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Erträge und Qualität mäßig

Bodenvorbereitung: Inzwischen ist die Herbstbestellung, hier bei Altenhof, abgeschlossen. Die Bauern hoffen für 2017 auf eine bessere Ernte als in diesem Jahr.
Bodenvorbereitung: Inzwischen ist die Herbstbestellung, hier bei Altenhof, abgeschlossen. Die Bauern hoffen für 2017 auf eine bessere Ernte als in diesem Jahr. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 30.11.2016, 20:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Während die Landwirte das letzte Wintergetreide ausgesät haben - in der Hoffnung auf gute Erträge im kommenden Jahr, bilanziert das Umweltdezernat des Kreises für die zurückliegende Saison eher mäßige Ergebnisse. Zur Sitzung des Landwirtschaftsausschusses legte das Amt den Erntebericht 2016 vor.

Waren die Erträge des vergangenen Jahres für Getreide und Raps schon nicht eben üppig, so lagen sie 2016 noch mal wesentlich unter diesen, resümierte Frank Lüdtke. Damit konnte auch das fünfjährige Mittel der Jahre 2011 bis 2015 nicht erreicht werden. Einige Beispiele: Bei den Hauptgetreidekulturen Winterweizen und Winterroggen erzielten die Bauern im Barnim Erträge von 50,1 Dezitonnen pro Hektar beziehungsweise 41,9 Dezitonnen je Hektar (2015: 53,4 bzw. 42,5 dt/ha). Beim Winterraps wurden 23,7 Dezitonnen pro Hektar vom Acker geholt (2015: 36,7 dt/ha). Also alles andere als rekordverdächtig.

Der "Schuldige" für das magere Resultat beim Getreide ist schnell ausgemacht: Petrus. Dabei, so Lüdtke, waren die Startbedingungen eigentlich recht günstig: ein milder Winter 2015/16, keine langen Kältephasen, milde Temperaturen auch im Frühjahr. Die Bestellung der Felder mit den Sommerkulturen konnte zeitig beginnen. Doch dann im April und Mai eine lange Trockenperiode, die die Erwartungen prompt stark dämpfte. Von dem "Trockenstress" hätten sich die Kulturen nur "schwerlich erholt". Trotz des Regens in der Vorsommerperiode sowie in der Kornfüllungsphase.

Im Fall des Winterrapses gibt es neben der Witterung eine zweite Ursache für die magere Ausbeute: das Beizverbot des Saatgutes. Dieses führte bereits nach der Aussaat zu "Auflaufschäden in größerem Umfang", erklärte der Mitarbeiter des Verbraucherschutz- und Gesundheitsamtes, wozu das Ressort Landwirtschaft zählt. Mit Auflaufschwierigkeiten hatten seinen Worten zufolge auch die Kulturen Mais, Sonnenblumen, Kartoffeln und Zuckerrüben zu kämpfen. Gleichwohl seien die Erträge bei den Hackfrüchten, bei Kartoffeln und Zuckerrüben als "gut" zu bewerten, jedoch lagen auch die unter dem fünfjährigen Mittel von 2011 bis 2015.

Nur durchschnittliche Werte seien bei den Ackerfutterkulturen Klee und Luzerne sowie auf dem Grünland erzielt worden. Wegen der Trockenheit im Frühjahr und Sommer konnten sich die Bestände "nicht ausreichend entwickeln". Eine Ausnahme bildete in diesem Bereich der Silomais, der die Trockenzeiten gut überstanden hat. "Es konnten Reserven für die Winterfütterung der Tierbestände, insbesondere für die Rinder, angelegt werden", so der Fachmann. Die Erträge im ökologischen Landbau lagen wiederum um 30 bis 50 Prozent unter denen im konventionellen Anbau.

Die Qualität der geernteten Druschfrüchte könne als gut eingestuft werden, wobei die spät geernteten Bestände nur noch Futterqualität erreichten. Zusätzlich geschmälert wurde das schlechte Ertragsergebnis der Getreideernte auch in diesem Jahr wieder durch den Preisverfall auf der einen Seite und durch gestiegene Betriebsmittelkosten für Saatgut, Düngemittel und Diesel auf der anderen Seite, wies Lüdtke auf ein weiteres Problem hin.

Freuen konnten sich indes die Obst- und Gemüseanbaubetriebe. In dieser Sparte seien 2016 "gute bis sehr gute" Erträge realisiert worden. Für die Spargelbauern sprach Lüdtke sogar von einer "überdurchschnittlichen Erntemenge". Im Gegensatz dazu habe der Anbau von Erdbeeren sehr unter den Witterungsbedingungen gelitten. So dass die Erntemenge 20 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurückblieb.

Nach Analyse aller Zahlen und Resultate zog Lüdtke das Fazit: Das Erntejahr 2016 machte einmal mehr deutlich, "wie abhängig die landwirtschaftliche Produktion von den nicht zu beeinflussenden Wirtschafts- und Klimafaktoren und mehr noch von den jährlich stark schwankenden Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt ist".

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