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Ruth Buder 30.11.2016 07:55 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Die Seiteneinsteigerin

Beeskow (MOZ) In den letzten drei Jahren hat das Staatliche Schulamt in Frankfurt (Oder) 248 Seiteneinsteiger eingestellt. Eine von ihnen ist Annika Noack, die an der Beeskower Oberschule "Albert Schweitzer" unterrichtet.

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Arbeit mit Gleichungen am Smartboard: Mathematiklehrerin Annika Noack (r.) - hier mit Sch├╝lerin Michelle Dwzoniarski - kommt aus der Wissenschaft und entschied sich erst sp├Ąter f├╝r den Lehrberuf.

© MOZ

Seit drei Jahren arbeitet die Diplom-Mathematikerin als Mathe- und Physiklehrerin an dieser Schule und sagt heute "Ich habe es nicht bereut." Eigentlich wollte sie in die Wirtschaft, in die große Welt hinaus, das große Geld verdienen. Doch schon während ihres Mathestudiums an der BTU Cottbus spürte sie ihr Interesse an der Forschung. Sie wurde dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt und arbeitete an verschiedenen Industrieprojekten zur Intensivierung der Arbeit. Dort unterrichtete sie auch Studenten. "Aber es kam so wenig zurück, die Studenten waren mehr oder weniger anonym." Sie erinnerte sich an ihre Studienzeit, wo sie schon für die Schülerhilfe gearbeitet und Nachhilfeunterricht gegeben hat. "Die Arbeit mit Kindern hat mir immer Spaß gemacht."

Als 2012 überall Lehrer gesucht wurden, offenbarte sich auch ihr eine neue Chance. Allerdings stellte das Schulamt in Cottbus keine Seiteneinsteiger ein, deshalb bewarb sich Annika Noack in Frankfurt. "Dort wurde ich mit offenen Armen empfangen." Sogar beim Standort der neuen Schule kam man ihr entgegen: Beeskow. Zwar immer noch eine Stunde Fahrtzeit von ihrem Wohnort Cottbus, aber nicht unmöglich. In Beeskow, so sagt Annika Noack, sei sie "super aufgenommen" worden. Sie besitze zwar gute Fachkenntnisse, aber der Alltag in der Schule sei eben doch etwas ganz anderes. Viele Kollegen standen und stünden ihr auch heute noch zur Seite: Schulleiter Frank Boywitt, Simone Boywitt als Klassenlehrerin und Anke Hellmich, die sie in ihrem Fachbereich sehr unterstützte und unterstützt. Sie schaue über Klassenarbeiten, helfe bei Experimenten in Physik. Viel hat Annika Noack hospitiert, um sich Unterrichtsführung abzugucken. Fast drei Jahre absolvierte die heute 34-Jährige Mutter einer kleinen Tochter eine berufsbegleitende Vorbereitung, die mit einer erfolgreichen Prüfung endete. "Seitdem bin ich ausgebildete Lehrerin."

Ohne Seiteneinsteiger gehe es nicht mehr, der Arbeitsmarkt sei leer gefegt, sagt Gerhard Kranz, Leiter des Staatlichen Schulamtes. Der 65-Jährige hat heute seinen letzten Arbeitstag und verabschiedet sich in den Ruhestand. Der permanente Lehrermangel habe auch ihm die letzten Nerven geraubt. Wer ausgebildete Lehrer bekommen möchte, müsse auch bereits sein, gut zu zahlen, sagt er mit Blick auf die Landesregierung. "Wir sind schließlich mit 15 deutschen Bundesländern im Wettbewerb. Selbst im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern zahle man Lehrern mehr als Brandenburg."

Frank Boywitt, Leiter der Oberschule "Albert Schweitzer", freut sich über jede pädagogische Unterstützung, zumal wegen des schwierigen Schülerklientels kaum Lehrer an Oberschulen wollten. Allerdings werde auch den angestammten Lehrern viel abgefordert, wenn sie einen oder mehrere Seiteneinsteiger - an seiner Schule gibt es drei - neben ihren normalen Aufgaben unterstützen müssen. "Sie tun es, weil sie auf Entlastung hoffen.

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