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Pompöses Treiben im Museumspark

Bevor der Vorhang fällt: Applaus des begeisterten Publikums für alle Akteure und Beteiligten an der gelungenen Premiere
Bevor der Vorhang fällt: Applaus des begeisterten Publikums für alle Akteure und Beteiligten an der gelungenen Premiere © Foto: Stephen Ruebsam
Stephen Ruebsam / 24.07.2016, 19:14 Uhr
Rüdersdorf (MOZ) Volles Haus konnten die Beteiligten am Rüdersdorfer Operettensommer in den vergangenen Tagen konstatieren. Nach den Wiederaufführungen von "Im weißen Rössl" bildete der Sonnabend den bisherigen Höhepunkt.

Bis zum letzten Platz war am Sonnabend das Areal am Bergschreiberamt im Museumspark gefüllt. Schon am frühen Nachmittag waren die ersten Gäste an den Langerhanskanal geströmt, um die Biergarten-Atmosphäre im Schatten der Bäume zu genießen. "Wir haben noch zusätzliche Stühle gestellt, um an der Abendkasse niemanden wegschicken zu müssen", sagt Kultur-GmbH-Chef Jörg Lehmann. "Der Operettensommer hat sich wirklich toll entwickelt in den vergangenen fünf Jahren."

Schon an beiden Tagen zuvor hatte die Wiederaufführung von "Im weißen Rössl" für volles Haus und großes Lob für die Inszenierung gesorgt. Darum war die Spannung umso größer, wie das Ensemble, das dieses Jahr gleich zwei Stücke parallel proben musste, das "Schlachtschiff" der Wiener Operette meistern würde. Um es vorwegzunehmen: Grandios.

Mit Johann Strauß' übermütigem Verkleidungsspiel, in dem sich Herr und Frau von Eisenstein gegenseitig der Untreue überführen möchten, konnte sich Regisseur Stephan Wapenhans mit schrägen Kostümen und schrillem Treiben auf dem Maskenball richtig austoben. Heimliche Stars waren die "Pudel" in rosa Bodysuits, die das Bühnenbild bewegten - zwei von ihnen sind die "Schwuplattler" aus München, die die Rüdersdorfer aus dem Rössl kennen.

Musikalisch und schauspielerisch brillant waren die "Eisensteins" Markus Ahme und Ilonka Vöckel mit unvergleichlichem Mienenspiel in den Hauptrollen. Aber auch die "Kammerzofe" Svenja Gabler, die quirlig über die Bühne wirbelte, beeindruckte das Open-Air-Publikum. Und da ist natürlich der Gefängniswärter Frosch, gespielt vom genialen Albert Kessler. Seine Frau im richtigen Leben, Nele Moser, gab den Prinzen Orlofsky, der in Rüdersdorf natürlich Lichtenow hieß.

Und mittendrin die beiden Gaststars als Ruhepol: Die Schlagergrößen Ireen Sheer und Patrick Lindner sind zwei Freunde, die sich finden und verlieren in diesem opulenten Getümmel. Ganz das Gegenteil von Lindners großem Auftritt als "Kaiser" im "Weißen Rössl" am Vortag, aber ebenso wirkungsvoll.

"Patrick und ich sind schon seit vielen Jahren gute Freunde, die Rollen wurden uns richtig auf den Leib geschrieben", freute sich Ireen Sheer. Lindner stimmte zu: "Schon so oft waren wir gemeinsam auf der Bühne, aber Theater haben wir noch nicht zusammen gespielt."

Dazu kamen dann noch all die Schauspieler aus der Region, die so typisch sind für das Rüdersdorfer Musiktheater: die talentierte Sandra Würtz als Ida, Mitglieder des Schöneicher Amateurtheaters und der Neuenhagener Seniorentanzgruppe als Ballgäste, alle spielten begeistert mit.

"Der Operettensommer ist ein Riesenerfolg in diesem Jahr", so Hauptsponsor Sven Erkner, der sich auch für das Kindermusical in Rüdersdorf einsetzt. "So viele Leute aus nah und fern haben wir hier lange nicht gehabt, wir sind echt begeistert." Man darf also gespannt sein, was sich die Kulturschaffenden im nächsten Jahr ausdenken. "Zu viel will ich nicht verraten", so Regisseur Wapenhans. "Aber es wird auf jeden Fall wieder bunt werden, wir denken da in Richtung Zirkus."

Eines wird sich auf jeden Fall im nächsten Jahr ändern: Der Garten des Bergschreiberamts ist 2017 eine Baustelle, die Bühne wird also wohl in den Museumspark ziehen. In dieser Woche sind noch Vorstellungen am Donnerstag um 16 Uhr, am Sonnabend um 19.30 Uhr und am Sonntag um 16 Uhr.

Karten an der Kasse Museumspark, unter Tel. 033638 799797 und bei www.reservix.de

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