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Wenn Altglas in Containern scheppert

Immer wieder ein Ärgernis: Die Glascontainer an der Gelderner Straße werden häufig von Pendlern zweckentfremdet.
Immer wieder ein Ärgernis: Die Glascontainer an der Gelderner Straße werden häufig von Pendlern zweckentfremdet. © Foto: MZV
Thomas Pilz / 30.11.2016, 06:59 Uhr
Fürstenberg (GZ) Das Thema Glascontainer beschäftigt Fürstenbergs Stadtväter erneut. Eine Vertreterin der Pension Bock aus der Gelderner Straße hatte ihrem Ärger während der jüngsten Ratssitzung Luft gemacht. Ebenso ein Bewohner der Röblinsee-Siedlung, der die Charterboat-Unternehmen am Röblinsee scharf kritisierte.

Ein Unding sei es, dass die Firmen für Kunden Glascontainer bereitstellten, die auch an den Wochenenden befüllt würden, sagte der aufgebrachte Bürger.

Hoch schlugen die Wellen der Empörung bereits, als es um das Dauerthema "Standorte für öffentliche Glascontainer" in der Wasserstadt allgemein ging. Vermieterin Bock beklagte während der Einwohnerfragestunde, dass es kaum noch zumutbar für Gäste und Einheimische sei, was sich am Stellplatz Gelderner Straße täglich und vor allem nachts abspielt.

"Das ist eine Schande, die Gäste werden permanent belästigt von Leuten, die zu völlig unpassenden Zeiten dort ihre Glas-Leergut entsorgen." Beobachtet habe sie, dass es viele der Pendler seien, zum Beispiel aus Neustrelitz, die Glas in die Container werfen, bevor sie ihr Fahrzeug am Bahnhof abstellten, um mit dem Zug weiterzufahren. Doch damit längst nicht genug: Auch viel Dreck und Müll werde an den Behältern zur Entsorgung einfach hingestellt - häufig von Transitreisenden oder Urlaubern. Kurzum, der Zustand sei mittlerweile unerträglich, so die Vermieterin.

Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) zeigte Verständnis für Bocks Verärgerung. Aber solche Erscheinungen gebe es überall, wo solche Container aufgestellt wurden - auch in anderen Kommunen. Mehrere Stellplätze in der Wasserstadt bewiesen das. Er verwies darauf, dass die Stadtväter vor gut einem Jahr lange einen neuen Stellplatz für die Container in der Gelderner Straße suchten (wir berichteten).

Es habe sich erwiesen, dass niemand in der näheren Nachbarschaft derartige Container dulden würde. Auch der letztlich geplante Standort am Kiefernweg unweit der Waldsiedlung war nicht realisierbar, erinnerte der Bürgermeister.

Ein Bürger der Röblinsee-Siedlung erklärte bei der Gelegenheit, unweit seines Wohnortes an der Straße am Röblinsee gebe es dieses ständige Ärgernis ebenfalls: Wassersportler, die zum Beispiel bei der Firma Riverboating Holidays ein Boot charterten, entsorgten zu allen möglichen Tageszeiten, auch am Wochenende, ihren Glasmüll in Containern.

Allerdings habe die Firma die Behälter extra für die Wassersportler aufgestellt, ohne irgendjemanden in der Nachbarschaft zu fragen. "Das ist äußerst lärmbelästigend", sagte der Fürstenberger. Zumal die Flotte des Unternehmens in der jüngeren Vergangenheit um die 100 Schiffe betrug.

Philipp erklärte, ihm sei das Problem hinlänglich bekannt. Es habe schon mehrere Gespräche mit Firmen-Vertretern gegeben, auch länger zurückliegend, als die dort ansässigen Unternehmen anders strukturiert waren. Von Firmenseite habe man sich die Kritik der Kommune angehört, aber es sei nichts geschehen. "Da hilft eigentlich nur eines, nochmals das Gespräch zu suchen", meinte der Bürgermeister.

Unterdessen hat die Riverboating GmbH reagiert. Wie es von der Firma auf GZ-Nachfrage heißt, strebe man bei dem Glascontainer-Problem für 2017 eine neue Lösung an. Die von dem Unternehmen für die Urlauber bereitgestellten Behälter sollen in einem Schuppen aufgestellt werden - so dass die Lärmbelästigung möglichst verringert wird. Außerdem könnten Anwohner ohnehin davon ausgehen, dass der allgemeine Geschäftsbetrieb am Firmensitz Röblinsee ab 2017 zurückgehen werde - Locaboat ist umgezogen. Dieses Unternehmen habe nun wieder seinen angestammten Platz auf der Marina Fürstenberg am Schwedtsee zurückbekommen, teilte Riverboating mit. Bereits jetzt liegen dort dutzende Boote, die vor wenigen Tagen gekrant worden waren. Mit anderen Worten, am Röblinsee-Ufer werde nicht mehr so ein Betrieb herrschen. Abgesehen davon würden die Glascontainer auch Leute nutzen, die gar keine Kunden sind, sondern Bewohner der Siedlung, gab Riverboating zu bedenken.

Fürstenbergs Bürgermeister stellte in Aussicht, dass die Verwaltung über das Thema Container-Stellplatz nochmals beraten wird.

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