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Uwe Spranger 30.11.2016 06:45 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Testreihen mit Pflanzenhilfsstoffen

Strausberg (MOZ) Das Märkische Institut für Technologie- und Innovationsforschung (Miti) im Stic arbeitet derzeit mit polnischen Studenten an der Verifizierung von Forschungsergebnissen für die Landwirtschaft. Insbesondere geht es um die Wirkung von Hilfsstoffen auf Pflanzen. Für die Mittel hält Miti Patente.

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Testlauf im BĂŒro: (sitzend v. l.) Anna Pawlowska, Anna Cerk, Marta Baginska, Agata Klimczak sowie (h. v. l.) Kacper Frankiewicz, Dorota Borowiecka, Anna Szczotarska und Joanna Mondry mit Lutz Amsel und Edgar Klose an MessgerĂ€ten und Computer

© Uwe Spranger

Seit mehr als zehn Jahren gibt es inzwischen das "virtuelle" Institut auf dem Stic-Gelände. Derzeit ist es in den Räumen wieder deutlich voller. Eine Gruppe von Studenten der Fakultät für Biotechnologie und Ernährungswissenschaften der technischen Universität Lodz ist seit Ende September in Strausberg im Praktikum. "Von insgesamt 500 Studenten haben 20 Plätze im Ausland bekommen, acht davon bei uns", erklärt Miti-Vorstand Professor Edgar Klose.

Sie sollen unter anderem dabei helfen, über einen längeren Zeitraum Messergebnisse zu erhalten, die die Wirkung solcher Pflanzenhilfsstoffe belegen. Zum einen hatte Miti mit Partnern aus Usbekistan bereits Forschungen angestellt, wie Pflanzen länger trockene Perioden aushalten. "Das ist auch für Brandenburg interessant", sagt Klose. Schließlich sei das heutige ZALF einst mit diesem Hintergrund gebildet worden.

Ein Ansatz ist, Kalziumkarbonat direkt in die Blätter zu bringen. Das verringere die Verdunstung, weil Membranen sich bei Hitze eher schließen. "Die Idee ist nicht neu", bekennt Klose. Man könne bei falschem Einsatz allerdings auch Schaden damit anrichten.

Zu den jüngeren Schwerpunkten zählt die Verbesserung des Siliziumhaushalts von Pflanzen. Dazu werden Zeolithe verwendet, kristalline Alumosilikate, die in der Natur vorkommen. Schadstoffe würden dadurch besser abtransportiert, die Pflanze bekomme "richtig Power zum Wachsen und wird gesünder, dadurch weniger anfällig für Krankheiten", erläutert Klose. Setzten Bauern derzeit im Durchschnitt zwischen 200 und 500 Euro pro Hektar ein, um gute Erträge zu erzielen, sei mit dem neuen Stoff deutlich weniger Aufwand nötig, so Lutz Amsel, ebenfalls im Miti-Vorstand. Tests mit den Mitteln Organic Active oder Active Calcit oder einer Kombination von beiden seien im ökologischen Weinbau, an Pfirsichen und Tomaten erfolgt, aber auch an Blumen und Zierpflanzen. Ergebnis: weniger Schädlingsbefall und bessere Erträge.

Derartige Produkte gebe es auch für Tiere und Menschen. Amsel nimmt eines zum Beispiel selbst und berichtet von guten Erfahrungen. Die Vermarktung erfolgt über eine gesonderte Firma. Nach den Atomreaktorunfällen in Tschernobyl und Fukushima seien ähnliche Mittel ebenfalls eingesetzt worden. Gerade in Russland und Japan, aber auch den USA gebe es Forschungen in dieser Richtung.

In Strausberg sollen nun die polnischen Studenten helfen, bisherige Erkenntnisse zu untermauern. Mit den Messgeräten der neuesten Generation lassen sich innerhalb eines oder weniger Tage die Reaktionen der Pflanzen auf die Mittelgabe erkennen. Erste Tests sind inzwischen erfolgt, weitere mit dem ZALF verabredet.

Natürlich lernen die jungen Leute auch Strausberg, die Umgebung und Berlin kennen. Damit sie sich besser verständigen können, gehörte ein 30-Stunden-Deutschkurs zum Programm, den die Sparkasse zu zwei Dritteln finanziert hat.

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