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Oliver Schwers 02.12.2016 07:10 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Zwei Chefs - ein Posten

Angerm├╝nde (MOZ) Kehrt Martin Flade nach seinem gewonnenen Arbeitsgerichtsprozess auf den Chefsessel des Biosphärenreservates zurück? Diese Frage will derzeit niemand beantworten. Und vor allem: Was wird dann aus der jetzigen Leiterin Ulrike Garbe?

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Hinter der Angerm├╝nder Fassade geht es gerade kr├Ąftig zur Sache: Der lange Streit um die Besetzung des Chefpostens im Biosph├Ąrenreservat Schorfheide-Chorin spitzt sich weiter zu. Martin Flade klagt sich in die Verwaltung zur├╝ck.

© MOZ/Oliver Schwers

Schon zum zweiten Mal hat Martin Flade Recht bekommen. Bereits vor acht Jahren klagte er gegen den Einsatz von Constanze Knape als Nachfolgerin des Reservatsbegründers Eberhard Henne. Damals sah er seine Bewerbung nicht ausreichend berücksichtigt. Ergebnis: Flade erhielt 2010 den Chefsessel.

Den verlor er vor einem Jahr nach heftigen Querelen innerhalb des Großschutzgebietes. Es ging um die Ausbaugenehmigung der Firma Hemme in Schmargendorf, um Streitereien im Naturerbewald Grumsin, um die neuen Managementpläne und um die Bevorzugung von Öko-Landwirten.

Dirk Ilgenstein, Präsident des Landesumweltamtes, reagierte sofort und setzte Ulrike Garbe vom Schreiadlerprojekt als neue Leiterin ein. Ihrem Vorgänger wurde eine gleichdotierte Leitungsfunktion andernorts angeboten, was dieser aber ausschlug. Seiner Klage hat das Landesarbeitsgericht Berlin nun in zweiter Instanz stattgegeben.

Ein Posten, zwei fachlich fundierte Leiter? Wie dieses Wettrennen ausgeht, vermag derzeit niemand zu sagen. "Das Verfahren ist nicht so ausgegangen, wie wir es erwartet hatten", so Dirk Ilgenstein. "Wir warten auf die Urteilsbegründung. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen."

Theoretisch könnte das Landesamt noch eine Nichtzulassungsbeschwerde einlegen, um in die Revision oder in die nächste Instanz zu gelangen. Jedoch mit geringen Erfolgsaussichten. Unterbleibt dieser juristische Weg, würde das Urteil nach drei Monaten rechtskräftig werden. "Ich wäre dann automatisch wieder in Angermünde", so Martin Flade. "Und ich tendiere auch dazu."

Im Kuratorium des Biosphärenreservates, dem beratenden Gremium mit überwiegend Vertretern aus den Kommunen, herrscht Aufregung. Ein Brandbrief an den Umweltamtspräsidenten hatte seinerzeit die Umbesetzung ausgelöst, nachdem es zuvor bei verschiedensten Themen immer wieder zu öffentlichem Streit gekommen war. "Aufgrund der Zerwürfnisse denken einige Mitglieder darüber nach, die Arbeit im Kuratorium niederzulegen", so Vorsitzender Jörn Klitzing. Dabei habe es in den vergangenen Monaten mit Ulrike Garbe einen hoffnungsvollen Neuanfang gegeben. Das Kuratorium schrieb während des Gerichtsverfahrens sogar einen zweiten Brief, worin Martin Flade faktisch aufgefordert wurde, nicht wieder auf seinen Posten zurückzukehren. "Uns geht es darum, Schaden von der Region abzuwenden und keine einseitigen Auslegungen zugunsten von Öko-Landbau und Naturschutz zuzulassen." Eine erfolgreiche Zusammenarbeit unter gleichen personellen Bedingungen betrachtet Klitzing als fraglich.

Martin Flade will im Falle seiner Rückkehr die teils heftigen Vorwürfe klären, möglicherweise über eine Moderation. Außerdem wolle er auf die vielen neuen Kuratoriumsmitglieder zugehen. Er setzt nun auf die 20 im Reservat tätigen Stiftungen und Verbände, mit denen man einen Schulterschluss zeigen müsse. Dies sei in der Vergangenheit zu wenig getan worden.

"Ich glaube, dass er sich mit seiner Rückkehr selbst keinen Gefallen tut und der Region auch nicht", so Gregor Beyer vom Forum Natur Brandenburg. Das Beste sei eine Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landnutzung. "Ein Leiter muss mit den Leuten in der Region auch mal ein Bier trinken gehen, und genau das fehlt hier." Ulrike Garbe sei sofort nach ihrer Einsetzung auf die Landnutzer zugegangen. "Ich wünsche mir bei allem, was jetzt geschieht, dass man nicht immer gleich von der Weltrettung spricht. Wenn man die Probleme so hoch in den Himmel hebt, dann liegt meist kein Segen drauf."

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