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23.09.2016 06:40 Uhr

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Bundeswehr rückt näher an die Frontlinie im Irak

Erbil (dpa) Das IS-Gebiet im Irak schrumpft. Bald soll die Hochburg Mossul fallen. Auch die Bundeswehr soll dazu ihren Beitrag leisten - allerdings weiterhin aus der relativ sicheren zweiten Reihe.

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Bundesverteidigungsministerin, Ursula von der Leyen (CDU) geht neben Ministerpräsident der autonomen Region Kurdistan-Irak Nechirvan Barzani beim Empfang am Flughafen in Erbil, Irak.

© dpa

Erbil (dpa) - Wegen der bevorstehenden Kämpfe um die Hochburg Mossul der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weitet die Bundeswehr ihren Ausbildungseinsatz im Nordirak aus. Die deutschen Soldaten sollen künftig kurdische Peschmerga und andere irakische Kämpfer auch wenige Kilometer hinter der Frontlinie ausbilden. Das kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen während ihres Besuch im nordirakischen Erbil nur etwa 80 Kilometer von der Millionenstadt Mossul entfernt an.

"Es ist eine Frage der Effizienz, der Zeitersparnis", begründete von der Leyen ihre Entscheidung. "Wir haben das gemeinsame Ziel, dass wir die Peschmerga so gut wie möglich ausbilden, damit sie die große Aufgabe leisten, den IS endgültig auch in Mossul zu schlagen." Die Sicherheit der deutschen Soldaten habe dabei aber absolute Priorität.

Die Ministerin will am Freitag die 140 in Erbil stationierten deutschen Soldaten besuchen. Die Streitkräfte der Kurden und der irakischen Zentralregierung in Bagdad haben die Terrormiliz Islamischer Staat bereits aus weiten Gebieten des Landes verdrängt. Seit Monaten bereiten sie sich auf die Mossul-Offensive vor. Die im Juni 2014 vom IS eroberte Metropole gilt als wichtigste Hochburg der Terrororganisation im Irak.

Es wird erwartet, dass die Offensive vielleicht noch in diesem, spätestens aber Anfang nächsten Jahres beginnt. Militärexperten gehen von einem monatelangen Häuserkampf aus. Hilfsorganisationen bereiten sich auf bis zu eine Million Flüchtlinge vor.

Die Bundeswehr schult seit Januar 2015 im Nordirak Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Armee sowie der religiösen Minderheiten der Jesiden und Kakai. Derzeit sind 140 deutsche Soldaten in Erbil stationiert. Die Ausbildungsstätte "Bnaslawa" liegt 55 Kilometer östlich der Frontlinie. Künftig sollen kleine Trupps mit bis zu 30 Soldaten nur noch 20 Kilometer vom IS-Gebiet entfernt Mossul-Kämpfer schulen.

Das Training soll wie bisher in geschützten Lagern stattfinden. Diese sollen so weit hinter der Front liegen, dass die Soldaten nicht - beispielsweise durch Mörserbeschuss - in die Kämpfe verwickelt werden können. Bündnispartner wie die Niederlande, Ungarn oder Belgien haben ihre Ausbildung ebenfalls Richtung Mossul verlagert. Eine Vergrößerung der Bundeswehr-Truppe im Irak ist trotz der räumlichen Ausweitung des Einsatzes nicht geplant. Auch eine Veränderung des Bundestagsmandats ist nicht vorgesehen.

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