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Petra Wolf 23.09.2016 07:00 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Sojabohnen und Schafe im märkischen Sand

Mühlenbeck (OGA) Gemeinschaftsgärten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In ihnen kann mit Gleichgesinnten gepflanzt, gepflegt und geerntet werden - ohne strenge Regeln oder Auflagen, wie es oft in Kleingartenanlagen praktiziert wird. Im Mühlenbecker Ortsteil Großstückenfeld ist das Gemeinschaftsprojekt "Sieben-Zwerge-Land" entstanden.

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Zutraulich und nützlich: Katrin Vorpagel mit den Quessantschafen, die bald Verstärkung bekommen. Ein Bock soll für Osterlämmer sorgen.

© MZV

Vor Jahren sind Katrin und Jochen Vorpagel mit der Absicht von Berlin nach Mühlenbeck gezogen, eine Familie zu gründen und auf dem Land zu leben. Hans und Martha wurden geboren, doch das richtig "Ländliche" fehlte irgendwie. Aber direkt vor ihrem Grundstück gab es eine zwei Hektar große Ökobrache, die der Treuhand gehört. Die beschlossen sie zu pachten und gemeinsam mit Nachbarn, Freunden und Bekannten zu bewirtschaften. Inzwischen sind zehn Familien an diesem Projekt beteiligt. Und es könnten noch mehr werden, denn bisher ist nur ein Teil der Fläche bewirtschaftet.

"Die Familien dürfen sich ihre Beete gestalten, wie sie wollen", erzählt Katrin Vorpagel. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Erdbeeren wachsen in Regentonnen, Pfefferminze in einem ausgedienten Laubsack, auf kleinen Hochbeeten gedeiht Gemüse. Das Kürbisfeld ist gerade abgeerntet worden. Nur hier und da lugt noch ein kleines orangenes Köpfchen hervor. "Der Boden ist nicht besonders ergiebig. Den Kompostertrag vom vergangenen Jahr haben wir auf die Kürbisbeete gegeben." Katrin Vorpagel und ihre Mitstreiter sammeln nicht nur Kompostabfälle aus dem eigenen Garten, sondern bekommen sie auch von einem Gemüsestand in der Region. "Im Frühjahr wurde viel Spargel für die Tonne produziert", sagt sie. "Aber wir geben den Überschuss wieder an die Natur zurück."

Neben dem guten Boden fehlte es in diesem Jahr auch an Wasser. Das machte besonders den Sojabohnen zu schaffen, die in diesem Jahr zum ersten Mal angebaut wurden. Katrin Pagel zeigt die trockenen Pflanzen, an denen gelbe Hülsen hängen. "Wir haben uns an einem Sojaprojekt beteiligt, einem Gemeinschaftsprojekt des Tofu-Herstellers Taifun und der Uni Hohenheim. In ganz Deutschland wurden verschiedene Sojasorten auf ihre Eignung getestet und die Ergebnisse online gemeldet." In Großstückenfeld sieht die Ernte schlecht aus. Es war einfach zu trocken. Um dem Abhilfe zu schaffen, soll im kommenden Jahr in einem Riesentank Wasser gesammelt werden. Zu dem Gemeinschafsgarten gehören nicht nur Pflanzen, sondern auch Nutztiere. So gibt es einen Imker in der Gemeinschaft, der zwei Bienenvölker betreut. Auf das gemeinsame Bienenwachskerzenziehen im Herbst freut sich Katrin Vorpagel schon. Für die 40 Hühner sind fünf Familien verantwortlich.

"Ich kümmere mich um Wasser und Futter, die anderen machen sauber", sagt sie. "Es sind Orpingtons, aber wir sind uns nicht einig, ob wir bei dieser Rasse bleiben. Sie sind recht krankheitsanfällig." Die sechs Quessentschafe gehören zur kleinsten Schafrasse Europas. Fast alle haben einen Namen, nur eins nicht - es wird wohl bald geschlachtet werden.

Doch Verstärkung ist in Sicht. "Nächste Woche kommt ein Bock aus Sachsen. Er soll für Osterlämmer im nächsten Frühjahr sorgen." Die Mühlenbeckerin ist eine sehr engagierte Frau, die sich in Großstückenfeld "pudelwohl" fühlt. So setzt sich die 43-Jährige, die in Berlin bei einer Behörde angestellt ist, auch für ein Schulgartenprojekt an der Schildower Europaschule ein.

"Die Weichen sind gestellt, im nächsten Frühjahr soll es losgehen", freut sie sich. "Ich finde, wir Eltern könnten viel mehr erreichen, wenn wir uns immer wieder fragen: Was kann man selber tun, damit es besser wird?"

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