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Dietrich Schröder 17.05.2016 21:00 Uhr

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Wo die Geschichte der Neumark bewahrt wird

Fürstenwalde (MOZ) Es gibt nur anderthalb bezahlte Planstellen für sie. Der Rest wird ehrenamtlich oder im Rahmen von Projektarbeit erledigt. Und doch bewahren die Mitarbeiter der Stiftung und des Hauses Brandenburg in Fürstenwalde die Erinnerung an 700 Jahre märkischer Geschichte. Denn das Haus in der Parkallee 14 beschäftigt sich mit den Gebieten östlich von Oder und Neiße, die bis 1945 zu Brandenburg gehörten und nach dem Krieg polnisch wurden.

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Am Modell der Johanniter-Burg Lagow: Bibliothekarin Maria Petzoldt, Veronica Kölling und Wolfgang Krogel, der Vorsitzende des Landesverbandes der Archivarinnen und Archivare.

© MOZ/Bettina Winkler

An jedem der 32000 Objekte - vorwiegend historische Fotos und Postkarten, aber auch seltene Bücher, Zeitungen, Gemälde, Modelle von Bauten und andere Archivalien - hängen persönliche Erinnerungen. "Das Modell des 1945 zerstörten Küstriner Schlosses hat ein Vertriebener von dort nach dem zweiten Weltkrieg anhand von Fotos und seiner Erinnerungen gebaut", erläutert Maria Petzoldt. Sie ist halbtags als Leiterin der Bibliothek angestellt, im Laufe der Zeit aber immer mehr zur Archivarin geworden. "Denn im vergangenen Jahrzehnt haben uns die meisten der Heimatkreise von Soldin über Landsberg bis zum einstigen West- und Ost-Sternberg ihren Fundus übergeben" sagt sie. Seit 2011 wird alles systematisch erfasst und in die Internet-Datenbank eingestellt.

"Im Unterschied zu anderen deutschen Vertreibungsgebieten wie Schlesien oder Pommern gab und gibt es für das einstige Ostbrandenburg nie ein institutionell gefördertes Landesmuseum", stellt der Vorsitzende des Landesverbandes der deutschen Archivarinnen und Archivare (VDA), Wolfgang Krogel, heraus. Die Tatsache, dass in Fürstenwalde eine Arbeit geleistet wird, die Bundesländer wie Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern viel intensiver unterstützen, sei auch einer der Hauptgründe dafür gewesen, den diesjährigen Brandenburger Archivpreis an diese Einrichtung zu vergeben. "Sie bewahren das Vermächtnis und die Erinnerungen von 650000 Brandenburgern, die vor dem Krieg östlich der Oder lebten und von denen mehr als 40 Prozent die Flucht und Vertreibung nicht überlebten", betont der Laudator. Hinzu komme, dass die Stiftung und der Freundeskreis des Hauses regelmäßige Vorträge und Exkursionen anbieten sowie mit Polen zusammen arbeiten, die an der deutschen Vergangenheit ihrer heutigen Heimat interessiert sind.

Der Kurator der Stiftung, Karl-Christoph von Stünzner, verweist darauf, dass das Haus inzwischen aus allen Nähten platzt und man auf Suche nach einer neuen Heimat ist. Das ehemalige Jagdschloss in Fürstenwalde oder auch die Friedenskirche in Frankfurt(Oder) kämen aus seiner Sicht dafür in Frage. Vor allem aber wünsche man sich weiterhin großes Interesse und auch Unterstützer für die Arbeit.

www.stiftung-brandenburg.de

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