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Spuren einer versunkenen Industrie-Welt

Die Tafeln wie diese an der Eberswalder Stadtschleuse haben eine stattliche Größe. Gestaltet wurden sie von Juliane Metz und Hans Florian Müller-Hermelink.
Die Tafeln wie diese an der Eberswalder Stadtschleuse haben eine stattliche Größe. Gestaltet wurden sie von Juliane Metz und Hans Florian Müller-Hermelink. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 19.07.2016, 07:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Sie lassen sich überall entlang des Finowkanals finden: Spuren einer vergangenen Industriekultur. Rundfunkversuchsstation, Papierfabrik Wolfswinkel, Chemische Fabrik - damit Besucher diese Fährten besser lesen können, hat die Eberswalder Stadtverwaltung begonnen, insgesamt 16 Infotafeln entlang des Weges aufzustellen.

Acht stehen bereits, acht weitere folgen im kommenden Jahr. Da sich die Standorte auch auf Schorfheider Territorium erstrecken, ist die Großgemeinde ebenfalls mit im Boot, genauso wie die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal (KAG) und der Verein "Unser Finowkanal". Dessen Mitglieder lieferten auch die Initialzündung für das Projekt, das zu 70 Prozent aus Fördermitteln des sogenannten Regionalbudgets finanziert wird. Den Rest trägt die Stadt Eberswalde, rund 7500 Euro.

"Touristen am Treidelweg sollen sich ein Bild davon machen können, was es hier alles mal gab", sagt Jan König, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Tourismus, vor Kurzem bei der Präsentation der Tafeln. Sie sind auf Deutsch und Englisch beschriftet und zeigen jeweils drei historische Aufnahmen vom Standort. "Unser Ziel war es, dass man Lust bekommt, am Kanal entlangzuradeln", sagt Hans Florian Müller-Hermelink von der Firma Goldland-Media, die gemeinsam mit der Agentur Metzworking das Projekt umgesetzt hat.

Die Unternehmen, die beide ihren Sitz in Berlin haben, konnten sich in der Ausschreibung der Stadt durchsetzen. "Der Auftrag kam im Oktober 2015", berichtet Juliane Metz von Metzworking. Anschließend habe sie drei, vier Monate mit der Recherche verbracht. "Das war klassische archäologische Arbeit", sagt sie. Juliane Metz muss es wissen, schließlich ist sie selbst von Hause aus Archäologin.

Sie hat sich im Kreisarchiv, im Museum und bei Ortsansässigen auf die Suche nach Informationen und Fotografien begeben. "Ich musste häufig auf historische Postkarten zurückgreifen", sagt Juliane Metz. Innenaufnahmen aus den Anlagen seien leider Mangelware.

Nachdem sie die Informationen zusammengetragen und erste Entwürfe der Tafeln angefertigt hatte, wurden die Zwischenergebnisse im März in einem Tourismus-Forum präsentiert. Die rund 50 Besucher haben ihr weitere wichtige Hinweise gegeben. "Da kam eine Menge Feedback", sagt sie.

Bis auf die Endabnahme ist auch die zweite Hälfte der Schilder bereits fertig. Aus Kostengründen verteilt die Stadt das Aufstellen auf zwei Haushaltsjahre. Außerdem soll bis Ende August eine kostenlose Broschüre herauskommen, die auf rund 50 Seiten durch die versunkene Industrielandschaft von Eberswalde und Schorfheide führt.

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