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Forderung nach Lärmschutz

Olav Schröder / 27.09.2016, 21:20 Uhr
Panketal (MOZ) Die Bürgerinitiative "Gesund leben an der Schiene e.V." hat beim Eisenbahnbundesamt dagegen protestiert, dass an der Strecke Blankenburg/Karow Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen sind, nicht aber im weiteren Verlauf an der Trasse bis Bernau.

Seit Jahren setzt sich die "Bürgerinitiative Berlin Nord/Ost - Gesund leben an der Schiene e.V." (BINO) für Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahntrasse zwischen Pankow und Bernau ein. Den errechneten Lärmgrößen des Eisenbahnbundesamtes hält die Initiative ihre eigenen, tatsächlichen Lärmmessungen entgegen. Der Panketaler Vorsitzende Dietrich Peters hat die Werte bereits in der Vergangenheit als "erschreckend" bezeichnet. So weist er jetzt in seinem Schreiben an den Präsidenten des Bundesamtes Gerald Hörster darauf hin, dass nachts Spitzen bis zu 98 dB(A) erreicht werden, die "eindeutig im gesundheitsgefährdenden Bereich" liegen. Bei den aufwendigen Messungen seien eigene und zertifizierte Geräte vom BER verwendet worden. Wiederholt hat die Initiative auf die Anerkennung der gemessenen Werte gedrungen, die ein wirklichkeitsgetreueres Bild ergeben als errechnete Lärmpegel.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen würden vor allem durch laute Güterzüge ausgehen. Vor allem die Störungen in der Nacht führten dazu, dass die betroffenen Anwohner entlang der Strecke ständig aus dem Schlaf gerissen werden. Betroffene klagen nicht nur über den Lärm. Erschütterungen der Häuser und Feinstaubbelastungen kämen noch hinzu. In Untersuchungen wie der Norah-Studie wird außerdem darauf eingegangen, das Lärm langfristig zu Erkrankungen führt.

Hintergrund des jetzigen Protestes ist der Planfeststellungsbeschluss für das Bauvorhaben "Nordkreuz-Karow (2. Baustufe) sowie der Grunderneuerung der S 2 Mitte, von Kilometer 8,3 bis 12,525". Die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen im Blankenburger Bereich werden mit Änderungen am Bahnkörper begründet. Die Initiative weist in diesem Zusammenhang auf ihre Einwendungen zum Planfeststellungverfahren und die Erwiderungen des Vorhabenträgers hin.

Während Berlin-Blankenburg und Berlin-Karow nach dem Planfeststellungsbeschluss Lärmschutz erhalten, soll die weiterführende Strecke Berlin-Buch bis Bernau nicht bedacht werden, "obwohl wir von den gleichen Zügen, und in Zukunft auch von der geplanten Geschwindigkeitserhöhung und Zugdurchfahrtsverdichtung betroffen sind", heißt es in dem Schreiben. Dabei würden die baulichen Maßnahmen - wie unter anderem die Erneuerung von zwölf Brücken bis Bernau - darauf hindeuten, dass die gesamte Strecke von Berlin-Pankow bis nach Bernau für höhere Geschwindigkeiten und die Erhöhung der Zugdurchfahrtsfrequenz verändert und ertüchtig werden soll. "Uns ist unbegreiflich, wieso der Lärm, der in Blankenburg und Karow Lärmschutzmaßnahmen erfordert, aber wenige Meter weiter schon nicht mehr gesundheitsgefährdend sein soll", kritisiert Dietrich Peters.

Die BINO fordert das Eisenbahnbundesamt auf, den Planfeststellungsbeschluss durch ein erweitertes Planfeststellungsverfahren in einen planungsrechtlichen Gesamtzusammenhang zu stellen, der den Bereich von Berlin-Pankow bis Bernau umfasst. Nur so könne das verfassungsgemäße Recht der Betroffenen auf gesundheitliche Unversehrtheit gewahrt werden.

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