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Henning Kraudzun 23.09.2016 19:20 Uhr

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Wölfe weiter auf dem Vormarsch

Potsdam (MOZ) Wölfe breiten sich seit ihrer Rückkehr immer mehr in Deutschland aus. Derzeit zählt das Bundesamt für Naturschutz insgesamt 46 Rudel in sechs Bundesländern. Dabei sehen die Fachleute noch große Potenziale.

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Wölfe sind auf dem Vormarsch - in Brandenburg, aber auch in Bayern, wie dieses Bild zeigt.

© dpa

"Der Wolf ist immer für eine Überraschung gut, er kann überall aufschlagen", sagte Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes, bei der Vorstellung des aktuellen Monitoringberichts am Freitag in Berlin. In ganz Deutschland sei damit zu rechnen, dass sich Wölfe ansiedeln. Die unter Naturschutz stehenden Tiere verfügten über einen großen Aktionsradius und seien anpassungsfähig, so die Behördenleiterin. Aktuelles Verbreitungsgebiet ist ein lückenhaftes Band von der Lausitz bis ins westliche Niedersachsen. Nach den Aussagen der Experten gebe es ein Potenzial von bis zu 440 Wolfsrudeln in Deutschland. "Das stellt eine absolute Obergrenze dar", sagte Jessel. "Und ich glaube nicht, dass wir diese jemals erreichen werden."

Laut den Daten, die von einer neu gegründeten Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zusammengefasst werden, ist die Zahl der Wolfsrudel binnen Jahresfrist von 31 auf 46 gestiegen - aktuelles Beispiel ist der Nachweis eines Rudels in der Kyritz-Ruppiner Heide (Ostprignitz-Ruppin). Die meisten der rund 130 erwachsenen Tiere leben in Brandenburg und Sachsen. Zudem kommen sie in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen vor. Einzelne Sichtungen wurden auch aus anderen Bundesländern gemeldet.

Ängste in der Bevölkerung sowie Vorbehalte bei Landwirten nehme man ernst, betonte Jessel. Der Fall des verhaltensauffälligen Wolfs "Kurti" in Niedersachsen habe dem Ansehen der Tiere "massiv geschadet". Er wurde im April erschossen. Nach bisherigen Erkenntnissen war "Kurti" vermutlich von Menschen angefüttert und deshalb zutraulich geworden.

Betroffen sind meist Tierhalter: Knapp 110000 Euro wurden ihnen im vergangenen Jahr als Ausgleich für von Wölfen getötete Weidetiere erstattet. Andererseits wurden seit dem Jahr 2000 insgesamt 147 Wölfe in Deutschland tot aufgefunden. Zwei Drittel wurden überfahren, 13 illegal erschossen, 14 starben eines natürlichen Todes.

Um mehr Aufklärung zu leisten, hat die Beratungsstelle einen Leitfaden für Naturschutzbehörden zusammengestellt, damit diese problematisches Verhalten von Wölfen einschätzen können. Dies komme allerdings äußerst selten vor, sagte Mitarbeiterin Ilka Reinhardt. Wenn die Tiere sich näher als 30 Meter an Häuser oder Spaziergänger herantrauten, sollten Behörden reagieren. Wenn sie allerdings nicht gleich vor einem Auto wegliefen, stelle dies keine Gefahr dar - da sie Menschen in diesen Situationen nicht erkennen.

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