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Sven Klamann 30.05.2016 07:50 Uhr - Aktualisiert 30.05.2016 17:55 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Auf die Spitze getrieben

Chorin (MOZ) Beim Spitzenfrühling in Chorin haben die Veranstalter am Wochenende die Brauchtumspflege auf die Spitze getrieben. In Vorträgen, Ausstellungen und Kursen wurde vergnüglich Wissen vermittelt. Wer alle Stationen des Spitzenpfades absolvieren wollte, brauchte viel Puste.

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Waltraud Schönebeck (l.) und Bärbel Pöhle, beide aus Berlin, tauschen sich über die unterschiedlichsten Klöppeltechniken aus, die für die Spitze dieses Hochzeitskleides verwendet wurden.

© Andreas Gora

"Ich bin mehr als angetan davon, wie viel Herzblut in dieser tollen Veranstaltung steckt", zeigte sich Jörg Matthes, der neue Amtsdirektor von Britz-Chorin-Oderberg, begeistert von der Leistungsschau, die maßgeblich durch die Fachgruppe Klöppeln des Eberswalder Kulturbundes und die Handarbeits- und Kreativgruppe Chorin aus der Taufe gehoben worden war. Dabei hatte der Verwaltungsleiter noch längst nicht alle Blickfänge entdeckt. Ihn freue dieses Zeugnis einer lebendigen Dorfgemeinschaft, sagte Jörg Matthes.

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Spitzenfrühling in Chorin

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

Spitzenfrühling in Chorin am 28. Und 29. Mai in Chorin © MOZ / Andreas Gora und Sven Klamann

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Und Chorins Bürgermeister Martin Horst erklärte, dass er ungemein glücklich wäre, wenn der Spitzenfrühling zur Tradition würde. "Dieses tolle Angebot hat das Format, sich zu einem Tourismusmagneten zu entwickeln", urteilte das Dorfoberhaupt. Alles sei wirklich spitzenmäßig.

"Es war einfach an der Zeit, die Spitze als handwerkliche Leistung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu würdigen", sagte Gisela Klamann aus Chorin, die sowohl der Fachgruppe Klöppeln als auch der Handarbeits- und Kreativgruppe vorsteht. Den Spitzenfrühling hätten zahlreiche Unterstützer gemeinsam vorbereitet. Erste Absprachen dazu habe es bereits vor zwei Jahren gegeben, als noch die Aussicht darauf bestand, dass die Deutsche Spitzengilde ihre Jahrestagung 2016 in Chorin abhalten könnte. Doch im März sei die Absage eingetroffen. "Da haben wir uns in einer Krisensitzung entschlossen, selbst ein Programm auf die Beine zu stellen", betonte die Organisatorin, die mindestens das halbe Dorf mit ihrer Begeisterung angesteckt und überdies Bekannte aus ganz Deutschland motiviert hat, für ein Wochenende Spitzen aller Art in Chorin auszustellen.

Den Weg zu den einzelnen Stationen des Spitzenfrühlings wiesen 25 geklöppelte Naturschutzeulen, die auf Baumscheiben befestigt worden waren. Das Holz dafür hatten Chorins Kleintierzüchter zurechtgeschnitten.

Einsame Spitze war bereits die Modenschau der Choriner Kita "Waldwichtel", mit der die Leistungsschau der Klöppel-Künstler eröffnet wurde. 30 Mädchen und Jungen wandelten in Märchenkleidung über den Laufsteg, der sich vor dem Hotel Haus Chorin befand. "Wir haben mit unseren Kindern seit Januar an dem Projekt ,Unsere Märchenwelt' gearbeitet", berichtete die Kita-Leiterin Carola Mieseler. Alle Mädchen glichen Prinzessinnen, alle Jungs sahen aus wie Prinzen auf dem Weg zu einer Kinderhochzeit. Derweil konnte im Waldseehotels Frenz ein echtes Brautkleid besichtigt werden. In dem mit Spitzen verzierten Blickfang war Marie Müller, geborene Schönefeld, 1912 in Senftenhütte mit ihrem Wilhelm vor den Traualtar getreten. Ganz in Schwarz übrigens. "Das war damals auch bei freudigen Anlässen noch eine gängige Farbe", berichtete Uwe Pöhle aus Berlin, der zu den vielen bis in die Fingerspitzen motivierten Mitstreitern des Spitzenfrühlings gehörte. Weiß habe sich für die Brautmode erst nach und nach durchgesetzt, nachdem Elisabeth von Österreich-Ungarn, bekannt als Sissi, in einem Kleid dieser Farbe 1854 in Wien Kaiser Franz-Joseph ehelichte.

Dass die Hugenotten auch ihre Liebe zur Spitze als textilem Schmuck in die Region mitgebracht haben, war in einem Vortrag zu erfahren, den Gisela Klamann gehalten hat.

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