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Rettet den Bahnhof Medewitz!

Für eine Wiedereinführung des Stundentaktes der Regionalbahn kämpfen die Medewitzer Bürger.
Für eine Wiedereinführung des Stundentaktes der Regionalbahn kämpfen die Medewitzer Bürger. © Foto: MZV
Juliane Keiner / 15.06.2016, 11:07 Uhr
Medewitz (MZV) Die Bürger von Medewitz, vertreten durch den Ortsbeirat Medewitz und den Heimatverein Medewitz, haben zu Beginn der Woche einen Offenen Brief an die brandenburgische Verkehrsministerin Kathrin Schneider versandt und den Brief auf der Homepage www.medewitz-mark.de veröffentlicht. Zentrale Forderung: die Wiedereinführung des Stundentakts der Regionalbahn RE 7 am Bahnhof

Bereits im vergangenen Jahr waren die Medewitzer im Potsdamer Landtag vorstellig geworden und hatten der Ministerin eine Unterschriftenliste und eine Petition überreicht. Da keine Reaktion erfolgte, haben die Medewitzer nunmehr ein ausführliches Schreiben verfasst, das die Probleme infolge der Taktausdünnung umfassend beschreibt. Zugleich werden die Zukunftschancen aufgezeigt, die für den Ort mit stündlicher Direktanbindung nach Potsdam und Berlin gegeben sind.

Robert Pulz, Vorsitzender des Heimatvereins Medewitz: "Die Absenkung des Stundentakts der Regionalbahn auf einen Zweistundentakt hat zu einer starken Belastung der Pendler in Medewitz geführt. Sie müssen jetzt mit Autos zu den Nachbarbahnhöfen fahren und zusätzlich Geld und Zeit aufwenden, um zur Arbeit zu kommen. Die Nutzerzahlen des Bahnhofs in Medewitz sind dadurch um 20 Prozent eingebrochen, was absehbar zu einer Schließung des Bahnhofs führen wird. Es ist nicht hinnehmbar, wie hier ohne Not die Pendler, aber auch Behinderte, Schüler, Auszubildende, Arme, Alte, die auf die Zugverbindung angewiesen sind, belastet werden. Zudem werden Zukunftschancen für den Ort und für die Region zerstört."

Matthias Wilke, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Potsdam-Mittelmark: "Inklusiv leben heißt Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglichen. Es ist von daher unverständlich, an einer sanierten Bahnstrecke Haltepunkte bewusst unsaniert zu lassen und nicht barrierefrei zu gestalten. Das zeitliche Ausklammern fördert die Landflucht und zerstört funktionierende soziale Gemeinschaften und Quartiere. Die vor Ort bestehenden sozialen Einrichtungen verlieren einen Standortvorteil der Erreichbarkeit für Menschen, die ohnehin schon an sozialen Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt sind. Eine Verschiebung auf andere Verkehrsträger ist nicht ressourcenschonend und unökologisch."

Der mit dem Zweistundentakt einhergehende Einbruch der Nutzerzahlen am Bahnhof Medewitz, so der Brief der Medewitzer, werde absehbar die Schließung des Bahnhofs nach sich ziehen. Die bereits sichtbaren und vielfältigen Entwicklungschancen für den Ort und die Region, die eng mit den Bahnhöfen und der Direktverbindung nach Berlin verknüpft seien, würden damit im Ansatz zerstört. An Ministerin Schneider wird die Forderung gerichtet: "Beenden Sie den unsinnigen Zustand, dass die Züge alle zwei Stunden an Medewitz vorbeifahren, geben Sie uns den Stundentakt zurück und sichern Sie dem Ort und der Region die damit verbundenen Zukunftsperspektiven! Wir fordern Sie auf: Zeigen Sie Weitsicht und Gestaltungswillen! Verankern Sie in der Mobilitätsstrategie 2030, die zur Zeit in Ihrem Ministerium erarbeitet wird, dass Orte, die an Bahnhöfen liegen, insbesondere solche mit Direktverbindung nach Berlin, wichtige zukünftige Entwicklungskerne sind, die nicht der Schwarzweißlogik von dynamischer Metropole und sterbender Peripherie unterworfen werden dürfen und besonders gefördert werden müssen."

Die Medewitzer bitten alle Bürger und auch alle Firmen, Vereine, Institutionen, Organisationen, die ihr Anliegen unterstützen, um eine kurze Email an die Adresse rettetbahnhofmedewitz@medewitz-mark.de . Für weitere Aktionen zur Rettung des Bahnhofs Medewitz soll ein Unterstützernetzwerk aufgebaut werden.

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