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Gabriele Rataj 12.06.2016 05:51 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Bürgerschaft lehnt Windpark ab

Müncheberg (MOZ) Am Freitag haben Vertreter der Bürgerinitiative Hoppegarten im Rathaus eine Liste mit Unterschriften von 175 Einwohnern des Ortsteils gegen den "Windpark Mittelheide" übergeben. Sie soll Bürgermeisterin und Stadtverordneten zugeleitet werden.

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Öffentliche Übergabe: Auf Münchebergs Rathaustreppe nimmt der stellvertretende Bürgermeister Reinhard Eichler (l.) die Liste mit 175 Unterschriften des Hoppegartener Bürger-Neins zum "Windpark Mittelheide" durch Willy Langnickel von der BI Hoppegarten/Mü.

© MOZ/Gabriele Rataj

Im Müncheberger Stadtforst, in einem Gebiet von etwa 270 Hektar, könnten sich in absehbarer Zeit neun, rund 200 Meter hohe Windkraftanlagen drehen. In diese Richtung gehen Pläne, die die Stadtverordneten seit geraumer Zeit ins Auge gefasst haben. Jetzt aber kommt Gegenwind auf.

Der Wald kann sich nicht wehren - Nein zum "Windpark Mittelheide". So steht es groß auf dem Papier, das 175 Bürger aus dem Müncheberger Ortsteil Hoppegarten eigenhändig unterschrieben haben. Binnen einer Woche hat die Bürgerinitiative (BI) damit den überwiegenden Teil der Einwohner sensibilisiert und zu Akteuren gemacht. Am Freitag überbrachten mehrere BI-Vertreter im Rathaus zu einem vorab dort vereinbarten Termin die entsprechenden Papiere.

Überraschung gab es allerdings auf beiden Seiten. Die BI-Vertreter trafen nicht auf die erwartete Bürgermeisterin und der stellvertretende Bürgermeister Reinhard Eichler wurde unvorbereitet mit dem Anliegen konfrontiert. Zeit für ein ausführliches Gespräch gab es dennoch, was sich umso wichtiger erwies, als es bereits zum Bürgerforum im Mai Informationsdefizite gegeben haben soll. Eine Antwort auf mehrfache Nachfragen zur öffentlichen Auslegung des Vorentwurfs zum B-Plan hätte es dort nicht gegeben, hieß es von den Vertretern der BI.

Doch am Freitag endete die vierwöchige öffentliche Auslage des Vorentwurfs zum Bebauungsplan "Windpark Mittelheide" bereits und damit zunächst die erste Gelegenheit, sich in schriftlicher Form dazu zu äußern. "Es handelt sich noch nicht um ein abgeschlossenes Verfahren", zeigte Eichler daher den Weg weiteren bürgerschaftlichen Eingreifens auf. Es sei erfreulich, wenn sich Bürger nicht erst interessieren, wenn die Bagger vor dem Haus anrückten, sagte er. Notwendig ist dazu der gelegentliche Blick in den kommunalen Schaukasten.

Überdies nutzten die BI-Vertreter die Gelegenheit, dem Vizebürgermeister die ganz persönliche Motivation ihres Aktivwerdens darzulegen. Unabhängig von Alter, Geschlecht, ob Alteingesessener wie Peter Lindenberg, nach der Wende zugezogen wie Ute Baumgärtel oder taufrischer Hausbauer wie Willy Langnickel - sie alle eint der Wunsch, die zusammenhängenden Landschafts- und FFH-Schutzgebiete als Natur- und Erholungsraum zu bewahren und nicht zu zerschneiden oder verschwinden zu lassen, die mit Windkraftanlagen verbundenen unkalkulierbaren Risiken wie z. B. Brandgefahr zu bedenken und Energiewende nicht nur zu Gunsten des Kapitals zu fördern.

Im April hatte die konzertierte Aktion von Bürgern aus dem Ortsteil die Stadtverordneten in Sachen Photovoltaikanlage in der alten Kiesgrube zum Umschwenken bewegt. Das Gremium lehnte das beabsichtigte Aufstellen eines dazu erforderlichen Vorhaben- und Erschließungsplanes ab.

Jetzt erhoffen sich die Akteure, dass die Stadtverordneten "noch einmal in sich gehen" und sich die Tragweite bisheriger Beschlüsse in der Sache vor nächsten Entscheidungen verdeutlichen, wie es Manfred Andree ausdrückte. Die BI Hoppegarten wird aufmerksam und kritisch dabei sein.

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