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Marco Marschall 23.09.2016 07:55 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Holm-Show und Warten auf Frauke

Eberswalde (MOZ) Lauter Applaus, als Barnims AfD-Kreisvorsitzender Steffen John am Mittwochabend verkündet, dass die 600-Teilnehmermarke zur lange angekündigten Veranstaltung mit Frauke Petry in der Hufeisenfabrik des Familiengartens überschritten wurde. Es hätten durchaus noch ein paar Hundert mehr sein können, wären alle vor den Toren des Geländes reingelassen worden. Großes Polizeiaufgebot schirmte Demonstranten vom Areal ab. Am Eingang wartetete die Kontrolle der AfD-Ordner, was Besucher, die von einer öffentlichen Veranstaltungen ausgegangen waren, verwunderte. "Wir haben das Hausrecht und entscheiden, wen wir reinlassen", sagt der Mann mit dem gegelten Seitenscheitel und der Ordnerarmbinde. Der Presseausweis wird genau studiert, dann darf auch die MOZ rein.

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Frauke Petry spricht zum Publikum in der Hufeisenfabrik des Familiengartens.

© MOZ/Marco Marschall

Die Halle ist gut gefüllt. "Wir sind erschrocken, dass die Veranstaltung überhaupt stattfindet", sagt die Eberswalderin Ina Moll. Ihre Begleiterin Katrin Radatz stimmt zu. Erfreulich sei, dass überwiegend ältere Leute im Saal säßen. Die Jugend, darunter vor allem Studenten der Eberswalder Hochschule und Schüler anderer Einrichtungen stünde draußen vor den Toren.

Tatsächlich dürfte der Altersdurchschnitt in der Halle über 50 Jahre liegen. "Ich erwarte, dass mir heute mal aus dem Herzen gesprochen wird", sagt ein älterer Eberswalder, der seinen Namen nicht nennen möchte. Natürlich bewege ihn die Flüchtlingspolitik. Wie viele Besucher aber möchte er nicht in die Rechte Ecke geschoben werden. "Die Einwanderung, dass die gestoppt wird", erklärt ein 19-jähriger Eberswalder, der ebenfalls anonym bleiben will, seine Erwartung. Eines unter wenigen jungen Gesichtern.

Frauke Petry lässt am Abend auf sich warten. Sie steckt noch in Berlin, wo die Sendung "Menschen bei Maischberger" aufgezeichnet wird. Bis dahin sollen Manfred Ehlert und Steffen John vom Kreisverband, Birgit Bessin aus dem Brandenburger Landtag und Mecklenburgs Landessprecher Leif-Erik Holm Zeit überbrücken. Holm reißt das Geschehen sofort an sich, lässt sich für den Wahlerfolg in seinem Land feiern, antwortet redegewandt auch auf kritische Fragen und weiß, wie er die Mehrheit des am Eingang sortierten Publikums erreicht. Er erzählt davon, wie AfD-Mitglieder angefeindet und bedroht werden. "Dafür sind die meisten von Ihnen 1989 nicht auf die Straße gegangen, um so etwas erleben zu dürfen", sagt er. Tosender Applaus. Auch Birgit Bessin antwortet auf einige wenige Fragen. John und Ehlert bleiben Statisten. Bis Frauke Petry nach zwei Stunden erscheint, ist es eine Holm-Show im Familiengarten. Dann wird seine Kollegin mit stehenden Ovationen begrüßt.

Die Gruppe von zehn Flüchtlingen, mit der es der Hohenfinower Wolfgang Frick in die Hufeisenfabrik geschafft hat, ist zu diesem Zeitpunkt schon wieder gegangen. Sie wollten hören, was am Abend gesagt wird und hatten, so Frick, einige erschrockene Blicke geerntet. Am Ende aber war die Wartezeit auf den prominentesten AfD-Politiker wohl etwas zu lang. Angeblich soll Petry aufgrund von Blockaden der Demonstranten Schwierigkeiten gehabt haben, aufs Gelände zu kommen. So wird die Verspätung auf der Bühne und von befragten Ordnern erklärt.

"Es gibt bestimmt fünf Eingänge", sagt ein Polizist vor den Toren des Familiengartens später. Die Politikerin sei ungehindert auf das Gelände gekommen. Sie habe sich eben verspätet.

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