer hatte. Alle Kollegen arbeiteten bis zum Umfallen, immer auf Verschleiß. Bei Krankheit hatten wir keine Vertretungsreserve, weil damit die offenen Stellen kompensiert werden mussten. Wir konnten keinen Förderunterricht und keine leistungsdifferenzierte Teilung mehr anbieten und haben sogar den Stundenplan von 31 auf 30 Stunden zulasten des Sports gekürzt", beschreibt Schulleiter Siegfried Soldan den Zustand.

Man habe in den letzten Jahren immer den Mangel verwaltet, weil zu wenige Lehrer der Primarstufe in die Uckermark wollten. Mit dem Schulamt und der Stadt als Schulträger habe man zusammengesessen, um Lösungen zu suchen. Doch Lehrer fehlen überall im Land.

Bei den Eltern der Puschkinschule wuchs der Unmut über zu viel Vertretung und Unterrichtsausfall. Man befürchtete große Leistungsdefizite und Lücken im Stoff, die kaum mehr aufzuholen seien. Mit Protestbriefen suchte man Hilfe beim Staatlichen Schulamt und sogar beim Brandenburger Bildungsministerium. Die Lösung kam eher durch Eigeninitiative, als von "oben". Kollegen hörten sich um und erfuhren, dass es im Amt Gartz interessierte polnische Pädagogen gebe, die gern nach Angermünde kommen würden. Jetzt sind sie da.

"Die Neuen sind eine Bereicherung für unsere Schule. Die Kinder sind begeistert und auch von Eltern bekommen wir positive Rückmeldungen", sagt die stellvertretende Schulleiterin Ilsetraud Mack erleichtert. Marta Bures lebt seit zehn Jahren in Deutschland und hatte bisher in der Gartzer Kita als Erzieherin gearbeitet. "Ich wollte mich weiterentwickeln. Durch den Lehrermangel in Brandenburg bot sich die Chance, als Lehrerin einzusteigen. Ich habe mich beim Schulamt beworben und parallel eine Ausbildung gemacht, sagt Marta Bures. Von den Kollegen der Puschkinschule werde sie sehr gut unterstützt. Seit zwei Wochen ist sie Klassenlehrerin der 4. Klasse und unterrichtet Deutsch, Sachkunde und Kunst.

Mit ihr kam Sportlehrer Emil Dabrowski an die Puschkinschule, der schon in der Freien Schule in Angermünde und zuletzt in derSalveytalschule in Tantow arbeitete. Die Puschkinschule ist nun eine neue, spannende Herausforderung für den jungen Polen. "Es gibt hier einige Kinder, gerade Jungen, die ziemliche Probleme haben. Ich möchte Vertrauen aufbauen und Spaß am Sport vermitteln. Als Lehrer muss ich vorleben, was ich von den Kindern erwarte und schaue da weniger nach Leistung. Ich bin Sieger, wenn die Kinder nach der Schule Lust haben, sich körperlich herauszufordern, statt am Smartphone zu hocken", sagt Emil.

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