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Erkner sucht weiter einen Pächter für leerstehende Gaststätte

"Lockvogelangebot" am Sportplatz

Joachim Eggers / 02.12.2016, 07:26 Uhr
Erkner (MOZ) Der städtische Eigenbetrieb Sportzentrum Erkner hat 2015 einen Verlust von rund 220 000 Euro eingefahren. Das war das Jahr, in dem die Stadt im Dezember nach langem Leerstand einen neuen Pächter für die Gaststätte fand. Mittlerweile ist der wieder weg und beschert der Stadt abermals einen Mietausfall. Im Wirtschaftsplan für 2017 ist deshalb nur noch ein Erlös von 3000 Euro angesetzt. Lothar Kober von der Linke-Fraktion rechnete vor, dass das einer Quadratmeter-Miete von 1,20 Euro für ein halbes Jahr entspreche und sprach von einem Lockvogelangebot.

Als diese Zahlen im Finanzausschuss diskutiert wurden, ging Eric Nickel von der CDU-Fraktion so weit vorzuschlagen, die Räume gar nicht mehr als Gaststätte zu nutzen. "Der Bedarf ist offensichtlich nicht vorhanden." Diesem Gedanken will die Stadt aber nicht folgen, sie sucht weiter einen neuen Pächter, versicherte Margit Schindelasch, die Werkleiterin des Eigenbetriebs.

Sie lehnte Vorschläge von Michael Voges von der Linken ab, zwei Räume, die zur Gaststätte gehören, an interessierte Vereine zu vermieten, um weniger Einnahme-Ausfälle zu haben. "Das bringt kein Geld, wenn man die Personalkosten dagegen rechnet", sprang Bürgermeister Jochen Kirsch seiner Kämmerin zur Seite. Das Scheitern der Pächter schrieb er ihnen selbst zu. "Beide haben sich nicht bewegt, wir haben ja fast gebettelt, dass sie mehr auf die Beine stellen", so Kirsch. Auch Voges selbst bestätigte solche Erfahrungen vom Mieterverein, dem er vorsitzt.

Die Auslastung des Sportzentrums ist weiter gestiegen. Insgesamt nutzen 51 Kinder- und Erwachsenen-Sportgruppen die Anlagen, sagte Margit Schindelasch. Die Betriebskosten steigen - nach ihren Angaben unter anderem wegen teurer Wartungsverträge, zum Beispiel für die neue Flutlichtanlage. Die Stadtverordneten hatten im Sommer in großer Einigkeit beschlossen, die niedrigen Nutzungsgebühren im wesentlichen nicht zu erhöhen, obwohl die tatsächlichen Kosten sehr viel höher sind. "Vier Euro pro Stunde sind doch ein bisschen wenig", so Margit Schindelasch.

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