Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stechäpfel-Premiere zu Wasser und Land an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt

Lustige Kreuzfahrt mit ernster Mission

Illustre Truppe: "Rette sich, wer kann: Ein Luxusschiff legt an!" - eine satirische Oder-Kreuzfahrt auf der MS Kanal Queen feierte mit den "Schwedter Stechäpfeln" Premiere.
Illustre Truppe: "Rette sich, wer kann: Ein Luxusschiff legt an!" - eine satirische Oder-Kreuzfahrt auf der MS Kanal Queen feierte mit den "Schwedter Stechäpfeln" Premiere. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Kathrin Putzbach-Timm / 27.04.2016, 07:15 Uhr - Aktualisiert 27.04.2016, 18:01
Schwedt (MOZ) "Auf an Bord... abgelegt zum Heimatcheck", forderte das gute Dutzend Stechäpfel fröhlich sein Premierenpublikum zum Betreten der "MS Kanal Queen" auf. Am Montagabend wurden in den Uckermärkischen Bühnen die Leinen gelöst und ins Oderwasser sowie in die Wespennester der kleinen und großen Politik gestochen.

Eine illustre Gesellschaft schippert auf dem Luxusdampfer und verteilt nach allen Ufern, nach Polen und Deutschland, nach West und Ost die satirischen Seitenhiebe. Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Sogar eine Animateurin leistet sich der Kahn (Magda Zietkiewicz), die mit Assistentin Jeanette anschaulich die Verhaltensregeln an Bord erklärt. Auch die Blaukötters sind wieder dabei und die Szenen ihrer Ehe sorgen für zusätzliche Unterhaltung. Im offiziellen Kulturprogramm an Bord gibt Brigitte Metzke eine mondäne Marlene Dietrich und Oma Müller (Sabine Sommer) führt beim Landgang durch die Stadt.

Schwedt, 24.04.2016: Rette sich, wer kann: Ein Luxusschiff legt an! Eine satirische Oder-Kreuzfahrt auf der MS KanalQueen mit den „Schwedter Stechäpfeln“, Text und Regie: Heike Schmidt
Bilderstrecke

Schwedter Stechäpfel

Bilderstrecke öffnen

Trotz aller Alberei werden die Töne ernster. Die Stechäpfel scheuen sich nicht in klaren und deutlichen Worten das allgegenwärtige Flüchtlingsthema auch zu ihrem zu machen und Klischees, Vorurteile und Parolen zu spiegeln. So plädiert Kapitän (Wolfgang Storr) nicht für Obergrenzen von ankommendem Elend, sondern für die Begrenzung geschaffenen Elends, verursacht durch deutsche Panzerlieferungen.

Der Nachtwächter (Ekkehard Großmann) beruhigt die aufgelöste Passagierin (Ilona Bormann), dass ihr Sparbuch schon weltweite Finanzkrisen und regionale Fehlinvestitionen unbeschadet überstanden hat und so auch diese Krise überleben und lediglich den deutschen Hochmut kosten wird. Und "die Glotzmann" (Brigitte Metzke) als Housesitterin in der Eigenheimsiedlung am Deich macht Politik mit dem Putzlappen und hat eine zündende Idee, die alle Gemüter und Gesinnungen freuen dürfte.

Zwischendurch wird die unendliche Geschichte der gesperrten Landgrabenbrücke am Meyenburger Hang nach der Melodie von "Sieben Brücken" besungen. Nur der Bürgermeister bleibt diesmal verschont. Und wenn die Seefahrt sich dem Ende neigt, heißt es nach Brechts Ballade vom Untergang, kraftvoll vorgetragen von Ingrid Fuhrmann und begleitet von Annette Lorenz: "Lasst uns unser gewohntes Schwedt."

Weitere Vorstellungstermine unter www. Schwedterstechaepfel.de oder auf Facebook

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG