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Viola Petersson 30.11.2016 06:29 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Sparkasse schließt fünf Filialen

Eberswalde (MOZ) Anhaltende Niedrigzinspolitik sowie der verstärkte Trend zum Online-Bankgeschäft - die Sparkasse Barnim muss eigenen Angaben zufolge der Entwicklung Tribut zollen. Zum 1. Juli 2017 schließt das Geldinstitut fünf Geschäftsstellen. Betroffen ist vor allem der Oberbarnim.

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Ende in Sicht: Die Geschäftsstelle in Lunow gehört zu denen, die am 1. Juli 2017 schließen werden

© MOZ/Thomas Burckhardt

Kunden der Sparkassen-Filiale Westend in Eberswalde hatten es schon befürchtet. Nutzer von Bankschließfächern waren jüngst angeschrieben worden, die Anlage werde zum Jahreswechsel geschlossen, sie mögen sich an die Hauptstelle wenden. Auf Anfrage hieß es seitens des Vorstandes da noch: Es geht "nur" um den Tresor. Die Filiale stehe derzeit nicht zur Disposition.

Nun also doch. Wie der Vorstand am Dienstagnachmittag mitteilte, werde sich das Haus - laut einem Beschluss des Verwaltungsrates von Montag - Mitte kommenden Jahres von fünf der momentan 20 Geschäftsstellen trennen. Geschlossen werden die Filialen Eberswalde-Westend und Bernau-Süd sowie Lunow, Britz und Groß Schönebeck, was einem Abbau von immerhin 25 Prozent entspricht. Damit setzt das Geldinstitut nicht nur den vor Jahren eingeleiteten Prozess des Rückzugs aus der Fläche, des Ausdünnens fort, es dürfte einer der massivsten Einschnitte seit Bestehen überhaupt sein. 2005 hatte das Geldinstitut bereits zehn Filialen dichtgemacht. 2016 folgten sechs SB-Stellen mit Geldautomaten. Besonders hart trifft es erneut den Oberbarnim, wo vorerst - neben Eberswalde - nur Oderberg, Joachimsthal und Finowfurt "überleben".

Bodo Ihrke, Vorsitzender des Verwaltungsrates, sprach denn auch von einer schwierigen Entscheidung, vor der das Gremium am Vortag stand. Einerseits gebe es betriebswirtschaftliche Erfordernisse, andererseits gehöre der Anspruch auf Nähe zum Kunden zum Credo der Sparkasse. Ungeachtet dessen müsse das Geldinstitut dem geänderten Kundenverhalten einfach Rechnung tragen. Etwa 70 Prozent der Kunden wickeln ihre Geschäfte inzwischen online ab. Deshalb sei der Verwaltungsrat dem Vorschlag des Sparkassenvorstands zur "Neuausrichtung der Geschäftsstellenstruktur" gefolgt. Dieser Vorschlag, so ergänzte Vorstandschef Uwe Riediger, basierte auf einer zweijährigen Analyse. Jede einzelne Geschäftsstelle sei dabei in puncto Kosten-Leistung-Rechnung sowie Potenziale beleuchtet worden. Es habe sich gezeigt, dass die Resonanz an den Standorten sehr unterschiedlich sei. Es gebe Filialen mit gerade mal vier oder fünf Kunden pro Stunde, so Riediger. Ein derart geringer Zuspruch sei wirtschaftlich nicht darstellbar und auf Dauer nicht tragbar.

Susan Borreck-Rätzel, Stellvertreterin des Vorstands, wurde noch deutlicher. Im Schnitt, dies habe die Untersuchung des Verhaltens gezeigt, besuche jeder Kunde einmal im Jahr persönlich eine Geschäftsstelle, 348 Mal im Jahr jedoch die Internet-Filiale. "Wir passen uns den Kunden an", bekräftigte sie. Es ginge nicht allein ums Schließen. Das mediale Kundencenter der Sparkasse, 2014 installiert, werde ausgebaut. Und auch die Beratungsangebote werden erweitert. Für Privat- wie für Geschäftskunden.

Zur Neuordnung gehören alternative Angebote: Im Fall Bernau-Süd, Eberswalde-Westend sowie Britz gebe es statt der Geschäftsstellen künftig SB-Stellen. Für Lunow und Groß Schönebeck seien hingegen Agenturlösungen angedacht. Nicht mobilen Kunden bietet die Sparkasse zudem einen "Beratungskundentransfer" sowie "Bargeld per Postversand" an.

So wolle das Haus trotz Abschieds von der Filiale "eine flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen sicherstellen", gab Borreck-Rätzel zu Protokoll. Im Übrigen habe die Sparkasse im Vergleich zu anderen Banken immer noch das beste Filialnetz im Landkreis, so ihr Hinweis. Und es bleibe beim Grundsatz: Mindestens eine Filiale pro Kommune oder Amt im Landkreis. Bodo Ihrke fasste die Neuordnung mit den Worten zusammen: "Verändern, um zu erhalten".

Die 14 von der Neuausrichtung betroffenen Mitarbeiter in den fünf Filialen werden auf andere Geschäftsstellen umgesetzt, versicherten Riediger und Ihrke auf Nachfrage. Im Fall Lunow und Groß Schönebeck werden die Mietverträge für die Noch-Filialen per 1. Juli 2017 gekündigt.

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