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Mit Nationalhymne und Ansprachen wird auf dem Storkower Markt die Rückkehr von 120 Soldaten gefeiert

Am meisten fehlte die Familie

Bernhard Schwiete / 06.09.2016, 19:28 Uhr
Storkow (MOZ) Marschmusik und die Nationalhymne auf dem Marktplatz: Mit einem feierlichen Appell sind am Dienstag 120 Bundeswehr-Soldaten zurück in Storkow begrüßt worden. Zuvor waren sie mehrere Monate in Krisengebieten in Afrika, im Nahen Osten und auch in Europa im Einsatz.

"Am meisten gefehlt hat mir meine Familie, da muss ich nicht herumreden", sagt Matthias Bonk. "Das merkt man schon, wenn man beim Einsatz zum ersten Mal im Bett liegt und die Person, die da sonst ist, fehlt." Der Hauptfeldwebel, 30 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, ist Mitglied des Führungsunterstützungsbataillons 381 der Bundeswehr in Storkow. Am Dienstag ist er einer von gut 120 Soldaten, die auf dem Storkower Marktplatz zurück in der Heimat begrüßt werden. Vier Monate war Bonk im Auslandseinsatz, in Masar-i-Scharif in Afghanistan. "Die ersten zwei Wochen vergingen wie im Fluge. Aber jetzt bin ich froh, wieder zu Hause zu sein", sagt er. Den Appell auf dem Marktplatz zur Feier der Rückkehr empfinde er als Ehre.

"Die Veranstaltung dient der Anerkennung der Soldaten", sagt der Kommandeur in Storkow, Oberstleutnant Thorsten Niemann. An der Spitze der Gäste steht Ministerpräsident Dietmar Woidke. Ranghöchster Vertreter der Bundeswehr ist der Kommandeur des Führungsunterstützungskommandos in Bonn, Generalmajor Heinrich-Wilhelm Steiner. "So ein Besuch kommt nicht alle Tage vor", sagt Hauptfeldwebel Bonk.Niemann erwähnt aber auch einen weiteren Zweck. "Wir wollen das bewusst in die Öffentlichkeit tragen, denn wir repräsentieren unsere Gesellschaft", sagt er. Das Interesse der Storkower bewertet er nach der Veranstaltung allerdings als "relativ gering". Das habe wohl daran gelegen, dass zum Zeitpunkt des Appells am Vormittag viele arbeiten müssen.

Dabei ist der Marktplatz während der einstündigen Zeremonie durchaus sehr viel belebter als an anderen Tagen, Soldaten und Ehrengäste nicht mit eingerechnet. Und längst nicht nur Angehörige der Heimgekehrten sind gekommen. Lothar Leopold ist so etwas wie ein Militär-Fan. "Ich gucke jeden Film aus der Richtung, und ich bin in Storkow bei jeder solchen Veranstaltung dabei", sagt der Rentner. Reinhard Schulze berichtet, er sei als Mitglied des Schützenvereins Storkow gekommen. "Die Soldaten haben etwas geleistet im Ausland. Ich finde es gut, dass das gewürdigt wird", sagt er.

Was die Besucher erleben, ist eine in weiten Teilen ritualisierte Veranstaltung. Im Gleichschritt marschieren die Soldaten auf den für den Autoverkehr gesperrten Marktplatz, wo sie dann eine Stunde lang still stehen. Auf einer Seite bezieht das Heeresmusikkorps Neubrandenburg Stellung. Das Ensemble, das vergangene Woche bereits das Benefizkonzert von Bundeswehr und Stadt Storkow auf der Burg gestaltet hat, spielt zwischen den Ansprachen der Ehrengäste Marschmusik. Zum feierlichen Abschluss ertönt auch noch die deutsche Nationalhymne.

Die Soldaten sind nicht nur wohlbehalten heimgekehrt, sondern haben auch wieder mitgebracht, was sie als Erinnerung an zu Hause im Gepäck hatten - drei Ortsschilder der Stadt Storkow und eine Fahne des Landkreises Oder-Spree. Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig, ihr Vize Ralf Steinbrück und Stadtverordneten-Vorsteher Heinz Bredahl sowie der Kreistagsvorsitzende Franz Berger nehmen die Andenken in Empfang. "Wir sind glücklich, die Soldaten wieder in der Heimat zu begrüßen", hat Cornelia Schulze-Ludwig zuvor in ihrer Ansprache gesagt.

Dann leert sich der Marktplatz, Soldaten und Besucher ziehen von dannen. Matthias Bonk fährt zum Mittagessen in die Kurmark-Kaserne - und nach Feierabend zu seiner Familie nach Berlin.

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