Das Nachrichtenportal für Brandenburg

Hunde sind Begleiter mit Einschränkungen

Julia Lehmann / 26.10.2015, 20:15 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Bei schlechtem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür. Soll heißen, an kalten und nassen Herbsttagen möchte niemand im Regen stehen müssen. Für vierbeinige Begleiter bedeuten Einkaufsbummel in der Stadt aber in der Regel "Wir müssen draußen bleiben". Oder doch nicht?

In öffentlichen Gebäuden sind Hunde meist nicht gestattet. In Rathauscenter und Fürstengalerie weisen Schilder mit durchgestrichenem Hundesymbol darauf hin. Ein ähnliches Schild finden die Halter der über 2500 Fürstenwalder Hunde an der Eingangstür des Spielwarenladens "Habermann". Möglichkeiten seinen Hund so anzubinden, dass niemand darüber stolpert, sind auf dem schmalen Bürgersteig rar. Das weiß Inhaber Bodo Habermann und macht deshalb auch Ausnahmen. "Normalerweise haben Hunde in einem Spielwarenladen nichts verloren. Vor allem nicht, wenn es unruhig ist und Kinder da sind", sagt der 62-Jährige. Es komme aber immer darauf an, wie groß der Hund und wie voll der Laden ist.

"Verboten ist es nicht, seinen Hund mit reinzubringen", sagt Karen Köhler, Pharmazieingenieurin in der Apotheke im Rathauscenter. Ein Verbotsschild am Apothekeneingang gibt es nicht. Kunden würden ihre Vierbeiner aber von sich aus draußen anbinden. Das erklärt sich die 48-Jährige mit dem Hundeverbot im angrenzenden Rathauscenter. Bei kleinen Hunden drücke sie aber auch mal ein Auge zu.

Hundefachwirtin Stefanie Wilke weiß, dass es Hunde in der Stadt schwer haben können. "Außer Blindenführ- oder Zollhunde dürfen sie in öffentlichen Gebäuden meist nicht mitgeführt werden", sagt die 33-Jährige. "Jedem Eigentümer bleibt es selbst überlassen, ob er Hunde in seinen Räumlichkeiten duldet. Auch in Restaurants", erklärt sie. Laut Landesverordnung für Hundehalter gilt ein absolutes Hundeverbot nur auf Kinderspielplätzen, Liegewiesen und an Badestellen.

Stefanie Wilke selbst besitzt drei. Sie kennt die Schwierigkeiten aber vor allem aus der Arbeit in ihrer Hundeschule. Für sie käme es nicht in Frage, ihre Hunde vor einem Geschäft anzubinden. "Es kommt immer wieder vor, dass Hunde gestohlen werden", sagt sie. Auch der Fürstenwalderin Renate H. ist nicht wohl dabei, ihren Toddy draußen anzubinden. Zu groß ist ihre Angst, dem 13-jährigen Terriermischling könne etwas zustoßen. "Wenn ich Besorgungen machen muss, lasse ich ihn lieber zu Hause", sagt Renate H. Gute Erfahrungen habe sie mit Taxifahrten. Toddy darf fast immer vorn im Fußraum mitfahren. Ob Hunde mitgenommen werden, entscheide jeder Fahrer selbst, so Manfred Engel von den Spreefunktaxen. Wenn sich die Vierbeiner gut benehmen, nehme er sie gern mit.

Es sei aber nicht nur trübes Herbstwetter oder die Diebstahlgefahr, die Hundehaltern Sorgen bereiten. "Auf den Bürgersteigen ist für Hund und Passanten nur wenig Platz. Die Tiere können sich bedrängt fühlen und aggressives Verhalten zeigen", erklärt Stefanie Wilke. Damit unangenehme Situation vermieden werden, rät sie, den Hund dort anzubinden, wo er nicht stört, aber in Sichtweite ist. Dem Tier zur Liebe sollte der Einkauf möglichst kurz gehalten werden.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG