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Gemeindevertreter plädieren für Berliner Umland / Kritik an Landesentwicklungsplan

Wozu gehört Prötzel?

Über Strausberg nach Berlin: Dort gibt es sowohl Anschluss an die S- als auch Regionalbahn. So ist der Berliner Stadtring von Prötzel aus binnen einer Stunde zu erreichen
Über Strausberg nach Berlin: Dort gibt es sowohl Anschluss an die S- als auch Regionalbahn. So ist der Berliner Stadtring von Prötzel aus binnen einer Stunde zu erreichen © Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 02.12.2016, 06:24 Uhr
Prötzel (MOZ) Wirklich Bauwilligen wollen die Prötzeler Gemeindevertreter in den Ortsteilen eine Chance geben, andere Flächen mit Blick auf den Entwurf des Landesentwicklungsplans aber aus den Satzungen streichen. Ihr Ziel ist, Entwicklungsmöglichkeiten für die Gemeinde offen zu halten.

"Wenn wir die Klarstellungssatzung mit Ergänzungsflächen für Prädikow demnächst so beschließen wie bisher geplant, hemmt das Prötzel bis ins Jahr 2029 in seiner Entwicklung", machte Olaf Kaupat am Dienstagabend auf ein Dilemma der Kommune aufmerksam, das ihr durch den künftigen Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg erwachsen könne. Nicht nur deshalb müsse die Gemeinde zum vorliegenden Entwurf Stellung beziehen.

Darin waren sich die Gemeindevertreter letztlich einig und stimmten der bereits vorliegenden Stellungnahme des Amtes Barnim-Oderbruch zu. Doch Simona Koß hakte zuvor nach: "Das heißt, wir fassen die für Januar vorgesehenen Beschlüsse nicht?"

Das wäre auch nicht der richtige Weg, meinte Olaf Kaupat, erinnerte aber zugleich an verschiedene Flächen, die trotz gegenteiliger Versprechungen bisher nicht bebaut worden sind. "Ausgewiesene Bauflächen müssten bis 2019 bebaut sein, um nicht zu Lasten der weiteren Entwicklung der Gemeinde zu gehen", erklärte Amtsdirektor Karsten Buchholz. Und Olaf Kaupat mahnte: "In Prötzel haben wir Kita, Schule und weitere Infrastruktur. Hier liegt auch der Schwerpunkt der gemeindlichen Entwicklung."

Simona Koß verwies auf eine bauwillige Familie in Prädikow und mahnte, die anderen Ortsteile nicht gänzlich abzuhängen: "Dann sind wir nicht besser als die anderen."

So wollte sich Olaf Kaupat aber auch nicht verstanden wissen: "Wir müssen uns auf ein Mindestmaß beschränken." Änderungen an einem beschlossenen Landesentwicklungsplan seien, wenn überhaupt, wohl nur auf dem Klageweg zu erreichen. "Deshalb müssen wir uns unsere Satzungen für jeden einzelnen Ortsteil anschauen." Das unterstrich auch Bürgermeister Rudolf Schlothauer. Flächen, auf denen sich jahrelang nichts getan habe und sich offensichtlich auch weiterhin nichts tun werde, sollten aus den Satzungen herausgenommen werden.

So hatte Simona Koß dazu nur eine Bitte an die Ortsvorsteher: Diesen Willen der Gemeindevertreter in den Ortsteilen auch so zu kommunizieren: "Vielleicht geben wir dem einen oder anderen so auch den Anstoß zu einer Entscheidung."

Amtsdirektor Karsten Birkholz hatte zu Beginn bereits kritisiert, dass der Entwurf des Landesentwicklungsplans für Brandenburg nur zwei Strukturräume vorsieht: das Berliner Umland und den weiteren Metropolenraum. Es sei aber völlig unverständlich, warum die kleinen Strausberger Ortsteile Hohenstein und Ruhlsdorf zum Berliner Umland gehören sollen, Prötzel und zum Beispiel auch Rehfelde (Amt Märkische Schweiz) nicht. "Wir könnten hier sogar noch über Reichenow-Möglin nachdenken", sagte Birkholz. Zudem würde einigen Gemeinden des Berliner Umlands auch nicht mehr viel Platz für eine weitere Entwicklung zur Verfügung stehen. "Da würde ein Entlastungsraum Sinn machen." Als unzulässig bezeichnete der Amtsdirektor auch Einschränkungen bei Gewerbeflächen.

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