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"Ein Geschenk des Himmels"

Hier sollen die Mönche wohnen: Das Kanzleigebäude müsste umgebaut und saniert werden
Hier sollen die Mönche wohnen: Das Kanzleigebäude müsste umgebaut und saniert werden © Foto: MOZ
Janet Neiser / 12.11.2016, 07:21 Uhr
Neuzelle (MOZ) Das Kloster Neuzelle soll wiederbesiedelt werden, 2018 könnten die ersten Mönche ins Klausurgebäude ziehen, so zumindest der Plan vom Stift Heiligenkreuz. Trotz aller Euphorie gibt es noch etliche Details zu klären. "Wir stehen gerade erst am Anfang des Diskussionsprozesses", heißt es aus der Stiftung Stift Neuzelle.

"Ich finde das sehr schön. Das ist ein Geschenk des Himmels", erklärte Neuzelles katholischer Pfarrer Ansgar Florian nach Bekanntwerden der Pläne, ab 2018 eine Wiederbesiedlung des Zisterzienserklosters Neuzelle zu wagen. "Das Klosterleben gibt dem Ganzen den eigentlichen Inhalt zurück", findet der Priester, der seit 19 Jahren in Neuzelle tätig ist. "Das ist gut für Neuzelle und darüber hinaus." Dabei weiß er sehr wohl, dass die Mönche dann auch seine Aufgabe übernehmen würden. "Aber um mich müssen Sie sich keine Sorgen machen", sagt er gefasst. Er habe schon die Zeit, als die Mönche vom Stift Heiligenkreuz im Sommer vor Ort waren, sehr genossen. Überraschend kam die Entscheidung in dieser Woche für ihn jedenfalls nicht.

Auch Walter Ederer, Direktor für Marketing und Kultur in der Stiftung Stift Neuzelle, fiel nicht aus allen Wolken. Schließlich habe man schon beim ersten Aufenthalt der Mönche über die Möglichkeit gesprochen, dass Stift Heiligenkreuz als Option für eine Neugründung erachtet. "Ich habe damit gerechnet", betont er, sagt aber auch: "Wir stehenerst am Anfang des Diskussionsprozesses." Derzeit sie es noch schwer zu sagen, ob das etwas werde oder nicht.

Klar ist für Walter Ederer und die Stiftung Stift Neuzelle, die Eigentümerin des Klostergeländes ist: "Wir sehen da eine große Chance drin. Das kann die Attraktivität von Neuzelle weiter steigern." Eine Wiederbelebung des Klosters würde aber nicht nur der Anlage, sondern der ganzen Region gut tun. Als Anziehungspunkte nennt Walter Ederer unter anderem neue spirituelle Angebote für Einheimische und Touristen, Andachten und Gästebetreuung.

Dennoch bleibt Walter Ederer vorsichtig: "Wir müssen bei diesem Diskussionsprozess auch alle, die hier auf dem Gelände tätig sind, mitnehmen." Damit meint er explizit beide Kirchengemeinden, die Rahn-Schulen und die Stiftung Stift Neuzelle. Denn die bisherigen Pläne vom Stift Heiligenkreuz im Wienerwald sind alles andere als unproblematisch. "Der bisherige Plan sieht vor, dass die Mönche im sogenannten Kanzleigebäude wohnen", erklärt Bischof Wolfgang Ipolt vom Bistum Görlitz. Er hoffe diesbezüglich sehr auf das Entgegenkommen der Stiftung.

Momentan aber ist die Musikschule des Rahn-Campus in dem unsanierten Gebäudetrakt parallel zum Klosterteich untergebracht. "Und die werden wir nicht einfach rausschmeißen", sagt Walter Ederer. Schließlich habe man das Projekt immer befördert. Zudem gibt es bereits weiterführende Pläne für das 2500 Quadratmeter große Kanzleigebäude. Dieses müsste für den Einzug der acht Mönche außerdem komplett saniert und umgebaut werden. Das gehe aber nicht von heute auf morgen, sondern man bräuchte einen Vorlauf von etwa vier Jahren, schätzt Ederer. Vier bis fünf Millionen Euro würde ein solches Projekt kosten. Woher das Geld kommen soll, ist noch unklar. "Wir wollen hier keinesfalls die Spielverderber sein, aber es gibt einiges zu klären und wir brauchen einen Kompromiss, den alle Beteiligten ehrlich mittragen können", betont er. "Sicher werden noch viele Einzelheiten zu klären sein", sagt auch Bischof Ipolt. Er sei aber froh, dass die Stiftung sich nach einigem Zögern für den Plan geöffnet habe.

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