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Josephin Hartwig 02.12.2016 06:11 Uhr
Red. Seelow, seelow-red@moz.de

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Panzerkratzspuren gesichert

Friedersdorf (MOZ) Der Stein, der vielen Mitarbeitern an der Großbaustelle vom Herzen fällt, ist fast spürbar. Noch wenige Minuten, bevor der Mauerteil auf einen Lkw verladen werden kann, hatten die 20 Männer gebangt, er würde doch noch auseinander brechen. Denn er ist wertvoll: An einem Stück der alten Gewölbebrücke sind russische Panzerkratzspuren aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. Fast zwei Wochen lang hatten Mitarbeiter verschiedener Baufirmen die Brücke in Friedersdorf, in Richtung Ludwigslust, soweit abgetragen, dass nur noch dieses eine Stück übrig blieb. "Mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurde abgesprochen, dass die Panzerkratzspuren gesichert, eingelagert, aufgearbeitet und dann ausgestellt werden", erklärt Bauleiter Dirk Peters. Das Mauerstück ist sieben Meter breit, zwei Meter hoch und einen Meter tief. Mit einer Säge wurde es von beiden langen Seiten aus, nachdem ein Rahmen angebracht worden war, jeweils bis zur Hälfte heraus gesägt. Alle Anwesenden hielten gebannt den Atem an. "Es sind über die Jahre Risse entstanden. Da lief natürlich auch Wasser hinein und deshalb ist die Stabilität nicht mehr gegeben", erklärt Hartmut Jatzkowski. Er ist auch dabei gewesen, als im Zuge der Bauarbeiten unter einer großen Eiche, die gefällt worden war, das fast vollständige Skelett eines Menschen gefunden wurde. Die Kriegsgräberfürsorge holte es ab. "Man spürt sehr deutlich, dass hier Kampfhandlungen stattgefunden haben. Nicht nur durch die viele Munition, die der Kampfmittelbeseitigungsdienst auf den Baustellen entdeckte, sondern eben auch durch die Kriegstoten und die Spuren des Panzers", sagt Jatzkowski. Zum Glück sei beim Verladen des Mauerstücks alles gut gegangen.

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Endlich am Haken: Das Mauerst├╝ck mit den Panzerkratzspuren vorn kann nach etwa vier Stunden von der Baustelle abtransportiert werden.

© MOZ/Josephin Hartwig

Thomas Drewing vom Heimat- und Geschichtsverein Gusow-Platkow ist am Donnerstag nach Friedersdorf gekommen, um zu sehen, wie der 25-Tonnen-schwere Brocken verladen wird. "Es gibt immer weniger Spuren der Kampfhandlungen. Aber sie sind wichtig für die Regionalgeschichte und deshalb auch unbedingt erhaltenswert", sagt er. An einer Halle des Schweizerhauses wird der Stein erst einmal abgelegt. Wo er am Ende ausgestellt werden soll, ist noch völlig offen.

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