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Eva-Martina Weyer 30.11.2016 17:36 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Vom Zivi zum Chef der Naturwacht

Schwedt (MOZ) Sie sind Mittler zwischen Mensch und Natur, wollen Kinder und Erwachsene für den Nationalpark begeistern und sind im Artenschutz aktiv. Die Rede ist von Naturwächtern. Einer von ihnen ist Edgar Wendt. Er hat vor 25 Jahren als Zivi bei ihnen angefangen. Heute ist er Chef der Naturwacht im unteren Odertal.

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In olivgr√ľner Jacke der Naturwacht: Edgar Wendt informiert zwei Frauen √ľber die Fauna und Flora im unteren Odertal. F√ľhrungen wie hier im Nationalparkhaus Criewen geh√∂ren zu den Aufgaben der Naturw√§chter.

© MOZ/Oliver Voigt

Zehn Naturwächter sind die Erklärer der Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Unteres Odertal. Ihr Aufgabengebiet erstreckt sich von Lunow im nördlichsten Zipfel des Barnim bis nach Mescherin in der Nähe von Gartz. Sie führen Besucher bei klirrender Winterkälte auf den Deich zur Singschwanbeobachtung. Ein paar Wochen später stehen sie in Stützkow auf dem Berg, erläutern die Überflutung in der Flussaue und fangen den Adler mit dem Fernglas ein. Sie sind auf Achse, wenn Märkische Oderzeitung und Nationalpark zur Tour de Natur mit mehr als 1000 Radlern einladen und berichten im Besucherzentrum in Criewen von den Hochwassern im unteren Odertal. Und wenn die Kraniche im Herbst in der Nähe von Gartz rasten, erklären sie Wissbegierigen eine ganze Woche lang den Vogelzug.

Vor genau 25 Jahren wurde die Naturwacht gegründet. Sie ist zuständig für alle 15 Großschutzgebiete im Land Brandenburg. Einer von gegenwärtig 90 Naturwächtern im Land ist Edgar Wendt aus Stolpe. Er war junger BMSR-Mechaniker im PCK, als er über die Stationen Zivildienstleistender und ABM zur Naturwacht stieß. In einer großen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde im Dezember 1991 die Naturwacht eingerichtet. Die neuen Wächter kamen aus den unterschiedlichsten Berufen. "Wir sind nicht hineingeboren worden in die Aufgaben der Naturwacht, sondern hineingewachsen", erinnert sich Edgar Wendt. Eine berufsbegleitende Ausbildung hat sie fit gemacht für die Arbeit in der Natur und mit den Menschen. "Wir haben fast 1000 Stunden Theorie gebüffelt", sagt Edgar Wendt. "Alle ABMer haben sich einer Prüfung gestellt und damit einen zweiten Beruf erlangt." Ihre Zertifikate erhielten die Naturwächter am 1. Oktober 1993. Von ihnen wurden 15 für drei Jahre im unteren Odertal eingestellt. Da gab es den Nationalpark noch gar nicht. Der war erst im Aufbau begriffen und wurde 1995 gegründet.

Aus den Anfangszeiten der Naturwacht in Brandenburgs einzigem Nationalpark sind unter anderen noch Uwe Schünmann, André Pataki, Rosa Haferland und Peter Zieroth mit dabei. Sie und ihre Kollegen haben damals gebangt, als ihre ABM auslief. Letztendlich hat das Land den Beruf des Naturwächters anerkannt, der sich nun geprüfter Natur- und Landschaftsführer nennt. 1997 wurde die Naturwacht der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg angegliedert. Die Mittler zwischen Mensch und Natur erhielten eine Zukunft.

Sie werden weiterhin die fachliche Entwicklung des Nationalparks begleiten. Sie werden Vögel und Pflanzen zählen, ihre Lebensräume beobachten und feststellen, was sich verändert und warum. Die Naturwächter kontrollieren geschützte Tier- und Pflanzenarten und sind auf eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten aus. Sie kriegen mit, was Einheimische und Touristen sagen. Edgar Wendt fasst zusammen: "Wir sind das Sprach- und Hörorgan des Nationalparks."

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