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Elke Lang 21.11.2016 06:59 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Viele baukulturelle Güter gefährdet

Storkow (MOZ) "Es gibt 3000 Seen bei uns und rund 3500 Kirchen. Brandenburg ist als Kulturland anerkannt, aber "Wird das Land Brandenburg seinem Kultur- und Naturerbe gerecht?" Das war die Frage, die am Sonnabend auf der Burg Storkow Thema eines Forum war, zu dem die vom Verein für Kulturgüter in Brandenburg getragene Gesellschaft für Kulturgüter im ländlichen Raum mit Sitz in Grünheide eingeladen hatte. Etwa 80 meist ehrenamtlich im Natur- und Denkmalschutz Tätige aus ganz Brandenburg waren gekommen.

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Vereint für den Erhalt kultureller Güter: Hildegard Vera Kethner aus Grünheide, Eileen Sydow aus Heinersdorf und Hiltrud Preuß aus Zossen setzen sich für Denkmäler ein.

© Elke Lang

In ihrem Einführungsvortrag stellte die Grünheiderin Hildegard Vera Kethner, die mit Eileen Sydow aus Heinersdorf zum Vorstand gehört, fest, dass 30 bis 35 Prozent der baukulturellen und archäologischen Güter gefährdet sind. "Unsere Identität, unsere Geschichte geht verloren, Ihre Mitwirkung und Mitgestaltung ist gefragt", mahnte sie an und nannte auch Beispiele: Woltersdorf, wo durch eine neue Gleisanlage der Straßenbahn die historische Pflasterung verlorenzugehen droht, und Tasdorf bei Rüdersdorf, wo eine historisch interessante Villa im bedingungslosen Bieterverfahren veräußert wurde, bei dem die an ihrer Erhaltung Interessierten ausgeschlossen wurden. "Es ist eine brisante Frage", weiß sie, nämlich: "Werden Denkmale richtig geschützt und die Gesetze, zum Beispiel bei Abrissgenehmigungen auch eingehalten?" Im Falle eines Gehöfts in Großbeeren sei gegen das Urteil der Unteren Denkmalbehörde auf Geheiß der Ministerin eine Abrissgenehmigung erteilt worden und an der Stelle Verbrauchermärkte mit großflächiger Versiegelung entstanden. "Es ist bis heute nicht geklärt, warum", stellte die Grünheiderin fest.

Neben anderen Problemen, die durch kompetente Referenten aufgezeigt wurden, kam die Rede auch auf "die Mühen der Ebene". Eileen Sydow schilderte "das Gefühl der Machtlosigkeit und die Politikverdrossenheit", die sich bei der Anfang 2014 gegründeten Bürgerinitiative in ihrem Kampf um den Erhalt des Heinersdorfer Herrenhauses eingestellt hat. "Es zieht sich alles jahrelang hin, und niemand sagt uns, welches Förderprogramm bei dem Bedarf von sieben Millionen das Richtige ist. Es herrscht völlige Intransparenz", beklagt sie, "und es entspricht nicht dem Denkmalcharakter, dass das wichtigste Förderkriterium ist, ob sich ein Objekt finanziell tragen lässt". Was das Geld anbelangt, wurden Bedenken geäußert, dass in Zukunft noch weniger in den ländlichen Raum fließt, wenn durch die Landesregierung der Schwerpunkt auf den Speckgürtel gelegt wird.

Vom Historischen Beirat der Stadt Storkow waren Erich Oehring und der Bad Saarower Klaus Rattemeyer anwesend. "Das war ein sehr wichtiges und sehr gut vorbereitetes Forum", lobt der Storkower. "Wir haben 1993/94 gegen kritische Stimmen mit viel Geld unsere Dampfmaschine der Kampffmeyer-Mühle restauriert. Das war richtig, denn sie ist eine touristische Besonderheit geworden", will er Mut machen, auf den Ebenen durchzuhalten.

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