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Sabine Rakitin 23.09.2016 08:00 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Marienwerder macht mobil

Marienwerder (MOZ) In Marienwerder hat sich eine Bürgerinitiative "Werbellinkanal" gegründet. Ihr Ziel ist es, Kreis und Land dazu zu bewegen, sich an der Finanzierung des sanierungsbedürftigen Kanals zu beteiligen.

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Vorsitzender Dietmar Reins und seine Stellvertreterin Elke Henning von der neu gegr├╝ndeten B├╝rgerinitiative "Werbellinkanal Marienwerder"

© MOZ/Sabine Rakitin

2,2 Millionen Euro kostet die Sanierung des neugebauten Teilstücks des Werbellinkanals in Marienwerder. Es war noch nie in Betrieb seit seiner Fertigstellung im Jahre 2014. Nach einem Gutachten ist der Kanal undicht, weil er anders gebaut worden ist, als geplant. Und da der Kanal der Gemeinde gehört, sie Träger des Projektes war und ist, soll sie nun auch die Sanierung bezahlen. Anderenfalls droht am Jahresende die Rückzahlung von 4,5 Millionen Euro EU-Förderung.

Es ist müßig, darüber zu diskutieren, wer daran Schuld ist, dass dieses Kanalprojekt so schief ging. Tatsache ist, dass die Gemeinde - wenn sie allein für die Sanierung aufkommen muss - über Jahre hinweg nahezu finanziell handlungsunfähig sein wird. Durch die Aufnahme eines Kredites in Höhe von rund 1.8 Millionen Euro - bei 500 000 Euro Eigenmitteln- müsste Marienwerder für die nächsten 30 Jahre eine zusätzliche finanzielle Belastung von rund 60000 Euro pro Jahr tragen. "Das sind Gelder, die die Gemeinde eben nicht in Kitas, Schule und Infrastruktur investieren kann", macht Biesenthal-Barnims Amtsdirektor André Nedlin deutlich. Und dabei sei überhaupt noch nicht berücksichtigt, wer die zukünftige Unterhaltung und Trägerschaft des Werbellinkanals nach der Sanierung übernehme. "Sofern die Trägerschaft bei der Gemeinde verbleibt, wird dies die Gemeinde auf Dauer zusätzlich finanziell belasten", prophezeit er. Und sollten beispielsweise die Erträge aus der Gewerbesteuer sinken - ausreichend sei bereits ein Minus von 10000 Euro - habe die Gemeinde ein finanzielles Defizit. "Bei unvorhersehbaren Ereignissen besteht die Gefahr, dass die Gemeinde Marienwerder ihre finanzielle Handlungsfähigkeit verliert", sagt Nedlin.

Seit zwei Jahren bemüht sich der Amtsdirektor, Gehör bei Kreis und Land zu finden. Bislang ohne Erfolg. Marienwerderaner wie der Unternehmer Dietmar Reins oder die Vorsitzende der Ortsgruppe der Volkssolidarität, Elke Henning, haben seine Bemühungen verfolgt. Sie wollen ihm und auch der Gemeindevertretung den Rücken stärken und gründeten am 8. September die Bürgerinitiative Werbellinkanal Marienwerder.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Initiative am Mittwoch im Kreistag. In der Einwohnerfragestunde erinnerte Elke Henning den Landrat und die Kreistagsabgeordneten daran, dass der Barnim bereits vor 13 Jahren überzeugt davon war, dass die Region zwischen Berlin, Müritz und Oder zum größten Wassersportgebiet Europas entwickelt werden könnte. Ein Projekt dieser Wassertourismus-Initiative Nordbrandenburg (WIN) und politisch gewollt sei auch der Werbellinkanal gewesen, "obwohl schon damals klar war, dass eine Gemeinde mit 1800 Einwohnern ein Projekt, das mehrere Millionen Euro kostet, niemals stemmen kann", führte Elke Henning aus, um dann Landrat Bodo Ihrke (SPD) als Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft WIN direkt zu fragen: "Welche Möglichkeiten sehen Sie hinsichtlich einer wirksamen Unterstützung unserer Gemeinde?"

Die Antwort, die Barnims Verwaltungschef der Bürgerinitiative gab, war zunächst ernüchternd. Der Werbellinkanal habe nie zu den WIN-Projekten gehört, behauptete er. "Wir haben das Projekt immer positiv begleitet und unterstützt, weil es hineinpasste." Ihrke versicherte, es bestehe "große Bereitschaft", Marienwerder zu unterstützen, "aber nicht nach den Vorgaben der Gemeinde". Konkreter wurde der Landrat nicht.

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