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Todesfalle Hochspannungsleitung

Trauriger Fund: Dieser tote Kranich und weitere fünf lagen unter einer Hochspannungsleitung bei Peetzig.
Trauriger Fund: Dieser tote Kranich und weitere fünf lagen unter einer Hochspannungsleitung bei Peetzig. © Foto: Bernd Reichert
Daniela Windolff / 06.11.2016, 06:21 Uhr
Wilmersdorf (MOZ) Wieder ist eine Hochspannungsleitung zur Todesfalle für Vögel geworden. In diesem Fall verendeten gleich sechs Kraniche nach einer Kollision mit einer 220-kV-Leitung auf einem Feld zwischen Wilmersdorf und Peetzig. Der Berliner Naturfreund Bernd Reichert machte vor wenigen Tagen diese grausige Entdeckung. "Ich wollte eine Radtour von Wilmersdorf nach Angermünde unternehmen. Schon vom Zug aus sah ich rechts der Strecke kurz vor Wilmersdorf kleine Tümpel mit einer größeren Anzahl von Kranichen", berichtet Bernd Reichert, der als begeisterter Hobbyornithologe einen eigenen Blog im Internet mit seinen Erlebnisberichten und Fotos füttert. Besonders die imposanten Kraniche haben es ihm angetan.

Um so erschütterter machte ihn seine Entdeckung. Von Wilmersdorf in Richtung Steinhöfel radelnd bog er links in einen Feldweg ein, der über mehrere Hundert Meter entlang einer 220-kV-Freileitung führt. "An diesem Wege lagen auf einer Länge von rund 100 bis 200 Metern verteilt fünf Kadaver von Kranichen, alle direkt unter der Hochspannungsfreileitung" berichtet Bernd Reichert. Er fuhr sofort zum Naturwacht-Stützpunkt Blumberger Mühle und meldete seinen Fund. Dort wurde organisiert, dass die toten Vögel, es waren sogar sechs, abgeholt und untersucht wurden. "Alle sechs Vögel kamen durch Anflug an die Stromleitung ums Leben. Es herrschte klare Sicht, deshalb ist von panischem Auffliegen durch Störung auszugehen. Das Maisstoppelfeld ist seit rund acht Tagen regelmäßige Nahrungsfläche einer Gruppe von bis zu 800 Kranichen", berichtet Beate Blahy.

Die tierärztliche Diagnose ist noch erschütternder: Tod durch innere Zerreißungen und Blutungen in die Leibeshöhle, Tod durch Stromschlag. "Alle Kraniche hatten linksseitige Knochenbrüche der Schwingen, zum Teil auch der Ständer. Das spricht für gleichzeitiges Auffliegen in die selbe Richtung", so Beate Blahy.

Immer wieder werden Hochspannungsleitungen zu Todesfallen für Kraniche, Störche und viele andere Vögel.

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