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Jürgen Rammelt 08.08.2016 09:37 Uhr
Red. Gransee, lokales@gransee-zeitung.de

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Begehrtes Maulbeerfest auf Gut Zernikow

Zernikow (GZ) Das 16. Maulbeerfest am Sonnabend in Zernikow erwies sich auch in diesem Jahr als ein absoluter Besuchermagnet. Bereits anhand der unterschiedlichen Nummernschilder der Autos war zu erkennen, dass ein Großteil der Besucher einen weiten Anfahrtsweg hatte.

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Gefräßige Raupen: Anschaulich präsentierte die Initiative Zernikow beim Maulbeerfest auf Gut Zernikow am Sonnabend, wie die Seidenraupen die Blätter der Maulbeerbäume verspeisen.

© Jürgen Rammelt

Wie bereits in früheren Jahren hatte der Verein Initiative Zernikow ein interessantes Programm rund um die Maulbeere organisiert. So konnten die Besucher allerlei Wissenswertes über die Geschichte der Seidenraupenzucht, aber auch über das Gut Zernikow erfahren. Es gab Führungen mit Matthias Gebauer zur Maulbeerallee, die 1751 vom Geheimen Kämmerer Michael Gabriel Fredersdorff angelegt worden war, der das Gut Zernikow 1740 von Friedrich II. geschenkt bekommen hatte.

Damals ging es darum, Seide herzustellen, die für die Anfertigung von Seidentapeten benötigt wurde und deshalb ein begehrter Rohstoff war. Und da die gefräßigen Raupen jede Menge Laub benötigten, hatte man damals auf etlichen Flächen Maulbeerbäume gepflanzt, die heute allerdings nicht mehr vorhanden sind. Gebauer, der beruflich Fachbereichsleiter des Rheinsberger Schlossgartens ist, kennt sich bestens aus mit der Geschichte rund um das Gut Zernikow. Das Interesse an den beiden Führungen war riesig.

Es gab zahlreiche Stände mit Büchern über das Land Brandenburg, mit Pflanzen, Bildern und Literatur über das Gut Zernikow. Aber auch Produkte aus der Frucht des Maulbeerbaumes konnten die Besucher kaufen. Dabei staunten sie, was alles aus den Maulbeeren hergestellt werden kann. Aber auch eine Ölmühle mit ihren Produkten, Tücher und Kleidung aus Seide und junge Maulbeerbäumchen gab es zu kaufen.

Außerdem hatte Kai Andert vom Heimatverein Dollgow aus 30 Kilogramm Mehl und zwei Kilo getrocknete Maulbeeren zahlreiche Brote gebacken, die reißend Abnehmer fanden. Großen Zuspruch bei den Besuchern fanden die Filme von 1939 über die Seidenraupenzucht und Plauener Seidenweberei sowie eine Fernsehdokumentation aus dem Jahre 2009, die ebenfalls die Seidenraupe zum Inhalt hatte.

Doch es gab noch weit mehr beim Maulbeerfest zu erleben. Den Gästen des Festes wurde gezeigt, wie Wolle gesponnen und gekämmt wird. Außerdem konnten in einem Raum Kinder Seide haspeln und mit eigenen Augen schauen, wie die gefräßigen Raupen aussehen, wie sie die Maulbeerblätter fressen und wie sie dann beginnen, den Kokon herzustellen. Die Gäste konnten sehen, wie der Schmetterling, der Seidenspinner, aussieht und Kokons in Augenschein nehmen.

Außerdem gab es einen Vortrag zur Seidenraupenzucht in Asien, wo heute noch die Produktion eine große Bedeutung hat. Selbst ein Märchenerzähler durfte am Sonnabend auf dem weitläufigen Gelände nicht fehlen. Diese Rolle hatte Herbert Brauer aus Großwoltersdorf übernommen, der mit der Geschichte vom Schatz in der Kiste nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern in seinen Bann zog.

Peter Kurz, Buchdrucker aus Marwitz, war mit einer 120 Jahre alten, handbetriebenen Druckmaschine auf dem Fest vertreten. Mit der Bostontiegel genannten Technik druckte Kurz fleißig Handzettel mit der Nachricht, dass jeweils am ersten Sonnabend im August in Zernikow das Maulbeerfest stattfindet. Und im kommenden Jahr nach diesem Erfolg sicherlich auch 2017 wieder.

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