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Jugendfeuerwehr pflegt seltenen Lebensraum

Im Wald und auf der Heide: Mit Baumscheren, Spaten und Äxten rückte der Feuerwehr-Nachwuchs Baumtrieben zu Leibe, die Wacholder und Heidepflanzen das Licht stehlen.
Im Wald und auf der Heide: Mit Baumscheren, Spaten und Äxten rückte der Feuerwehr-Nachwuchs Baumtrieben zu Leibe, die Wacholder und Heidepflanzen das Licht stehlen. © Foto: Eva Eismann
Eva Eismann / 02.05.2016, 03:29 Uhr
Bergfelde (OGA) "Ich bin im Wald. Wir machen die Wacholderheide-Aktion mit der Jugendfeuerwehr." Erst zum zweiten Mal hat Marian Przybilla den Feuerwehr-Nachwuchs von Hohen Neuendorf zu Besuch bei sich am Naturschutzturm. Aber es klingt schon völlig selbstverständlich, wie er am Handy seinen aktuellen Aufenthalt erklärt.

Seit neun Uhr schon arbeiten die drei Jugendfeuerwehr-Trupps aus Bergfelde, Borgsdorf und Hohen Neuendorf am Sonnabend auf dem schmalen Streifen zwischen den Bäumen - etwa dreißig Kinder und Jugendliche insgesamt, überschlägt Oliver Warneke, Stadtjugendwart der Freiwilligen Feuerwehr. Schon von weitem sind ihre orangenen Uniformjacken durch das Grün zu sehen, hallen die Axtschläge.

Ausgewachsene Bäume allerdings sind bei dieser Aktion nicht Przybillas Hauptaugenmerk. "Lasst die Zweige nicht hier liegen", mahnt er die Kinder, "sonst haben wir hier wieder Nährstoffe drin." Und genau das soll die Aktion eigentlich verhindern. Denn die typische Heidelandschaft ist ein nährstoffarmer Lebensraum - und heute viel zu selten geworden, bedauert der Naturschützer.

Außerdem brauchen Heidekraut und Wacholder viel Licht. Büsche und Bäume machen ihnen das streitig. Vor allem die Amerikanische Traubenkirsche ist Marian Przybilla ein Ärgernis. Bis zu 200 Meter im Jahr breite sich der einst als Zierpflanze eingeführte Baum aus. "Und die Rehe gucken die nur an und sagen sich: Das kennen wir nicht." So braucht die Waldjugend immer wieder weitere starke junge Arme, die helfen, schon die jungen Triebe auszugraben, mitsamt Wurzeln. Und die Jugendfeuerwehr, lobt Przybilla, "hat heute unheimlich viel geschafft".

Das freut auch Oliver Warneke. "Viele Jugendfeuerwehren machen einen Umwelttag, sammeln etwa im Wald Müll. Wir haben hier die Chance, uns für etwas besonders Erhaltenswertes und Kostbares einzusetzen."

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