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Janet Neiser 30.11.2016 20:09 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Wartelisten für Schwimmkurse voll

Eisenhüttenstadt (MOZ) Jeder sechste Grundschüler zwischen sieben und zehn Jahren kann nicht schwimmen. Das geht aus Daten der bundesweiten Studie zur Kindergesundheit (KiGGS) hervor. Auch im Eisenhüttenstädter Inselbad sind Schwimmkurse für Kinder sehr begehrt. Es gibt Wartelisten und die sind komplett voll.

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Spaß im Wasser: Im Eisenhüttenstädter Inselbad werden pro Jahr etwa zehn Schwimmkurse angeboten. 60 Kinder erhalten so die Möglichkeit, schwimmen zu lernen. Doch die Nachfrage ist viel größer.

© MOZ

"Wir wollten, dass unsere Tochter schwimmen kann, sobald sie in die Schule geht. Aber das hat privat nicht geklappt", erzählt eine junge Mutter aus Neuzelle. Doch bis zur dritten Klasse, wenn der Schwimmunterricht stattfindet, wollten sie und ihr Mann nicht warten. Also fragten sie jüngst im Inselbad Eisenhüttenstadt nach. "Aber da wollte man uns nicht mal mehr auf die Warteliste setzen", sagt sie. Der Grund? Selbst die Wartelisten seien zu voll. "Was wir jetzt machen, weiß ich noch nicht", sagt die Neuzellerin. Möglicherweise werde man sich in Guben erkundigen. Das habe ihr ein Kollege geraten, dessen Kinder dort Schwimmkurse besucht haben, weil es in Eisenhüttenstadt keine Chance gab, einen Platz zu bekommen.

Badleiter Sven Liefke bestätigt, dass die Schwimmkurse im Eisenhüttenstädter Inselbad derzeit alle belegt sind und selbst die Wartelisten zu lang seien, um sie weiterzuführen. Aber nicht nur Eisenhüttenstädter Kinder lernen dort schwimmen. "Wir haben auch Eltern aus Frankfurt und dem Umland, die mit ihrem Nachwuchs zu uns kommen", betont er. Denn das Problem, dass die Nachfrage nach Schwimmkursen größer ist als das Angebot habe man nicht nur in Eisenhüttenstadt. Eigentlich freut sich Sven Liefke über das große Interesse. "Denn jedes Kind, das schwimmen kann, ist ein Gewinn", sagt er.

Im Inselbad würden acht bis zehn Schwimmkurse pro Jahr laufen, sagt der Badleiter. Theoretisch gehe einer acht Wochen lang. Aber praktisch vergehe ein Vierteljahr. Mal kämen Feiertage dazwischen, mal sei ein Kind krank. Liefke legt Wert darauf, dass ein Kurs auch durchgehend von einem Schwimmmeister betreut wird. Das sei einfach besser für die Kinder, die sich ja ansonsten jedes Mal auf eine neue Person einlassen müssten. "Aber wir wollen ja schließlich Qualität bieten", betont er. Deshalb werden pro Schwimmkurs auch nur sechs Mädchen und Jungen betreut. Das sei optimal, sagt der Badleiter. Pro Teilnehmer kostet das Lernprogramm 120 Euro. Liefke empfiehlt, dass Kinder für diese Kurse mindestens sechs Jahre alt sein sollten.

"Immer wieder kommen Eltern zu uns, die fordern, dass wir einfach mehr Kurse anbieten und Schwimmmeister einstellen", erzählt er. "Aber das geht nicht so leicht." Und das Inselbad habe nun mal nicht mehr Mitarbeiter, außerdem spreche auch deren Schichtdienst gegen eine Erhöhung der Kurs-Anzahl. Wenn sie noch mehr Kurse hätten, würden sie an anderen Tagen nicht für den normalen Badebetrieb zur Verfügung stehen können, erklärt Sven Liefke.

"Außerdem möchten viele Eltern wegen ihrer Arbeit einen Schwimmkurs, der erst um 17 Uhr startet", sagt er. Doch das hält er, der selbst sechs Kurse pro Jahr gibt, für zu spät. Da lasse die Konzentration der meisten Kinder schon wieder nach. Die Kurse im Inselbad laufen deshalb von 14 bis 15 Uhr und von 15 bis 16 Uhr.

Bis vor kurzem wurden Interessenten noch auf Wartelisten für die anstehenden Kurse gesetzt. Doch angesichts der Masse an Nachfragen, hält er dieses Prinzip mittlerweile fast schon für unfair. Weil die Chance, zeitnah einen Platz zu bekommen, natürlich mit der Länge einer Liste immer kleiner werde. Dennoch ist man sich im Inselbad der unbefriedigenden Situation bewusst.

Derzeit überlegen Sven Liefke und seine Mitarbeiter, ob man eventuell eine alte Idee wieder aufleben lassen sollte. "Möglicherweise könnte man enger mit den Kitas der Stadt zusammenarbeiten und dort für die ältesten Kinder vormittags eine Art Schwimmkurs anbieten." Doch er weiß selbst, dass eine Umsetzung sehr schwierig werden dürfte.

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