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Maria Neuendorff 22.07.2016 21:21 Uhr

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Baden mit reinem Gewissen

Berlin (MOZ) Pack die Badehose ein, heißt es derzeit auch in der heißen Großstadt. Doch in den Freibädern wird es eng. Wie gut, dass nun auch wieder der Badesee in der Wuhlheide eröffnet hat. Er verspricht nicht nur Abkühlung, sondern ist auch ein einmaliges Pilotprojekt für ökologische Sanierung.

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Prominenz zur Eröffnung: Ex-Leistungsschwimmerin Britta Steffen (M.) bei einer Floßfahrt in der Wuhlheide. Die Olympiasiegerin studierte Wirtschaftsingenieurwesen für Umwelt und eröffnete deshalb den sanierten Badesee.

© dpa

Die Passagiere in der dampfenden Parkeisenbahn können die nächste Station in der Hitze kaum erwarten. "Badesee" steht auf dem Bahnhofsschild. Dort, wo es anderthalb Jahre wegen einer Baustelle keinen Grund zum Aussteigen gab, tummeln sich nun wieder Familien am Sandstrand und picknicken im Schatten der Bäume rund um das glitzernde Nass. Neu sind nicht nur Schaukeln, Duschen und Umkleiden, sondern auch die zwei Schilfbeete, in denen Frösche quaken.

Sie wurden angelegt, um das Wasser auf natürliche Weise zu reinigen. Denn der 8700 Quadratmeter große Badesee in Köpenick wurde 1950 künstlich für die Pionierrepublik Ernst Thälmann angelegt und bis zur Sanierung mit Chlor gereinigt. "Ich freue mich außerordentlich, dass im FEZ das in Deutschland größte und in seiner Art und Dimension beispiellose ökologische Modellprojekt entstanden ist", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung der Olympiasiegerin Britta Steffen.

Der Sportstar eröffnete am Donnerstag den sanierten Badesee im Südosten Berlins. Und zwar weniger als ehemalige Leistungsschwimmerin, sondern vielmehr als Wirtschaftsingenieurin für Umwelt und Nachhaltigkeit. Der See zeige insbesondere Kindern und Jugendlichen ganz praktisch, wie Klimaschutz funktioniert, erklärt Steffen.

Und das geht so: Vom 15 000 Quadratmeter großen Dach des Kinder- und Familienzentrums FEZ, das energetisch saniert wurde, wird Regenwasser aufgefangen. Über eine neue Ring-leitung wird es in ein Rasenbeet geführt. Auch das Badewasser wird über Pumpen in einer naturnahen Pflanzenreinigungsanlage aufbereitet. Die Beete sowie die Schilfgürtel filtern Keime, Bakterien und Schwebstoffe heraus.

"Dieses kombinierte Verfahren macht es möglich, dass Regen- und Badewasser auf natürliche Art gereinigt werden und so auf jährlich 2750 Kilo Chlor verzichtet werden kann", erklärt Frank Schulenberg, Sprecher der Senatsverwaltung Jugend und Wissenschaft. Allerdings seien Badegäste zur Mitwirkung aufgefordert. "Soll das ökologische System funktionieren, dürfen keine künstlichen Stoffe wie Hautcremes in den See geraten", so Schulenburg. "Also erst duschen, dann baden."

Der Badesee am FEZ, Straße zum FEZ 2, Köpenick, ist während der Sommerferien von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Tickets 4, ermäßigt 2,50 Euro, nach 17 Uhr 2,50/1,50 Euro

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