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Der Ultramarathonläufer Andreas Rumpelt ist unterwegs auf dem alten Grenzweg

100 Meilen durch Berlin

Fast 24 Stunden auf den Beinen: Der Eberswalder Andreas Rumpelt (r.) wurde auf dem Mauerweglauf von Lauffreundin Evelyn Franke begleitet. Sie unterstützte ihn erst laufend, später als Fahrradbegleitung.
Fast 24 Stunden auf den Beinen: Der Eberswalder Andreas Rumpelt (r.) wurde auf dem Mauerweglauf von Lauffreundin Evelyn Franke begleitet. Sie unterstützte ihn erst laufend, später als Fahrradbegleitung. © Foto: privat
Lennart Kroos / 16.08.2016, 20:15 Uhr
Berlin (MOZ) Der Eberswalder Ultraläufer Andreas Rumpelt hat am 13. August am Mauerweglauf teilgenommen. Die Strecke verläuft auf dem alten Grenzweg. Für den Barnimer war es eine ganz besondere Erfahrung - er ist einst in Berlin-Mitte mit der Mauer vor Augen aufgewachsen.

Mehr als 28 Jahre trennte die Berliner Mauer den Westen Berlins vom Ostteil der Stadt. In der Nacht des 9. November 1989 kam es zum Mauerfall und 2011wurde auf dem ehemaligen Grenzweg erstmals der Berliner Mauerweglauf über genau 100 Meilen (ca. 162 Kilometer) ausgetragen.

Dieser Lauf hat sich inzwischen fest etabliert. Jahr für Jahr kommen Athleten aus aller Welt nach Berlin. Der Lauf soll an den Bau der Berliner Mauer erinnern, und an die Opfer, die an der Grenze umkamen.

Mindestens 138 Menschen verloren an der Mauer ihr Leben. Darunter auch Karl-Heinz Kube, der bei einem Fluchtversuch 1966 erschossen wurde. Stellvertretend für alle anderen Opfer war ihm die fünfte Ausgabe des Mauerweglaufs gewidmet.

100 Meilen ging es also entlang der früheren Grenze, 55 Jahre nach dem Mauerbau. Mit dabei unter den 350 Teilnehmern war auch der Eberswalder Andreas Rumpelt. "Für mich war dieser Lauf nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern der Lauf war für mich auch ein historisches Geschenk, diesen Weg laufen zu dürfen. Ich bin an der Mauer in Berlin-Mitte groß geworden und hatte die Sperranlagen täglich vor Augen und jetzt konnte ich diesen Weg grenzenlos ablaufen", berichtet der Eberswalder.

Los ging es um 6 Uhr im Friedrich-Jahn-Sportpark im Stadtteil Prenzlauer Berg, der zugleich Ziel des Mauerweglaufes war. Die Läufer hatten 30 Stunden Zeit, um die gut 162 km zu bewältigen. Ziel

An der Bernauer Straße trafen die Läufer erstmals auf einen historischen Abschnitt dieses Laufes. Da die Strecke dieses Jahr im Uhrzeigersinn gelaufen wurde, ging es über Berlin-Mitte (Brandenburger Tor, East Side Gallery) weiter nach Potsdam und Babelsberg, vorbei an Fluss- und Seenlandschaften. Über Schloss Saccrow, Spandau, Hennigsdorf ging es ab Frohnau langsam wieder in die Großstadt hinein.

Kurz vorm Ziel passierten die Läufer dann noch die Brücke an der Bornholmer Straße, an der am 9. November 1989 als Erstes die Schlagbäume der Grenzanlagen geöffnet wurden.

Nach 23:22 Stunden erreichte Andreas Rumpelt als 75. Läufer das Ziel im Friedrich-Jahn-Sportpark. Den Lauf gewann der Israeli Ariel Rozenfeld, der die Strecke in 15:20 Stunden zurücklegte.

"Insgeheim hatte ich schon auf eine Zeit von 18 Stunden spekuliert", so der Eberswalder Rumpelt. "Aber aufgrund der Temperaturen und des drückend schwülwarmen Wetters musste ich mich wie viele andere Läufer schon ab Kilometer 80 mit massiven Magenbeschwerden rumquälen, was mit einer deutlichen Temporeduzierung verbunden war."

Der besondere Dank von Rumpelt gilt seiner Lauffreundin Evelyn Franke von der LG Nord Berlin. Diese begleitete und versorgte ihn zuerst laufend, später als offizielle Fahrradbegleiterin. Dank dieser Unterstützung wurde so mancher Tiefpunkt überwunden.

Wer Lust hat, im August 2017 ebenfalls am Mauerweglauf teilzunehmen, kann sich bei Andreas Rumpelt Tipps und Hinweise holen - für Lauf und Training. Seine Kontaktdaten gibt es in der MOZ-Lokalredaktion.

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