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Wie echte Cowboys

Jürgen Malo wurde Landesmeister im Cutting. Hier ist er mit seinem Pferd Blue Del Gato zu sehen, mit dem er vierter in der Cutting-Prüfung wurde. Er startete insgesamt drei Pferde in der Disziplin.
Jürgen Malo wurde Landesmeister im Cutting. Hier ist er mit seinem Pferd Blue Del Gato zu sehen, mit dem er vierter in der Cutting-Prüfung wurde. Er startete insgesamt drei Pferde in der Disziplin. © Foto: MZV/Euent
Sandra Euent / 25.07.2016, 09:19 Uhr - Aktualisiert 25.07.2016, 12:33
Steckelsdorf (MOZ) Die Westernreiter der Region haben drei Tage lang die Wiese vor der Big DD Ranch in Steckelsdorf in ein großes Zeltlager verwandelt. Grund waren die diesjährigen Landesmeisterschaften des Regionalverbands Berlin-Brandenburg der Ersten Westernreiter Union Deutschland (EWU). Noch dazu feierte der Regionalverband sein 20-jähriges Bestehen. Mehr als 190 Pferd-Reiter-Kombinationen absolvierten von Freitag bis Sonntag rund 650 Starts in den verschiedenen Disziplinen und Leistungsklassen des Westernreitens.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Westernreiten enorm entwickelt. Eine gute Vergleichsmöglichkeit bot sich am Samstag, als gegen Mittag die Trail-Reiter ihren Landesmeister suchten, und am späten Nachmittag, als der Jubiläumstrail geritten wurde. Mussten die Starter der Meisterschaftsklasse ihre Pferde noch durch ein wahres Stangenwirrwarr auf dem Boden navigieren, so kam es im Jubiläumstrail doch eher auf die Nervenstärke des Vierbeiners an, als es galt, eine Fahne zu tragen, eine Stange um eine Tonne zu drehen, Blumen zu gießen und durch ein Tor mit flatternden Bändern zu reiten. Vor 20 Jahren ein normales Bild auf den Westernturnieren, heute eher Showveranstaltung, die aber viel Spaß machte und auch beim Publikum gut ankam.

Mehr als 190 Pferd-Reiter-Kombinationen absolvierten von Freitag bis Sonntag auf der Big DD Ranch in Steckelsdorf (Rathenow) rund 650 Starts in den verschiedenen Disziplinen und Leistungsklassen des Westernreitens.
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EWU-Landesmeisterschaften Westernreiten

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Apropos Trail. Eine weitere Traildisziplin der Westernreiter ist der sogenannte Horse-and-Dog-Trail. Neben dem Pferd wird hier noch der Hund mit durch den Parcours gelotst. Normalerweise ein wahrer Publikumsmagnet, fand der Horse-and-Dog-Trail in auf der Landesmeisterschaft aber schon früh morgens um 7.00 Uhr statt - also fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Am nachvollziehbarsten sind die Ursprünge des Westernreitens, wenn Kühe mit in der Arena sind. Am Freitagabend konnte man die Rinderspezialisten auf der Big DD Ranch bewundern. Das Westernreiten ist eine Arbeitsreitweise und hat als Ausbildungsziel ein Pferd, das mit möglichst wenig Hilfen zu reiten ist und auch selbstständig mitarbeitet. Gut zu sehen beim Cutting, in dem es darum geht, ein Rind aus einer Herde heraus zu holen (heraus zu "schneiden" - englisch to cut) und es anschließend daran zu hindern, zur Herde zurück zu laufen.

Das Herausholen aus der Herde steuert der Reiter, zu erkennen an der hohen Zügelführung. Am Rücklaufen hindert das Pferd das Rind selbstständig, der Reiter legt die Zügel auf den Hals und wird zum passiven Passagier auf dem Rücken seines Pferdes. Ein gutes Cutting-Pferd ahnt schon, wohin das Rind laufen will und schneidet ihm mit oftmals katzengleichen Bewegungen den Weg ab. Doch nicht nur beim Cutting, auch bei der Working Cowhorse erkennt man noch die alte Arbeit der Cowboys.

Hierbei bekommt der Reiter nach einer kleinen Galopp-Aufgabe mit Zirkeln und Stopps ein einzelnes Rind in die Arena. Er muss nun zeigen, dass er das Rind kontrollieren kann, indem er es erst an der kurzen, dann an der langen Seite der Arena hin und her laufen lässt und anschließend eine Acht in der Bahnmitte beschreibt. Liest sich einfach, ist es aber nicht. Die Rinder sind schnell, und manchmal haben sie auch keinen Respekt vor dem Pferd. Auch auf der Big DD war so ein Spezialfall dabei. Eines der Rinder drückte sich einfach zwischen Pferdebrust und Zaun durch. Am besten schlugen sich Alexander Koller und sein Pferd Cowboy Del Cielo gegen die flinken Kälber und wurden Landesmeister in der Working Cowhorse. Im Cutting ging der Titel an Jürgen Malo und sein Pferd A Painted Delta Girl.

Die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum bestimmten den Samstag Nachmittag und Abend. Während nachmittags noch der Mannschaftswettbewerb mit zehn bunt gemischten Teams stattfand, wurden abends die Gründungsmitglieder und ehemalige Vorsitzende des Vereins geehrt. Standesgemäß wurden die Ehrengäste auf Pferden herein geholt. Zur Ehrung anwesend war auch der Präsident des Bundesverbands der EWU, Frank Kunkel, der extra seinen Urlaub unterbrochen hatte. Auch bei den gastgebenden Steckelsdorfern Hartmut und Martina Deichsel bedankte sich die EWU. Die beiden stellen seit vielen Jahren immer wieder tolle Turniere auf ihrer Big DD Ranch auf die Beine. Bis in die Nacht ging die anschließende Feier, bei der die Countryband Claudy Blue Sky für die richtige musikalische Untermalung sorgten.

Den Titel der Berlin-Brandenburger Mannschaftsreiter konnten sich übrigens die Cowgirls Deluxe sichern, ein auch mit Steckelsdorferinnen gespicktes Jugendteam.

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