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Roland Becker 02.12.2016 06:30 Uhr
Red. Hennigsdorf, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Hennigsdorfs zweites Blaues Wunder

Hennigsdorf (HGA) Rund 25 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren ausgegeben werden, um das Technologiezentrum - im Volksmund als Blaues Wunder bekannt - zu erweitern. Das platzt seit Jahren aus allen Nähten. Firmen wie eine Tochtergesellschaft von Carl Zeiss Jena haben bereits Hennigsdorf verlassen, weil ihre Raumansprüche nicht bedient werden konnten. Andere Unternehmen setzen auf Interimslösungen wie Container.

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Platzt aus allen Nähten: Im Technologiezentrum an der Neuendorfstraße wird es eng. Der Standort ist begehrt.

© MZV

Damit das Firmen-Portefeuille nicht noch mehr schrumpft, sondern - im Gegenteil - weitere Ansiedlungen ermöglicht werden können, planen der Landkreis, die Stadt und die co:bios Stiftung einen Neubau, der über rund 8 000 Quadratmeter Fläche verfügen wird und auf einem freien Grundstück zwischen der Firma Thermo Fisher Scientific und der Havel entstehen soll. Das Areal gehört der co:bios Stiftung, deren Vorsitzender Stadtwerke-Chef Thomas Bethke ist. Dem Kuratorium steht Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) vor.

Als Anschubfinanzierung wird der Landkreis fünf Millionen Euro beisteuern, wobei vier Millionen aus dem Haushalt für 2017 stammen. Eine weitere Million soll aus dem Teilerlös eines Gebäudeverkaufs der kreiseigenen Winto-Gesellschaft kommen. Der überwiegende Teil des Finanzbedarfs, nämlich rund 15 Millionen Euro, soll durch Fördermittel finanziert werden. Für die Restsumme wird ein Kredit aufgenommen.

Zurzeit befinden sich im Blauen Wunder 45 Firmen aus dem Bereich Biotec, die 850 Arbeitsplätze bieten, informierte Oberhavels Wirtschaftsdezernent Egmont Hamelow jüngst im Kreisausschuss. Es gebe bereits eine Warteliste von Firmen, die sich am Standort erweitern oder ansiedeln wollen. Ziel sei es aber nicht ausschließlich, die Zahl der Unternehmen und Arbeitsplätze zu erhöhen, sondern das Blaue Wunder zu einem erstklassigen Standort für Biotechnologie und Biowissenschaften - neudeutsch Life Science - zu entwickeln. Dafür, so Hamelow, sollen stärkere Verbindungen zu Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten geknüpft werden. Landrat Ludger Weskamp (SPD) sprach von einem "großen grundsätzlichen Projekt".

Das sehen wohl auch die Abgeordneten so. Sowohl im Kreisausschuss als auch im Hennigsdorfer Hauptausschuss gab es klare Mehrheiten für das Projekt. Nur Hennigsdorfs FDP hadert noch etwas damit, dem Vorhaben zuzustimmen. Die Linke war im Hauptausschuss am Mittwoch nicht vertreten.

Das gesamte Vorhaben soll von einer zu gründenden Projektentwicklungsgesellschaft gesteuert werden, die zu 100 Prozent dem Kreis gehören wird. Anders sieht es mit einer weiteren geplanten Gesellschaft aus, die sich später um Betrieb und Vermarktung des zweiten Blauen Wunders kümmern soll. Nach den jetzigen Plänen hat die gemeinnützige co:bios Stiftung hier die Mehrheit, der Kreis ist als Minderheitsgesellschafter vorgesehen.

Der Biotec- und Live Science-Standort ist eine Erfolgsgeschichte, die offenbar noch längst nicht zu Ende geschrieben ist. Innovative Firmen, die sich bereits auf dem Markt behaupten, als auch Startups haben zu diesem Ruf beigetragen. Wegen der Nähe zu Berlin und oft günstigeren Mieten interessieren sich junge Unternehmen für den Standort Hennigsdorf. Wann mit dem Neubau begonnen wird, ist noch offen.

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