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Viktoria Hohlfeld 26.06.2016 16:02 Uhr
Red. ,

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500 Deckel für eine Impfung

Schorfheide (MOZ) Fast alle Flaschen, die wir im Alltag benutzen, werden recycelt. Doch die Kunststoffdeckel darauf sind aus einem anderen und hochwertigeren Material als die Flaschen. Einige Wertstoffhöfe recyceln diese Deckel. Beim Weiterverkauf dieses Stoffes bekommen die Wertstoffhöfe bis zu 300 Euro pro Tonne.

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Wertvolles Plastik: Die Klasse 1 a aus der Schule Finowfurt beteiligt sich an der Sammelaktion der Einrichtung. Bisher haben sie 37 650 Verschlüsse zusammengebracht, was 75 Impfungen gegen Kinderlähmung entspricht.

© Viktoria Hohlfeld

Mit diesen Wertstoffhöfen hat sich "Deckel Drauf e.V." zusammen geschlossen. Gemeinsam mit der Unterstützung vom Rotary Club wird dieses Geld genutzt, um Kinder gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz Polio) zu impfen. 500 Deckel wiegen genau ein Kilogramm und können einem Kind ein gesundes Leben ermöglichen.

Viele Supermärkte, Unternehmen sowie Schulen und Kindergärten haben sich dieser Aktion angeschlossen und sammeln jeden Plastikdeckel von Wasserflaschen, aber auch von Zahnpasta-Tuben oder Ketchup-Flasche.

Die Oberschule in Finowfurt (mit integrierter Grundschule) hat sich dieser Aktion angeschlossen. Der verantwortliche Lehrer, Stefan Hohlfeld, wurde in einem Supermarkt auf "Deckel sammeln gegen Polio" aufmerksam und setzte sich mit dem lokalen Rotary Club, der den Deckel Drauf e.V. sehr stark unterstützt, in Verbindung, um die Aktion an seiner Schule einzuführen.

Die Reaktionen der Mädchen und Jungen waren äußerst positiv. Sie hielten es für sehr gut, anderen Menschen zu helfen, ohne Geld dafür ausgeben zu müssen. "Außerdem", so Hohlfeld, "fördert es das außerschulische Engagement der Schüler." Dabei können die sammelnden Schüler gute Leistungen erbringen, die nichts mit Tests oder Hausaufgaben zu tun haben. Außerdem fördert es die Öffentlichkeitswirkung und hat einen gewissen Wettbewerbscharakter gegenüber den anderen teilnehmenden Schulen.

Besondere Leistungen erbringt die Klasse 8a von Edith Graunke, die bereits 92 kg Deckel (45 800 Stück) gesammelt hat. Die Klasse hat erst spät begonnen, Deckel zu sammeln. Regelmäßig gehen jetzt die Schüler in einen Getränkemarkt, um dort die bunten Schraubverschlüsse am Pfandautomaten abzufangen.

Die meisten Deckel haben Maximilian Linde (14), Marvin Glocke (13), Paul Volgmann (14), Oliver Nork (14) und Armani Ali (14) aus Klasse acht mitgebracht. Sie sind sich einig: Es geht nicht darum, mit den meisten Deckeln am Ende zu gewinnen, sondern so viele Menschen wie möglich zu retten. "Wir binden die Zählungen und Statistiken mit in den Matheunterricht ein, so kann jeder noch etwas dabei lernen", erklärt Klassenlehrerin Frau Graunke.

Auch in der 7. Klasse ist die Aktion gegen Kinderlähmung gut angekommen. Die meisten Schüler haben teilgenommen und sind begeistert von dem Ehrgeiz aller. So auch Maurice Beyer (12): "Ich möchte nur den Kindern helfen und ich finde es schade, dass einige meiner Klassenkameraden nicht mitmachen. Es ist eine gute Sache mit wenig Aufwand." So denken auch seine Mitschüler Adia Rieck (13) und Lukas Ehrhardt (13), die erklären, dass sie bereits 75 kg (37 650) Verschlüsse zusammen haben. Stefan Hohlfeld ist Klassenlehrer der 7c und bindet die Deckelsammelaktion ebenfalls mit in den Matheunterricht ein.

Auch die Kleinsten wollen helfen. Die Klasse 1a von der integrierten Grundschule möchte so viele Deckel wie möglich sammeln, um den Kindern zu helfen, denen es nicht so gut geht wie ihnen. Auf die Frage, welchen Preis sie sich vorstellen könnten, antworten sie knapp: "Kinderleben sollen gerettet werden." Die Sechs- bis Siebenjährigen haben bereits 37650 Deckel gesammelt. "Das sind 75 Kinderleben", verkündet eine Erstklässlerin stolz.

Die gesamte Schule hat insgesamt rund 700 kg Deckel (342000 Stück) gesammelt. Das bedeutet: Knapp 700 Kindern wurde eine Impfung gegen Kinderlähmung ermöglicht. Die Aktion wird noch bis zu den Sommerferien weitergeführt und dann der Sieger gekürt.

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