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Neues Leben für den Gutspark in Tiefensee

Kai-Uwe Krakau / 03.08.2016, 06:58 Uhr
Tiefensee (MOZ) Der Gutspark Tiefensee wird bis Jahresende revitalisiert. Die Anlage soll künftig Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bieten und Begegnungsstätte für die Einwohner des Ortes sein.

Viele alte Bäume prägen das Bild der Anlage, gepflegt wurde der Bestand in den vergangenen Jahren jedoch kaum. Es gibt viel Totholz, der Unterwuchs hat sich breit gemacht, die ursprünglichen Sichtachsen sind fast nicht mehr zu erkennen. Der im Gutspark liegende Teich ist inzwischen ausgetrocknet. Er war früher 3500 Quadratmeter groß und hatte eine mittlere Wassertiefe von rund 1,50 Meter. Eine gewässertypische Vegetation fehlt fast vollständig. Die Wege sind erkennbar, aber kaum noch begehbar. Der vor einigen Jahren noch vorhandene Pavillon existiert nicht mehr, die Bänke laden nicht mehr zum Ausruhen ein.

"Erste Projektideen zur Umgestaltung gab es bereits im Jahr 2010", berichtet Siglinde Stöllger vom Regionalpark Barnimer Feldmark. Doch es stellte sich heraus, dass die Sanierung von Park und Teich zu aufwendig und wohl auch zu teuer sind. Deshalb werde man sich auf die Anlage konzentrieren, hieß es.

"Wir planen einen Rundweg, der zwei Meter breit ist und eine wasserundurchlässige Decke hat", sagt Siglinde Stöllger. Die vorhandenen Wegebeziehungen sollen in ihrer Grundstruktur erhalten bleiben. Das einstige Geländerelief wird darüber hinaus wiederhergestellt. Der Sedimentschlamm bleibt in der Uferböschung des einstigen Gewässers. Nach dem Aufbringen von Oberboden sollen dort heimische Pflanzen angesiedelt werden und ein Feuchtbiotop entstehen.

Der bestehende Abflussgraben wird verfüllt, ein neuer Versickerungsgraben ist geplant. Mit der Maßnahme soll verhindert werden, dass Sedimente über die Bundesstraße in den Park gelangen.

Im südlichen Bereich sieht die Planung einen Spielplatz für Kleinkinder vor. Er soll so gestaltet werden, dass er generationsübergreifend genutzt werden kann. Von der Parkstraße aus wird es einen behindertengerechten Zugang zum Gutspark geben. Am Freudenberger Weg, dort gibt es ein starkes Gefälle, werden fußgängerfreundliche Schleppstufen gebaut. Sechs Bänke und fünf Papierkörbe sowie Informationstafeln zur Geschichte des Parkes und des heutigen Werneuchener Ortsteils ergänzen die Anlage.

Rund 211 000 Euro werden die Arbeiten kosten. Die Stadt Werneuchen hat für das Vorhaben 53 000 Euro in ihren Haushalt eingestellt. Die restliche Summe steuert die Europäische Union über ihre Förderprogramme bei. "Der Zuwendungsbescheid liegt bereits vor", so Siglinde Stöllger. In wenigen Wochen könnte die Vergabe der Arbeiten an die Firmen erfolgen. Im Dezember soll das Projekt dann abgeschlossen werden. "Das müsste zu schaffen sein", zeigt sich die Regionalpark-Mitarbeiterin optimistisch.

"Der Gutspark stellt die Verbindung zwischen Dorf und freier Landschaft dar und bildet einen Trittstein entlang des überörtlichen Dörferwanderweges", hieß es bereits in einem Konzept aus dem Jahr 2000.

Tiefensee gehörte als Vorwerk seit dem 15. Jahrhundert zum benachbarten Rittergut Leuenberg und wurde erst 1850 eigenständiger Besitz. In der Gründerzeit war er dann mehrfach Tauschobjekt für Berliner Grundstücke. Letzter privater Eigentümer war Paul de Gruyter. Seine Familie besaß den rund 260 Hektar großen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Er ließ wohl auch den Park anlegen.

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