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Viola Petersson 30.11.2016 08:20 Uhr
Red. Gransee, lokales@gransee-zeitung.de

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Neues Angebot zum Finowkanal

Liebenwalde/Eberswalde (GZ) Seit 20 Jahren sitzen sie in einem Boot: die Anrainer des Finowkanals. Seit 1996 sind sie als Kommunale Arbeitsgemeinschaft, zu der auch Liebenwalde gehört, auf und an Deutschlands ältester noch schiffbarer Wasserstraße unterwegs. Um den Tourismus voranzubringen. Nun feierte die KAG Geburtstag.

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Freie Fahrt: 16 800 Boote der unterschiedlichsten Art passierten in diesem Jahr die Schleusen auf dem Finowkanal zwischen Ruhlsdorf und Liepe, darunter im Sommer das Hausboot Mizar mit zwei Schweizern an Bord. Hier an der Zugbrücke Niederfinow.

© MOZ/Thomas Burckhardt

Immer wieder war beim Empfang von einer Erfolgsgeschichte die Rede. Der Finowkanal, er sei inzwischen in Bonn und Berlin bekannt. Ja sogar im Ausland. Dabei waren die ersten 20 Jahre auch nicht unbedingt leicht. Die größte Herausforderung hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft (KAG) Region Finowkanal aber noch vor sich.

Der Bund will sich vom Finowkanal samt Schleusen trennen. Für die Berufsschifffahrt hat die historische Wasserstraße längst ihre Bedeutung verloren. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) hat der KAG die Wasserstraße angeboten. Derzeit verhandeln beide zur Übernahme der zwölf Schleusen zwischen Ruhlsdorf und Liepe. Bislang hatte der Bund der KAG für den Wechsel gut 14 Millionen Euro als "Mitgift" zugesichert. Bei der jüngsten Verhandlungsrunde unterbreitete der Bund nun ein neues Angebot, wie Bürgermeister Friedhelm Boginski, zugleich Verhandlungsführer für die KAG, informierte. Statt des "Festbetrages" sei der Bund bereit, sich mit 50 Prozent an den gesamten Sanierungskosten für die Schleusen zu beteiligen. Inklusive Planungskosten und etwaiger Preissteigerungen. Unterm Strich winken also mehr als 14 Millionen Euro, was aus kommunaler Sicht sehr zu begrüßen ist, wie Boginski sagte. Allerdings habe die Offerte einen Haken: "Die Gemeinden müssten die Investitionsprojekte vorfinanzieren", redete das Stadtoberhaupt Tacheles, um sogleich hinzuzufügen: Genau das bringe einige Kommunen massiv in Bedrängnis. Die bisher positive Stimmung droht offenbar zu kippen. Sie sei "deutlich beeinträchtigt", so Boginskis Einschätzung.

Deshalb habe man einen Alternativvorschlag erarbeitet: Der Bund trägt 50 Prozent der gesamten Sanierungskosten, und er geht per "Tranchenfinanzierung" in Vorleistung. Denkbar wäre eine Auszahlung in fünf Jahresscheiben (2017 fünf Millionen, 2018 zwei sowie 2019, 2020 und 2021 jeweils drei Millionen Euro). Wobei es selbstverständlich eine exakte Abrechnung gäbe. Gleichzeitig wünscht sich die Gruppe der Anrainer eine verbindliche Art der Zusammenarbeit mit der WSV, etwa in Form einer Mitgliedschaft. Die KAG, so Boginski weiter, habe ihm Handlungsvollmacht für weitere Verhandlungen mit dem Bund erteilt. "Sie trägt den Alternativvorschlag mit."

Gleichzeitig versicherte Boginski vor der feiernden Festgemeinde: "Selbstverständlich verhandeln wir ebenso mit dem Land und Landkreis. Wir wollen alle ins Boot holen." Vehement warb er erneut für eine Lösung, für die "kleine Variante": "Lasst uns Türöffner sein. Wir müssen nicht alles heute machen. Aber wir sollten die erfolgreiche Entwicklung nicht abbrechen lassen." Der Kanal müsse durchgängig befahrbar bleiben.

Ein Appell, der bei Barnim-Landrat Bodo Ihrke (SPD), bei Klaus Schulenburg vom Verein Historischer Finowkanal und Hartmut Ginnow-Merkert vom Verein Unser Finowkanal auf offene Ohren stieß. Rüdiger Platz vom Verein Unternehmer am Finowkanal warb hingegen für die große Lösung, für die Komplettübernahme des Finowkanals. Welches Unternehmen könne sich schon über ein Startkapital von 75 Millionen Euro freuen? fragte er. "Lassen Sie uns groß und nicht klein sein, lassen Sie uns in Chancen und nicht in Risiken denken." Der Finowkanal sei Lebensqualität. Platz forderte professionelle Strukturen und ein Ende der Hängepartie.

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