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Herthamoor droht Austrocknung

Naturschützer vor Ort: Auf einer Besichtigung des Bergfelder Herthamoors informierten sich Interessierte über die Flora und Fauna des sensiblen Feuchtgebietes. Foto: privat
Naturschützer vor Ort: Auf einer Besichtigung des Bergfelder Herthamoors informierten sich Interessierte über die Flora und Fauna des sensiblen Feuchtgebietes. Foto: privat © Foto: privat
Jürgen Liebezeit / 07.06.2016, 04:00 Uhr
Bergfelde (OGA) Dringenden Handlungsbedarf sehen die Hohen Neuendorfer Bündnisgrünen nach der Besichtigung des Bergfelder Herthamoors. Sie befürchten das Austrocknen des sensiblen Feuchtgebietes.

Rund 25 Naturschützer und interessierte Bürger nahmen kürzlich an dem Spaziergang durchs Herthamoor teil. Hintergrund für den Vor-Ort-Termin ist das Ende 2014 von der Stadt Hohen Neuendorf in Auftrag gegebene Pflege- und Entwicklungskonzept für das Biotop, das derzeit kontrovers diskutiert wird. So konnten sich die Mitglieder im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt nicht darauf einigen, welche Maßnahmen welche Priorität genießen sollen. Offen blieb auch, ob beziehungsweise in welcher Form Durchwegungen angemessen sind. "Uns erschien eine fundierte Debatte um dieses sensible Thema ohne einen Ortstermin auch kaum sinnvoll", begründete Oliver Jirka (B 90/Grüne) den Ausflug.

Fachlich unterstützt wurden die Lokalpolitiker durch die Biologinnen Martina Wagner und Friederike Blenau sowie durch den ehrenamtlichen Naturschützer Helmut Gericke und Marian Przybilla vom Naturschutzturm der Deutschen Waldjugend.

"Relativ schnell wurde deutlich, dass es aus Gründen des Natur- und Klimaschutzes nur ein Ziel geben kann - die derzeitigen Moorflächen schnellstmöglich zu sichern, zu stabilisieren und eine Wiedervernässung angrenzender Flächen zu fördern", fasst Jirka in einer Pressemitteilung das Ergebnis des Spaziergangs zusammen. "Trocken fallende Moore setzen durch organische Zerfallsprozesse unglaubliche Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre - das muss natürlich verhindert werden", so der bündnisgrüne Stadtpolitiker. Dazu müsse das Risiko eines unkontrollierten und unbeabsichtigten Wasserabflusses verringert werden. Ein Austrocknen des Gebietes wäre der schlimmste anzunehmende Fall.

Zu den Sofortmaßnahmen zählen nach Einschätzung der Bündnisgrünen auch die Pflege- und Schnittmaßnahmen im Bereich Seggenmoor, um den dortigen Trockenfall zu verhindern und ungewünschte Nährstoffeinträge zu reduzieren. Vorstellbar wäre dort eine ehrenamtliche Pflegeaktion.

Zu den unwichtigeren Maßnahmen am Herthamoor zählen die Bündnisgrünen derzeit den Bau einer Steganlage oder einer Schautafel. "Eine vollständige Durchwegung der sensiblen Fläche sollte aus der Wunschliste gänzlich gestrichen werden", fordert Oliver Jirka. "Diese Projekte kosten ein Vielfaches des Betrages, der nötig wäre, um originären Naturschutz zu betreiben", verweist Karsten Poppe auf finanzielle Aspekte des Pflege- und Entwicklungskonzeptes.

Das umstrittene Konzept wird am 5. Juli wieder auf des Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt stehen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Rathaus.

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