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"Nennhausen und der Nusswinkel"

Eugen Gliege und sein neuestes Buch.
Eugen Gliege und sein neuestes Buch. © Foto: MZV/wernitz
Rene Wernitz / 30.11.2016, 09:28 Uhr
Nennhausen (MOZ) Nusswinkel, was ist das denn? Dass es sich um ein Element aus der Heimatkunde handeln könnte, kommt wohl nur den wenigsten in den Sinn. Sagen- und Geschichtensammler Eugen Gliege nutzt den Begriff nun für sein neuestes Buch, dem er den Titel gab: "Nennhausen und der Nusswinkel".

Teil des Buchs ist ein abgedruckter Beitrag des Anfang des 20. Jahrhunderts in Rathenow tätigen Lehrers und Heimatkundlers Walther Specht. "Unter den Inseln, die in der Umgebung von Rathenow aus dem wogenden grünen Meer der Büsche und Wälder, der Halme auf Wiesen und Feldern hervorragen und das Landschaftsbild so wechselvoll und schön gestalten, birgt die im Osten und Nordosten liegende besonders viele Reize. Dieses zwischen dem Hohennauener, Ferchesarer und Witzker See, dem Havelländischen Hauptkanal mit anschließendem Luche, dem Gräninger See, dem Rodewaldschen Luch und dem Riesenbruch eingebettete Gebiet trägt den ebenso poetischen wie anheimelnden Namen Nusswinkel." Es sei ein Name mit fast märchenhaftem Klang, so Spechts Worte, bezeichne er doch eine Landschaft, "die so versteckt und traut im grünen Laube der Bäume verborgen ist wie Großmütterchens Haus zwischen den Nusshecken unter den drei großen Eichenbäumen, das Rotkäppchen so gerne besucht."

Es gibt anscheinend mehrere Optionen bei der Herleitung des Namens. Der romantische Dichter Fouqué soll den Nusswinkel als Notwinkel gedeutet haben: "denn von wackeren Herzen und Armen verteidigt, bildete zwischen Fluss und Moor dieser Winkel eine feste Stellung, den Notleidenden bei überschwemmenden Kriegsfahrten Schutz gewährend". Laut Specht soll der Landstrich schon in alter Zeit als Nätewinkel gezeichnet worden sein. Für die Herleitung des Namens plädierte der Heimatkundler für die vielen Haselnussbüsche, die früher dort wuchsen, und bei der Namensgebung Pate gestanden haben sollen. Dass es sich um einen nassen Winkel gehandelt haben könnte, glaubte er nicht. Weil man "einer Gegend, die fast durchweg 35 bis 92 Meter hoch liegt, schwerlich die Bezeichnung beilegen kann".

In Eugen Glieges rund 100-seitigem Buch finden sich die Nusswinkelorte wieder, zu denen neben Nennhausen unter anderem auch Stechow, Kotzen und Lochow gehören. Das Buch ist im Handel sowie in der Bäckerei Huxdorf in Nennhausen erhältlich.

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