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"Energie-Räubern" auf der Spur

© Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 02.12.2016, 06:58 Uhr
Werneuchen (MOZ) Unter dem Motto "Werneuchen spart Energie" ist an den Kindertagesstätten und Schulen der Stadt ein Projekt gestartet worden. Zuvor hatten die Einrichtungen sowie Bürgermeister Burkhard Horn den "Werneuchener Klimavertrag" unterzeichnet.

"Die Kinder und Jugendlichen wollen zeigen, dass der Energieverbrauch verringert werden kann, ohne auf Komfort verzichten zu müssen", sagt Britta Kopischke. Die Rathaus-Mitarbeiterin hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigt, auch das kürzlich beschlossene Klimaschutzleitbild der Kommune hat sie wesentlich miterarbeitet. "Die Energiewende schaffen wir nicht, wenn wir darauf warten, dass andere das für uns regeln", ist die junge Frau überzeugt. Britta Kopischke verweist darauf, dass es gerade in öffentlichen Gebäuden durchaus viele Möglichkeiten für eine bessere Energieausnutzung gibt. Diese würden aber oft nicht genutzt. Manchmal aus Gedankenlosigkeit, aber auch, weil es schließlich nicht den eigenen Geldbeutel betrifft. "Über die Steuern bezahlen wir das alles letztlich doch", sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. Deshalb würden nun auch die vier Kitas und die zwei Schulen aktiv, um ihren Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung zu leisten.

In einem "Werneuchener Klimavertrag" verpflichten sich die Einrichtungen, "unnötigen und uneffizienten Energieverbrauch" zu verringern. Darüber hinaus will man enger zusammenarbeiten, um Reparaturen und kleinere Maßnahmen rasch umsetzen zu können. Über die erzielten Fortschritte und noch ungelöste Probleme wollen sich die Einrichtungen und die Verwaltung jährlich austauschen, heißt es in dem zweiseitigen Papier.

In einer Auftaktveranstaltung, an der unter anderem Mädchen und Jungen der Kita "Tiefenseer Landmäuse" sowie der beiden Schulen teilnahmen, hatte Bürgermeister Horn - gewissermaßen zur Einstimmung - zunächst den Bogen "vom Urknall bis zur modernen Solaranlage" geschlagen. Darüber hinaus gab es aber auch eine praktische Demonstration. An verschiedenen Leuchtkörpern, darunter LED- und Sparlampen, konnten die Mädchen und Jungen lernen, dass diese durchaus unterschiedlich hell sind. Später gab es dann noch ein kleines Quiz. "Ich bin gespannt darauf, wie der Vertrag mit Leben erfüllt wird", so der Rathauschef.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b der Europaschule Werneuchen haben unterdessen schon mit der Projektarbeit begonnen. Unter Leitung von Physiklehrer Andreas Wichert hatten sie fünf Teams gebildet. Eine Gruppe untersuchte dabei den Wärmeenergieverbrauch an der Bildungseinrichtung. Mit Hilfe einer Thermokamera stießen sie dabei auf ein erstes Energie-Leck: Im Naturwissenschaftsfachraum erzeugt ein schlecht eingebautes Lüftungsrohr eine Dämmungslücke. Die Wärmedifferenz am Austritt des Rohres betrug bei relativ milden Außentemperaturen bereits 4,5 Grad Celsius. In den kommenden Wochen sollen deshalb weitere Wärmebilduntersuchungen durchgeführt werden. Zwei Teams zeichneten mit sogenannten Datenloggern den Temperaturverlauf sowie den Kohlendioxid-Gehalt in den Klassenräumen auf. Die Luftfeuchte wurde ebenfalls erfasst, alle Daten landeten schließlich in Tabellen. Die Ergebnisse sollen mit Schülern und Lehrern diskutiert werden.

Der Stromverbrauch an der Europaschule stand schließlich im Mittelpunkt der Arbeit von Team 4 und 5. An allen Schülerarbeitsplätzen wurde die Beleuchtungsstärke gemessen, danach verglich man sie mit den geltenden Normen. Das Ziel sei es, herauszufinden, wo es zu dunkel ist beziehungsweise das Licht unnötig brennt, hieß es.

An der Grundschule im Rosenpark startet man erst im Januar mit der Projektarbeit. "Mit Energie ins neue Jahr" heißt es dann bei der dortigen Gruppe.

Auch die kommunalen Kindertagesstätten in Tiefensee, Werneuchen, Schönfeld und Löhme sowie der Hort im Rosenpark haben einige Ideen. Die konkreten Details sollten in den kommenden Wochen erarbeitet werden.

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