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Schließung von Pneu Laurent sozialverträglich geregelt

Betriebsbesuch: Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (r.) ließ sich 2013 die Lkw-Reifenrunderneuerung erklären.
Betriebsbesuch: Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (r.) ließ sich 2013 die Lkw-Reifenrunderneuerung erklären. © Foto: MZV
Friedhelm Brennecke / 30.11.2016, 06:55 Uhr
Oranienburg (OGA) Runderneuerte Lkw-Reifen verlassen den Pneu-Laurent-Standort an der Sachsenhausener Straße 29 a seit voriger Woche nicht mehr. Die Produktion ist eingestellt. 55 Mitarbeiter räumen dort derzeit auf und bereiten den Kehraus des Unternehmens vor, das zum 31. Dezember endgültig schließt.

"Im Januar und Februar werden dann noch die wichtigsten Maschinen abgebaut. Sie kommen an anderen Standorten des Michelin-Konzerns, zu dem die Laurent Reifen GmbH gehört, wieder zum Einsatz", sagt Geschäftsführer Markus Lamb. In den vergangenen Jahren hatte das französische Unternehmen noch erheblich in Oranienburg investiert. Um vor allem die hohen Energiekosten im Zaum zu halten, wurde beispielsweise noch ein neuer Dampfkessel installiert. Der Technische Leiter wird den Prozess der Demontage noch weiter begleiten.

Für den 42-jährigen Diplom-Kaufmann Marcus Lamb, der seit elf Jahren im Unternehmen arbeitet und seit Mai 2011 Chef ist, geht seine Oranienburger Mission am 31. Dezember zu Ende. Lamb tritt in die Dienste eines anderen Unternehmens ein. "Eine neue Herausforderung", sagt Lamb, der gern in Oranienburg Verantwortung übernommen hat und ebenso gern in dieser "attraktiven Region" bleiben würde.

Als die düsteren Zeichen des Marktes für runderneuerte Lkw-Reifen Pneu Laurent 2015 immer mehr in Bedrängnis brachten und der Konzern die Schließung des Oranienburger Standortes in Erwägung zog, stand für Markus Lamb ganz klar fest, dass er diese folgenschwere Entscheidung der Belegschaft unverzüglich persönlich mitzuteilen hatte. Das war Anfang November vorigen Jahres, und es war kein leichter Gang für den Chef, wie er im Nachhinein einräumt.

"Viereinhalb Monate haben wir, Betriebsrat, Gewerkschaft und Unternehmensleitung, danach hart, aber fair verhandelt", sagt Lamb. 146 der 155 im März noch im Betrieb beschäftigten Mitarbeiter seien damals in die Transfergesellschaft gewechselt, die ihren Sitz übrigens auch in der Sachsenhausener Straße hat und deshalb für alle Betroffenen auf kurzem Wege gut zu erreichen ist.

"Es war unser erklärtes Ziel, den Mitarbeitern genügend Zeit zu geben, sich strukturiert und wohl überlegt auf einen beruflichen Neustart vorbereiten zu können", sagt Markus Lamb. Schnellschüsse mit ungewissen Entlassungen seien sein Ding nicht, sagt er.

Bis Ende 2017 bietet die Transfergesellschaft den früheren Laurent-Mitarbeitern Gelegenheit, sich weiterzubilden und zusätzliche Qualifikationen zu erwerben. Oberstes Ziel bleibt dabei, die Chancen auf einen neuen festen Job zu erhöhen. Einige Ehemalige büffeln derzeit sogar für ihre Meisterprüfungen, andere haben schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden. "Ich bin froh, dass dies alles gelungen ist", sagt Lamb.

Interesse an Teilen des mehr als 100 000 Quadratmeter großen Laurent-Standortes hätten schon einige Unternehmen bekundet. "Spruchreif ist da allerdings noch nichts", sagt Lamb. Auch mit der Stadt, die das gesamte Gewerbegebiet an der Sachsenhausner Straße neu ordnen will, stehe man im Gespräch. Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) hofft, dass an dem traditionsreichen Standort bald wieder neue Arbeitsplätze entstehen.

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