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Gebäudewirtschaft geht neuen Weg bei der Mülltrennung / EWG erwägt Einsatz von Kameras

Gelbe Tonne statt Gelber Sack

Ein paar stehen schon: In den gelben Tonnen können Leichtverpackungen auch ohne Gelben Sack entsorgt werden.
Ein paar stehen schon: In den gelben Tonnen können Leichtverpackungen auch ohne Gelben Sack entsorgt werden. © Foto: MOZ
Janet Neiser / 30.11.2016, 07:50 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Gelbe Tonnen sollen das neue Geheimrezept der Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft (Gewi) zur Mülltrennung werden. "Neun dieser Tonnen haben wir schon aufgestellt", berichtet Geschäftsführer Oliver Funke. Darin kann nun Verpackungsmüll entsorgt werden - ohne Gelben Sack. 20 dieser gelben Tonnen sollen es zunächst einmal werden. Damit diese überhaupt Platz haben, wurden Restmülltonnen entfernt. "Die Mülltrennung ist einfach steigerungsfähig", findet Funke. Für viele Mieter sei der Gelbe Sack offensichtlich nicht wirklich praktisch. Sie wollen nicht mehrere Tage lang Joghurtbecher, Milchkartons und Konservendosen in ihrer Wohnung sammeln, vermutet der Gewi-Chef. Deshalb lande vieles im Restmüll. Durch die neuen Tonnen würden sie die Möglichkeit haben, den Verpackungsmüll täglich zu entsorgen, sagt er.

Bislang läuft das Oliver Funke zufolge ganz gut. An den Tonnen wurde kenntlich gemacht, dass diese nur für Leichtverpackungen mit dem grünen Punkt sind. Sollten die gelben Müllschlucker irgendwann auch für Restmüll missbraucht werden, müssten sie auch als solcher entsorgt werden. Das wiederum zahlen im Umkehrschluss die Mieter.

Auch bei der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) ist die Mülltrennung ein echtes Problem. "Unsere Hauswarte haben schwer zu tun", betont Verena Rühr-Bach, die Vorstandsvorsitzende. Oft würden Gelbe Säcke, in denen alles mögliche drin sei, auf den dafür vorgesehenen Plätzen abgelegt. Sogar Babywindeln würden einige Mieter teilweise auf diesem Wege entsorgen wollen. Dabei gehören die in den Restmüll. Doch vor allem dort, wo die EWG Müllschleusen hingebaut hat, durch die sich das Müllaufkommen eines jeden Mieters letztlich auf der eigenen Betriebskostenabrechnung widergespiegelt, wollen wohl einige ihren Müll möglichst kostengünstig loswerden. Doch die falsch gefüllten Gelben Säcke nimmt das Entsorgungsunternehmen Alba gar nicht mit. Die Hauswarte müssen diese dann in den Restmülltonnen entsorgen, wofür dann wieder alle zahlen.

"Wir denken mittlerweile darüber nach, Kameras an den Müllplätzen anzubringen, weil viele Bürger wirklich unvernünftig sind", erklärt Verena Rühr-Bach. Manch einer würde sogar seine Restabfälle einfach neben die Tonnen stellen. Und wo ein Sack liege, folge bald der nächste, weiß sie.

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