to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Mittwoch, 28. September 2016
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Daniela Windolff 23.09.2016 07:55 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

artikel-ansicht/dg/0/

Angermünder Elle wiederbelebt

Angermünde (MOZ) Die Angermünder Elle, der Preis für Toleranz und Zivilcourage, soll nach mehrjähriger Pause wiederbelebt werden. Das Bürgerbündnis lobt diese Auszeichnung für besonderes Engagement neu aus.

artikel-ansicht/dg/0/1/1517729/

Ein NPD-Aufmarsch durch die Stadt gab im Jahr 2000 den Anstoß für die Gründung eines Bürgerbündnisses für eine tolerante, weltoffene, gewaltfreie Stadt Angermünde. Damals hatten sich Hunderte couragierte Bürger spontan zu einer Gegendemonstration zusammengefunden und die Frage stand, wie man künftig Aktionen gegen rechte Gewalt, Pöbeleien, Hakenkreuz-Schmierereien und fremdenfeindliche Tendenzen rechtzeitig koordinieren kann. In diesem Bündnis entstand auch die Idee, einen Preis für Toleranz auszuloben. 2001 wurde zum ersten Mal die Angermünder Elle verliehen, die mit 3000 Euro aus Spenden von Bürgern und Unternehmen finanziert wurde. Die Elle stand als historisches Symbol für Gerechtigkeit. Preisträger der ersten Angermünder Elle waren Schüler aus dem fakultativen Kurs Religion der 11. Klasse im Einstein-Gymnasium: Stefan Baumgart, André Borchardt, Elisabeth Joseph, Mathias Korepkat, Maria Krassuski, Anne Radloff und Eva Wollenberg.

Gemeinsam mit ihrem Religionslehrer Wolfgang Rall hatten sie eine Aktion "Ich sehe nicht weg" ins Leben gerufen und Postkarten und Plakate in Geschäften und Einrichtungen verteilt, um aufzurütteln, nicht wegzuschauen, wenn Menschen wegen ihres Andersseins ausgegrenzt oder angepöbelt werden, wenn es rechts- oder linksradikale Gewalt gibt, Schüler gemobbt oder Kinder geschlagen werden.

Die Angermünder Elle wurde einige Jahre lang an engagierte und couragierte Bürger verliehen, jedoch wurde es immer schwieriger, Sponsoren dafür zu gewinnen. Mit der lautlosen Auflösung des Bürgerbündnisses verschwand dann auch die Elle. Erst mit der Wiederbelebung des Bürgerbündnisses Anfang des vergangenen Jahres auf Grund zunehmender latenter und offener ausländerfeindlicher Tendenzen im Zusammenhang mit dem Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern und der Eröffnung einer Notunterkunft in Angermünde flammte auch die Idee der Elle ab und zu wieder auf. Jetzt will das Bürgerbündnis die Initiative ergreifen und den Preis wieder ausloben. "Das Bündnis will Einzelpersonen und Gruppen würdigen und ihre Initiativen öffentlich vorstellen, die in besonderer Weise dazu beigetragen haben, eine gewaltfreie, tolerante und weltoffene Stadt zu entwickeln, unabhängig von ideologischen, politischen oder religiösen Zugehörigkeiten", erklärt Wolfgang Rall als einer der Initiatoren. Bewerben können sich Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen, Vereine. Es sind sowohl Eigenbewerbungen als auch Vorschläge durch Dritte möglich, die schriftlich an das Bürgerbündnis unter der Adresse der Stadtverwaltung gerichtet werden können. Eine Jury wird dann unter allen Vorschlägen einen Preisträger auswählen.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion

Partnersuche

Neueste Kommentare

27.09.2016 20:30:34 harald woitke

Rot/schwarze Landesregierungen sind sozialer

27.09.2016 17:29:09 Wilfried Schulze

Mein herzliches Beileid

27.09.2016 12:40:08 Rolf Lustig

Herr Ludwig

27.09.2016 11:19:50 Ben Hagen

typisch Brandenburg

© 2014 moz.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG